13.08.2004, 00:00 Uhr

"MAN UNTERSCHÄTZT DEN UKRAINISCHEN FUßBALL"

"Man unterschätzt den ukrainischen Fußball"

Austrias Auftritt am Donnerstag in Mariupol. Er löste unterschiedliche Reaktionen aus. Ein Teil der mitgereisten Journalisten malte außer schwarz nur schwarz, sprach den Violetten fehlende Klasse für Europas Bühne gänzlich ab. Im Lager der Fans herrschte geteilte Meinung, die Experten, sprich: beide Trainer, stellten der Mannschaft ein passables Zeugnis aus.Nicht nur Günter Kronsteiner hob das Resultat und die gute Ausgangsposition für das Rückspiel nach dem 0:0 heraus, auch Mariupol-Coach Nikolai Pawlow erklärte: "Austria war gegenüber dem Pasching-Spiel stark verbessert, hat sich das Ergebnis hart erarbeitet. Für uns wird es jetzt sehr hart." Balsam auf den offenen Wunden von Kronsteiner. Auch Söndergaard wischt die Kommentare der Presse mit einem einzigen Hinweis beiseite: "Das Ergebnis ist gut. Der ukrainische Fußball ist weit besser, wird von vielen unterschätzt. Man muss sich nur die Europacup-Resultate von allen ansehen." Stimmt! Schachtjor Donezk knallt den FC Brügge mit 4:1 weg, Metalurgs Donezk bedient Tiraspol mit 3:0, Dnjeprpetrowsk betoniert Petrzalka auswärts mit 3:0 - 10:1 Tore, das spricht eindeutig für die Ukrainer und zeigt deren Stärke im Klubfußball.Söndergaard lobte die taktische Disziplin seiner Schützlinge, die ein typisches Europacup-Match erlebten. Mariupol legte wie von der Tarantel gestochen vor ausverkauftem Haus los, fiel mit Fortdauer des Spiels aber immer weiter zurück. "Die Spielweise war so, wie wir uns gewünscht haben. Klar hätten wir gerne das Auswärtstor geschossen, aber das 0:0 ist ein sehr gutes Ergebnis für das zweite Spiel."Dass vielleicht noch nicht jedes Rädchen in das andere übergreift, ist für Söndergaard normal: "Wir haben Spieler aus den verschiedensten Kulturen und Spielsystem geholt. Papac hat mit Kärnten zwar auch ein 4-4-2 gespielt, aber jedes 4-4-2 ist anders. Vachousek kommt von Marseille, dort wird technisch besser gespielt. Antonsson hat die schwedische Schule in sich, auf Sionko trifft dasselbe wie auf Papac zu. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit der Zeit immer besser werden, wir sind mit unseren Spielern absolut auf dem richtigen Weg."Im Hinblick auf das sonntägige Tirol-Spiel scheint sich die Personalsituation vielleicht ein wenig zu entschärfen, zumindest werden Wagner, Helstad und Troyansky ab heute wieder mit der Mannschaft trainieren, Gilewicz ist gesperrt.