15.09.2005, 00:00 Uhr

DIDULICA: "UEFA-CUP IST WIE EINE SCHACHPARTIE"

Didulica: "UEFA-Cup ist wie eine Schachpartie"

Vielen Austria-Fans hat die Aktion am Sonntag gegen Alexander Zickler wieder bewiesen - Joey Didulica ist für sie ultracool und Kult! Etwa eine Minute stand er vor dem deutschen Salzburg-Stürmer in gebückter Haltung, immer bereit, den Ball im eigenen Fünferraum aufzunehmen und weiterzuspielen. Aber er tat es einfach nicht. Zickler stand eineinhalb Meter vor ihm wie das Kaninchen vor der Schlange, ging keinen Schritt weiter, Joey nahm das Leder erst auf, als Zickler entnervt abdrehte. 60 Sekunden hat dies etwa gedauert, aber Didulica hat in dieser kurzen Zeit einen weiteren Schritt zum Hero gemacht. Im Interview mit www.fk-austria.at erzählt er, warum er dieses Schauspiel veranstaltet hat.Joey, zwei Matches hast du nun wieder in den Beinen. War es schwer für dich, nach der 8-Spiele-Sperre wieder den Rhythmus zu finden?Es hat mir weh getan, dass ich so lange nur zusehen konnte. Aber Gerhard (Athletik-Coach Zallinger, Anm.) und Franz (Tormann-Trainer Gruber, Anm.) haben mit mir sehr viel im körperlichen und mentalen Bereich gearbeitet. Ich wußte, dass es nicht leicht werden wird auf demselben Level zurück zu kommen. Je härter man arbeitet, desto leichter wird dann das Comeback. Und mit Tokic, Hill, Antonsson oder Troyansky habe ich sehr gute Leute vor mir, denen ich vertraue und umgekehrt.Was sagt dir dein Gefühl nach dem Sieg gegen Salzburg: Gibt das dem Team eine gewisse Ruhe?Salzburg hat viele gute Namen, sie werden im Laufe der Saison stärker werden. Der Erfolg war somit wichtig, das gibt uns Selbstvertrauen für das Auswärtsspiel am Sonntag. Wir müssen dort aber nicht die Initiative ergreifen und wir werden wie eine Wand stehen. Wir werden es ihnen sehr schwer machen.Überlegst du bei hohen Bällen in den Strafraum noch: Hoffentlich steht da jetzt keiner, den ich wegrammen könnte?Nein, ich gehe mit der selben Aggressivität, Schnelligkeit und Entschlossenheit aus dem Tor wie immer. Wenn mir ein Spieler im Weg steht, liegt es an ihm. Ein Tormann muss furchtlos sein. Wenn du anfängst darüber nachzudenken, dann verlierst du den Siegeswillen. Sollte das bei mir passieren, höre ich mit dem Fußball sofort auf.Ist die Partie gegen Viking Stavanger ein echter Härtetest?Jedes internationale Spiel ist so. Man kann nicht extrem viele Infos sammeln, hat nur 180 Minuten Zeit, mehr kann man nicht tun. Es ist wie beim Schach: Du musst taktisch alles geben. Und wir haben sehr gute Schachspieler in unserer Mannschaft.Wir haben viele Verletzte, aber die Qualität im Kader ist sehr hoch. Siehst du das auch so?Das ist unser Plus. Wir haben einen großen Kader und viele sehr gute Spieler. Das ist der Grund, warum wir die Austria sind, im UEFA-Cup weit kommen können, den Titel gewinnen und den Cupsieg verteidigen werden. Alle drei Ziele kannst du nur mit einem großen und guten Kader erreichen. Was ist dein persönlich wichtigstes Ziel davon?Die Meisterschaft, denn das spielst du eine ganze Saison. Ich bin nicht eher rastlos, bevor ich nicht hier den Titel gewonnen habe.Diese Aktion mit Alex Zickler - wofür war das gut? Brauchst du den Nervenkitzel?Ich mache das nicht wegen der Show. Im Fußball muss man alle Mittel ausnützen um zu gewinnen. Es waren nur noch zwei Minuten zu spielen, ein paar von uns konnten nur noch auf einem Bein humpeln, Salzburg machte Druck, also muss man sich irgendwie Zeit verschaffen. Aber ich muss auch sagen: Wäre Zickler nicht weggegangen, hätte ich das für drei Punkte auch über 90 Minuten durchgezogen. Wir dürfen nicht naiv sein, das machen sie überall in Europa. Wenn du so gewinnen kannst, ist das auch eine Taktik.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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