22.11.2004, 00:00 Uhr

NACH GAK-SPIEL: MANAGER KRAETSCHMER IM INTERVIEW

Nach GAK-Spiel: Manager Kraetschmer im Interview

Was ist dran an den Vorwürfen des GAK, dass es nach dem Spiel im Horr-Stadion wie im Wilden Westen zugegangen sein soll? Wir klären hier auf, haben Manager Markus Kraetschmer zum Interview gebeten, der von hochrangigen GAK-Funktionären ebenfalls beschuldigt wurde, mittendrin statt nur dabei gewesen zu sein.Herr Kraetschmer, seitens der Grazer wurden einige Vorkommnisse nach dem Schlusspfiff geschildert, als ob es zu rüden Szenen im Kabinengang gekommen sein soll.Was ist tatsächlich dran? Kraetschmer: "Ich war durch die unfairen Attacken von Pogatetz und Sick an Gilewicz, Antonsson bzw. Didulica sehr aufgebracht, wurde beim Abgang vom Spielfeld von Pogatetz provoziert, der einige Nettigkeiten in meine Richtung losließ. Da habe ich ihn zur Rede gestellt, plötzlich sind einige GAK-Spieler und Betreuer dazugekommen. Es war sicher ein hitziges Wortgefecht, aber ich habe Pogatetz nicht attackiert. Mir geht es um die Gesundheit unserer Spieler, insbesondere vor dem so wichtigen UEFA-Cup-Spiel. Ansonsten bin ich dafür bekannt, deeskalierend zu sein."Und was war dann im Spielergang, so wie es vom GAK behauptet wird?"Davon habe ich auch gehört, unser Zeugwart soll auch eine hitzige Diskussion geführt haben, aber da ist ein Entschuldigungsschreiben in Richtung Graz bereits unterwegs. Emotionen sind in solchen Situationen klar, nunmehr sollten wir aber alle wieder zur Vernunft zurückkehren und professionell an die kommenden Aufgaben herangehen. Auch die GAK-Verantwortlichen wissen, dass sie zu dieser emotionalen Situation ihr Schäuflein beigetragen haben. Ich denke, wir sollten diese Diskussionen jetzt endgültig beenden, denn durch die Niederlage Rapids in der Südstadt - an dieser Stelle übrigens ein kleines Dankeschön an die Admira - sind ja beide Mannschaften nach wie vor im sehr spannenden Titelrennen dabei."Auch beim Teambus der Grazer soll es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein, auch da soll Pogatetz dabei gewesen sein. Was haben Sie darüber in Erfahrung gebracht?"Ich habe es selbst nicht gesehen, es gibt hierzu widersprüchliche Aussagen. Fakt ist, dass wir für die Sicherheit der Gastmannschaften verantwortlich sind und es bis dato, seit der Eröffnung der Südtribüne 1999, keinen Zwischenfall gegeben hat. Wir werden in Zukunft aber selbstverständlich noch stärker darauf achten, dass Spieler und Funktionäre der Gästeteams auf dem Weg zur und von der Kabine besser beschützt werden. Wir werden alles aufklären und so etwas wird nicht mehr vorkommen."Was sagen Sie zum Bericht auf der GAK-Homepage, der von einem "Sicherheitsskandal im noch nie dagewesenen Ausmaß" handelt?"Das hat mich wirklich geärgert. Das war so einseitig, dass es einer Diffamierung gleichkommt. Trotz aller Emotionen halte ich dies für höchst unprofesionell. Ich hoffe, dass der GAK auch hier Konsequenzen zieht."Themenwechsel. Am Donnerstag steht das UEFA-Spiel in der Ukraine an. "Die restlichen Runden in der Meisterschaft und im Europacup sind meiner Meinung nach auch viel wichtiger als diese vergifteten Diskussionen rund um das GAK-Spiel. Dnjepropetrowsk wird sicherlich ein ganz entscheidendes Spiel für den weiteren Verlauf der Gruppenphase. Ich bin überzeugt, dass sich die Mannschaft über die Wichtigkeit dieses Spiels im Klaren ist. Das haben alle in der Vergangenheit oft bewiesen. Überhaupt bin ich von der Geschlossenheit und der Professionalität der Spieler sehr beeindruckt, das hat die Mannschaft auch in den Prämienverhandlungen und in vielen Gesprächen gezeigt."Ihr Wunschresultat für den UEFA-Cup?"Jetzt ein Unentschieden, dann daheim gegen Brügge am 1. Dezember gewinnen, somit wären wir auch im Frühjahr noch im internatioanlen Geschäft dabei. In dem Zusammenhang erlauben Sie mir eine Anmerkung über unser Trainerteam. Die letzten Monate waren für alle nicht leicht. Seit Juli haben wir 30 Pflichtspiele bestritten, dazu kommen noch die Länderspiel-Einsätze der Teamspieler. Klingt komisch, aber es war auch ein wichtiger Prozess für uns zu lernen, mit diesem Terminstress umzugehen. Aber das Trainerteam rund um Günter Kronsteiner und Lars Söndergaard hat mit seiner Routine alles perfekt hingebracht, im Frühjahr werden wir voll durchstarten."Letzte Frage: Im Marketing und Merchandising hat sich viel getan im letzten Jahr. Zufrieden?"Zufrieden darf man nie sein, es gibt immer etwas zu verbessern und man muss ständig hundertprozent leistung an den Tag legen. Aber etwa das Sindelar-Bonussystem hat sich exzellent entwickelt und auch mit dem GET-VIOLETT-Fanshop sind wir auf einem guten Weg. Bislang wurden seit der Eröffnung letzten November mehr als 500.000 Euro brutto umgesetzt und wir bieten ständig neue Artikel an. Violetten Weihnachten steht also nichts im Weg."Vielen Dank für das Gespräch.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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