Allgemeine News 17.03.2018, 16:50 Uhr
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KRAETSCHMER GEGEN „PYRO“-VERBOT UND WEITER FÜR DIALOG

Völlig überrascht hat Markus Kraetschmer auf die Ankündigung des in der Vorwoche bekannt gewordenen Erlasses des Innenministeriums reagiert, wonach Pyrotechnik in den heimischen Stadien, aber auch bei anderen Sportevents, in Kürze ganz verboten werden soll.

© Bildagentur Zolles KG Kraetschmer gegen „Pyro“-Verbot und weiter für Dialog

„Ich warne davor, dass man ad hoc Schnellschüsse macht und etwas, was in langen Dialogen und mühsam aufgebaut wurde, handstreichartig ohne Not- oder Anlassfall lösen will“, sagte der CEO der FK Austria Wien AG. Böller und Wurfgegenstände seien „No Gos“, dieses Problem würde durch diesen Erlass bzw. dessen Aufhebung aber in keiner Weise gelöst, sagt der 46-Jährige.

Zum Hintergrund: Seit 2009 gibt es eine gesetzliche Regelung, die grundsätzlich Bengalen verbietet, aber sinnvollerweise Ausnahmen für diverse Veranstaltungen, nicht nur im Sport (wie Alpinski Kitzbühel oder Schladming), zulässt. In Zukunft sollen „normale“ Fußballspiele plötzlich aber kein Anlass für eine Sonderregel sein.

„Thema wurde bisher sehr professionell behandelt“

Das ist nicht nur für Kraetschmer völlig unverständlich und überhaupt nicht nachvollziehbar. „Weil in der Vergangenheit an diesem Thema sehr professionell und gut gearbeitet wurde“, begründet der violette AG-Chef, der auch Vizepräsident und Aufsichtsrat der Bundesliga sowie Mitglied im Präsidium des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) ist.

Faktum ist, dass es in der heimischen Bundesliga bei allen Klubs viele aktive Fanklubs gibt. Mit diesen wird permanent der Dialog gesucht. „Auch wir bei der Austria sind in guten Gesprächen mit unseren Anhängerklubs“, erklärt Kraetschmer.

Austria-Fans, wissen, wenn sie Böller oder Kracher verwenden, die schwere Hörschäden nach sich ziehen können, und dabei erwischt werden, dass sie sofort mit einem Haus- und Stadionverbot belegt werden. Was die Verwendung von Pyrotechnik-Einsatz betrifft, habe die kontrollierte Regelung zuletzt bei unserem Klub, aber auch in ganz Österreich funktioniert.

„Gefährlich wird es dann, wenn diese Leuchtkörper unkontrolliert verwendet werden“, betont Kraetschmer. Er erinnerte an den Hit in der Champions League zwischen Paris SG und Real Madrid (1:2) am 6. März. Der Europaverband (UEFA) untersagt Bengalen bei ihren Wettbewerbsspielen streng.

„Aktuelle Regelung überaus sinnvoll und gut“

„Deswegen ist die Regel, die wir in Österreich gefunden haben, eine überaus sinnvolle und gute“, erklärt der violette Chef. In den heimischen Stadien werden in Fanbereichen Zonen geschaffen, wo vernünftig zu gewissen Zeitpunkten eine genehmigte Anzahl von Bengalen abgebrannt werden darf.

Dazu werden freilich begleitende Maßnahmen, wie die Bereitstellung von Löschkübel, über spezielle Ordner und Feuerwehrleuten, getroffen. „Daher glaube ich, dass es gut ist, dass es die aktuelle Regelung gibt. Es soll ein Miteinander sein, das sollte das Ziel aller sein“, meint Kraetschmer, der unmittelbar nach der Ankündigung zu der neuen Entwicklung ein langes Gespräch mit Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer führte.

Erlass ohne Gespräche mit Bundesliga vorbereitet

Was den Austria-Boss an dem nun initiierten Pyro-Verbot zusätzlich ärgert ist, dass man vorher mit der Bundesliga über die Entwicklung und Absicht der Politik, die „wir einfach nicht verstehen“, nicht geredet hat und welcher Weg der richtige sei. „Wir glauben, eine solche Ad-hoc-Entscheidung führt zu mehr Problemen.“

Es gebe Anderes, das man zuvor aufarbeiten sollte, erklärte Kraetschmer, der das aktuelle Pyrotechnik-System in Österreich als ein gutes bezeichnet. Mit diesem sei, so der Ex-Banker, in der Vergangenheit Ruhe eingekehrt. Mit dem Status quo könnten Fans, Klubs und das überwiegende Gros der Zuschauer in den Stadien sehr gut leben.

Erlass wird Thema der Bundesliga-Klubkonferenz

Gegen die neue Initiative seitens der Bundesregierung würde die Bundesliga natürlich gemeinsam auftreten, kündigte Kraetschmer an. Ligavorstand Ebenbauer hat eine entsprechende Faktensammlung aktualisiert und ist mit dem Ministerium und den Behörden bereits in Verbindung getreten.

„Wir haben am 19. März unsere Klubkonferenz, in der wir dieses Thema behandeln werden. Es wird einen Bericht zum Status Quo geben und wir werden natürlich alles, was in unseren Möglichkeiten steht versuchen, um ein Umdenken der Verantwortlichen zu erreichen“, sagt unser CEO. Er räumte aber ein, dass es ein Gesetz und dazu einen Erlass gibt, die dem Ministerium schnelles Handeln erlauben.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 10 30
2. SKN St. Pölten 10 21
3. LASK 10 20
4. FK Austria Wien 10 16
5. RZ Pellets WAC 10 14
6. SK Puntigamer Sturm Graz 10 13
7. SK Rapid Wien 10 12
8. SV Mattersburg 10 10
9. TSV Prolactal Hartberg 10 9
10. FC Wacker Innsbruck 10 9
11. CASHPOINT SCR Altach 10 8
12. FC Flyeralarm Admira 10 8
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