ÖFB-Cup 04.06.2015, 00:32 Uhr
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TODESSTOß IN VERLÄNGERUNG - AUSTRIA VERLIERT CUPFINALE

Die Wiener Austria verlor das Cupfinale gegen Red Bull Salzburg mit 0:2. In einem lange spannenden Finale mussten sich die Veilchen erst in der Verlängerung durch Tore von Soriano und Pires geschlagen gegeben. Gulacsi sah für ein schweres Foul an David de Paula in der ersten Halbzeit die rote Karte.

© Bildagentur Zolles KG Todesstoß in Verlängerung - Austria verliert Cupfinale

Nach der Generalprobe am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum großen, violetten Saisonhighlight im Klagenfurter Wörthersee Stadion wieder. Andreas Ogris behielt die Variante mit Christian Ramsebner im defensiven Mittelfeld, diesmal neben Mario Leitgeb, bei. Patrizio Stronati kehrte in die Innenverteidigung zurück, Alexander Gorgon und David de Paula begannen auf den Flügelpositionen.

Red Bull Salzburg Trainer Adi Hütter vertraute seiner Stammelf, musste allerdings kurzfristig auf Stefan Ilsanker, der mit einer Oberschenkel-Verletzung ausfiel, verzichten. Duje Caleta-Car begann an seiner Stelle in der Innenverteidigung. Christian Schwegler zog sich beim Spiel gegen die Austria einen Bruch des Mittelfußknochen zu. Er wurde von Peter Ankersen ersetzt.

Keine Tore, aber Rot für Gulasci

Die Violetten, diesmal in den neuen, knallgelben Auswärtsdressen, fanden gut in das Spiel. Bereits in der ersten Minute durfte ein Eckball notiert werden, der allerdings nichts einbrachte. Den ersten gefährlichen Torschuss gaben die Bullen ab, Heinz Lindner hatte aber mit dem Schuss von Berisha (8.) ebensowenig Probleme wie bei einem Versuch von Soriano (10.). Nach einem Freistoß von Schmitz war Ramalho zur Stelle, sein Kopfball ging deutlich über das Tor (12.).

Auf den Rängen übernahmen die Austria-Fans das Kommando, am Spielfeld zusehends die Salzburger. Nach einer Flanke von Ankersen kam Berisha freistehend zum Kopfball, setzte den Ball aber zum Glück daneben (25.). Kurz darauf verletzte sich Bersiha am Kopf, bekam einen Turban verpasst und konnte weiterspielen. Minute 30: Alexander Gorgon setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte zur Mitte. Caleta-Car wehrte den Ball klar mit der Hand ab, den fälligen Elfmeter verweigerte Schiedsrichter Drachta.

Keita zog in der 35. Minute ab, der Ball ging aber über das Tor. Gorgon schickte mit einem genialen Pass David de Paula auf die Reise. Salzburg-Torhüter Gulacsi kam zu spät, räumte den Spanier brutal um und sah dafür völlig zu Recht die rote Karte (41.). Adi Hütter nahm Minamino aus dem Spiel und schickte Ersatztorhüter Walke ins Tor. Den fälligen Freistoß schoss Gorgon über das Gehäuse. Hektische 45 Minuten gingen mit einem 0:0 zu Ende.

An Spannung kaum zu überbieten

Für David de Paula war zur Pause das Spiel zu Ende, er musste mit Gehirnerschütterung ins Spital gebracht werden. Daniel Royer übernahm seinen Platz am linken Flügel. Die zweite Halbzeit begann mit einem Lattenknaller von Alexander Gorgon. Walke war geschlagen, ein paar Zentimeter fehlten zur violetten Führung (47.). Die Austria überließ Salzburg vorerst das Spiel, kam aber durch Markus Suttner zum nächsten Abschluss. Nach einem von ihm selbst getretenen Eckball kam der Kapitän nochmal zum Ball, Walke konnte den Schuss parieren.

Im Laufe der zweiten Halbzeit brachte Ogris James Holland für Mario Leitgeb sowie Philipp Zulechner für Alexander Gorgon. Die “Gelben” wurden immer dominanter. Holland übernahm auch gleich einen Abpraller direkt aus ca. 30 Meter, der Ball ging aber am Tor vorbei. Plötzlich wurde auch Salzburg wieder gefährlich, Heinz Linder fischte einen Schuss von Pires großartig aus der Ecke (83.). Beim anschließenden Eckball kam Hinteregger beinahe zum Einschuss, verfehlte aber den Ball. Den Matchball in der regulären Spielzeit vergab James Holland, sein Schlenzer vom Sechzehner verfehlte nur knapp sein Ziel. So ging es in die Verlängerung.

Die Entscheidung

Auch die Verlängerung eröffnete die Austria: Daniel Royer zog ab, Walke war zur Stelle und klärte zur Ecke (92.). Der Schock dann in Minute 95, die Austria verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball, Soriano zog auf und davon und netzte zum 0:1 ein (95.).

Nach einer kurz abgespielten Ecke brachte Grünwald den Ball zur Mitte, Marko Kvasina köpfelte in die Arme von Walke (98.). Nach einer weiteren Ecke herrschte Verwirrung im Salzburger Strafraum, Holland traf den Ball nicht richtig, Walke konnte klären (100.). Zulechner verpasste einen Stanglpass nur haarscharf (103.), die Austria drückte auf den Ausgleich. Royer, wunderbar von Grünwald freigespielt, schoss über das Tor (104.).

Danach revanchierte sich Royer, er legte auf Grünwald zurück. Unser Kärntner scheiterte allerdings zweimal an Walke (106.). Im Gegenzug dann die Entscheidung. Perfekter Pass von Quaschner auf Pires, der eiskalt an Heinz Lindner vorbei zum 0:2 einschob (108.). Alex Grünwald versuchte es nochmal, wieder scheiterte er an Walke (110.). Zulechner und Soriano schossen in der Nachspielzeit der Verlängerung daneben, es blieb beim 0:2.

FK Austria Wien - FC Red Bull Salzburg 0:2 n.V. (0:0, 0:0)

Austria: Lindner; Koch, Rotpuller, Stronati, Suttner; Ramsebner, Leitgeb (71. Holland); Gorgon (81. Zulechner), Grünwald, de Paula (46. Royer); Kvasina

Salzburg: Gulacsi; Ankersen, Caleta-Car, Hinteregger, Schmitz; Berisha (100. Quaschner), Ramalho, Keita, Minamino (43. Walke); Sabitzer (81. Pires), Soriano

Tore: Soriano (95.), Pires (108.)

Gelbe Karten: Ramsebner (66.), Holland (87.), Grünwald (90.), Rotpuller (120.+5); Ramalho (90.), Schmitz (93.), Pires (109.)

Gelb-rote Karte: Rotpuller (120.+8)

Rote Karte: Gulacsi (41.)

Wörthersee-Stadion Klagenfurt, Schiedsrichter Mag. Oliver Drachta, 16.000 Zuschauer