05.08.2004, 00:00 Uhr

MARKUS SCHAFFER: UNSER MANN IN MARIUPOL

Markus Schaffer: Unser Mann in Mariupol

Der erste Kontakt! Was wie ein Titel eines Science-Fiction-Films klingt, ist tatsächlich nicht so weit hergeholt. Denn Markus Schaffer, im Normalfall der Teambetreuer des FK Austria MAGNA, düste gestern Vormittag gemeinsam mit Reiseleiter Gerhard Weber vom TUI ReiseCenter Wien IV nach Mariupol und konnte erstmals mit Klubvertretern von Mariupol Kontakt aufnehmen. Bislang ein Ding der Unmöglichkeit.Seit der Auslosung letzten Freitag schlugen nämlich alle Versuche fehl, mit unserem ukrainischen UEFA-Cup-Gegner zu telefonieren, ein Email zu schreiben oder auch nur ein Fax zu schicken bzw. eine Antwort zu bekommen. Das Schlimmste befürchtete Schaffer vor dem Abflug, der via Kiew und einem abenteuerlichen Flug von der Hauptstadt der Ukraine nach Mariupol an das Asowsche Meer gestern Abend seinen Lokalaugeschein startete. "Wenn ich hier alleine her geflogen wäre, ich wäre in den Flieger von Kiew nach Mariupol nicht eingestiegen", trommelte Schaffer durchs Telefon. "Extrem kleine Maschine, mit dem Servierwagen sind sie permanent bei den Sitzen angestoßen, weil der Boden so uneben war - ich wollte sofort wieder aussteigen."Er malte sich schon die Hölle in Mariupol aus, zeigte sich nach dem ersten Rundgang durch die fünftgrößte Stadt der Ukraine aber sehr angetan. "Sehr lieblich, viel schöner als Donezk etwa, die Wettertermperaturen sind angenehm warm." Auch von den Hotels konnte er nur gute Nachrichten übermitteln. Hieß es anfangs, dass es nur ein Hotel mit 25 Zimmern geben soll, so entpuppte sich Mariupol als nettes Städtchen mit mehreren Unterkünften. "Da finden wir bestimmt für alle etwas. Zumindest mit einem halbwegs westeuropäischen Standard."Auch die Klubvertreter geben sich äußerst freundlich, freuen sich schon riesig auf das Duell mit uns, überall hängen große Plakate, die Werbung für das Spiel am 12. August machen. "Man hat uns erzählt, dass das Stadion mit 14.500 Besuchern ausverkauft sein wird."Schiedsrichter der Partie wird übrigens der Litauer Paulius Malzinskas sein, in Wien pfeift der Schwede Martin Hansson.Amateuer-Sportdirektor Peter Stöger wird Mariupol am Samstag beobachten, der Klub spielt in Odessa. Schaffer ist noch bis morgen vor Ort und lotet bis dahin alles für unsere Reise aus. Auch, ob wir einen eigenen Koch mitnehmen müssen, wo Mannschaft und Fans wohnen werden etc.Eines jedenfalls ist nagelneu in Mariupol: Der Flughafen. Noch vor eineinhalb Jahren fiel der unter die Kategorie "Wellblechdach unter freiem Himmel", heute steht dort ein kleines Schmuckkästchen, das unsere Delegation am Mittwoch freundlich in Empfang nehmen wird.