27.01.2005, 00:00 Uhr

DIDULICA: "WIR GLAUBEN AN ETWAS GROßARTIGES"

Didulica: "Wir glauben an etwas Großartiges"

Das Leben ist hart. Und manchmal auch ungerecht. Im Herbst war Joey Didulica stets ein sicherer Rückhalt im Tor der Veilchen, bewahrte sein Team oft mit Glanzparaden vor einem möglichen Rückstand. Etwa auswärts gegen Legia Warschau, als er mit einem meisterlichen Reflex beim Stand von 0:0 einen Ball von der Linie fischte, der den 1:0-Hinspielsieg der Austria egalisiert hätte und den Polen womöglich die berühmte zweite Luft verschafft hätte. Aber der Konjunktiv zählt eben nichts, Joey parierte, auf der anderen Seite besorgte Stephan Vachousek mit seinem Hammer unter die Latte das 1:0 und ebnete damit den Aufstieg in die UEFA-Cup-Gruppenphase. Jetzt ist ?Mr. Zuverlässig? der einzige, der in Marbella das Training der Mannschaft meist nur von einem Nebenschauplatz mitverfolgen kann. Seit längerem hat er muskuläre Probleme im Beckenbereich, er wird behutsam an die Normalität herangeführt (im Bild mit Physiotherapeut Siemes). ?Aber es geht mir jeden Tag besser, mir fehlen noch die letzten zehn Prozent. Die sind immer das Schwierigste. Wenn wir wieder in Wien sind, bin ich wieder voll fit.?In nicht einmal drei Wochen startet die Austria in das Frühjahr, nicht mehr viel Zeit für das Trainerteam, um das kickende Personal auf den Tanz auf drei Hochzeiten einzustellen. Joey, wie immer bestens gelaunt, über seine Zielsetzung hinsichtlich, UEFA-Cup, Meisterschaft und heimischen Cup: ?Am liebsten würde ich alles drei gewinnen, aber zumindest zwei Titel müssen es werden. Der Europacup ist natürlich der schwerste Brocken, aber ich halte auch das Erreichen des Halbfinales für möglich. Jedenfalls wäre es etwas ganz Außergewöhnliches.?Wie alles, was der Klub in dieser Saison schon erreicht hat: Zum ersten Mal seit 20 Jahren auch im Frühjahr noch auf Europas Bühne. Oder neun Spiele in Serie gewonnen. Oder 9:0 in der Meisterschaft gegen Bregenz. Oder auch die 792-Minuten Torsperre von Didulica. So ein positives Jahr hat es schon seit langem nicht mehr für Violett gegeben. ?Daran sieht man auch die Fortschritte, die wir gemacht haben?, sagt der Keeper, der überzeugt ist, dass sich die Mannschaft noch um zwanzig Prozent steigern kann. ?Das wird man in den kommenden Monaten merken. Je mehr Spiele wir miteinander haben, desto besser harmonieren wir. Wir könnten unser Ziele schon bald in die Realität umsetzen.?Der gestiegene Leistungsdruck macht dem gebürtigen Australier, der nun aber für Kroatien spielt, gar nichts aus. Er übernimmt nach eigener Aussage gerne Verantwortung. ?Ich führe das Team von hinten, jeder soll sich an mir aufbauen können, viel davon spielt sich nur im Kopf ab. Wir glauben daran, dass wir etwas Großartiges erreichen können. Wir müssen die Chance abwarten und dann wie eine Kobra zubeißen.?Joeys markige Sprüche sind immer wieder ein Leckerbissen, aber auch seine Leistungen haben sich bereits herumgesprochen. Sein Name fällt oft im Zusammenhang mit internationalen Topklubs, er selber bleibt aber auch da cool: ?Es ist schön, wenn man weiß, dass man für andere interessant ist. Aber ich habe hier bis 2006 Vertrag und möchte diesen auch erfüllen. Ich bin aus dem Nichts gekommen, das werde ich nicht vergessen. Fußball ist allerdings Business. Wenn Austria ein großes Geschäft mit mir machen kann, erst dann werde ich über einen Wechsel nachdenken.?

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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