Profimannschaft 30.05.2018, 09:52 Uhr
© Bildagentur Zolles KG © Bildagentur Zolles KG

ALMER ÜBER DEN ABSCHIED UND DIE ZEIT NACH DER KARRIERE

Sein Name stand seit Oktober 2016 auf der Liste der Verletzten. Robert Almer zählte zu jenen Spielern, deren Vertrag mit dem FK Austria Wien am Saisonende 2017/18 auslief. Unser langjähriger Einser-Keeper nahm jetzt Abschied und sprach dabei über die Vorsorge nach dem Sport.

© Bildagentur Zolles KG Almer über den Abschied und die Zeit nach der Karriere

„Wenn man 34 Jahre ist und keinen Plan hat, was man nach der Karriere machen will – egal, ob man verletzungsbedingt aufhören muss oder ob man seine Laufbahn so beendet, - dann ist es einfach ganz wichtig auf diesen Tag X vorbereitet zu sein“, sagte der Steirer.

Er selbst hat relativ spät mit dem zweiten Bildungsweg begonnen. Es wäre besser, so betont Almer, schon früher damit zu starten. „Ich kann jeder Sportlerin und jedem Sportler nur ans Herz legen, sich ehestmöglich auf einen zweiten Weg zu konzentrieren“, erklärt der 33-fache ÖFB-A-Teamspieler. Deshalb forciert die Austria mit VIOLAFIT und mit dem Ballsportgymnasium Wien auch die Bildung bei ihren Spielerinnen und Spielern .

Verletzung in Rom als „Startsignal“ für zweiten Bildungsweg

Seine lange Verletzungspause, die am 20.10.2016 im Römer Olympia-Stadion ein ohne Fremdeinwirkung erlittener Kreuzbandriss im UEL-Gruppenspiel gegen AS Roma (3:3) erzwungen hatte, war quasi Roberts Startsignal. Neben der intensiven Reha startete er ein Studium an der FH Burgenland.

Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit der Österreichischen Sporthilfe für frühere und aktuelle Aktive. Was den Anwesenheitsplan und die Prüfungen betrifft, so werden sie flexibel gehandelt. „Es wird sehr individuell auf jeden Studierenden eingegangen, was ja aufgrund des Leistungssports auch notwendig ist“, erzählt Almer.

Mit dem ersten Studienabschnitt ist der Austrianer, der im Sommer 2016 bei der EM in Frankreich einziger heimischer Bundesliga-Spieler im ÖFB-Kader war und alle drei Gruppenspiele bestritten hat, bereits fertig. Der zweite Abschnitt läuft parallel mit der höchsten Torwarttrainer-Ausbildung mit, denn von seinen reichen Erfahrungen sollen auch andere profitieren.

Das sogenannte „UEFA-Torwart-Trainer-Diplom“, für das er sich auch in das Übungsprogramm unserer Akademie einbauen ließ, möchte Almer so schnell wie möglich abschließen. „Und dann werde ich schauen, ob ich in diesem Bereich etwas machen kann“, blickt er in die unmittelbare Zukunft.

„Trennungen von Klubs sind nicht so einfach“

In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, in welche Richtung es gehen wird. „Es kann durchaus passieren, dass ich im Sport bleibe. Ich muss jetzt entscheiden, ob es noch weitergeht oder ob ich als Torhüter aufhöre“, sagte Almer nach der offiziellen Verabschiedung am Sonntag in Wiener Neustadt.

Der routinierte Torhüter bedauerte, dass er zuletzt in eineinhalb Jahren wegen seiner Verletzung nichts für die Austria habe beitragen können. Natürlich war beim Abschied Wehmut dabei. Aber er ist schon öfters von einem Verein weggegangen, von den Violetten schon zum dritten Mal.

Trennungen seien stets nicht so einfach. „Besonders, wenn man so lange bei einem Verein war“, gesteht unser Ex-Kapitän.

Eindrucksvolle Karriere als Torhüter

Almer blickt auf eine sehr erfolgreiche Karriere als Aktiver zurück. Er bestritt für unsere Veilchen insgesamt 75 Pflichtspiele, erreichte dabei einen Punkteschnitt von 1,87 Zähler und hielt 23-mal seinen Kasten sauber.

Robert, der neben seinen 33 Einsätzen für das A-Nationalteam auch 32-mal in ÖFB-Nachwuchs-Auswahlen spielte und 2003 mit der U19 in Liechtenstein EM-Bronze gewann, holte 2009 mit der Austria den ÖFB-Cup und bestritt für uns auch insgesamt zwölf Europacup-Partien (Europa League). Außerdem spielte er viermal für den SV Mattersburg international (UEFA-Cup).

Im Sommer 2011 ging Almer nach Deutschland (Fortuna Düsseldorf, Energie Cottbus und Hannover 96), um im Sommer 2015 wieder zu den Violetten zurückzukehren. Jetzt steht dem Vater zweier Kinder (Tochter und Sohn) vielleicht die nächste Zäsur in seinem Leben bevor.

Die Austria-Familie sagt Danke für Vergangenes und alles Gute für die Zukunft!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 17 45
2. LASK 17 31
3. SKN St. Pölten 17 29
4. RZ Pellets WAC 17 26
5. FK Austria Wien 17 24
6. SK Puntigamer Sturm Graz 17 23
7. TSV Prolactal Hartberg 17 23
8. SK Rapid Wien 17 20
9. SV Mattersburg 17 19
10. FC Wacker Innsbruck 17 16
11. CASHPOINT SCR Altach 17 11
12. FC Flyeralarm Admira 17 11
» zur Gesamttabelle