Profimannschaft 10.01.2018, 13:09 Uhr

STRONATI SIEHT EINE NEUE CHANCE

Schon an den ersten Trainingstagen im burgenländischen Sportzentrum VIVA in Steinbrunnn merkt man Abwehrmann Patrizio Stronati an, dass er während seines einjährigen Leihengagements in seiner Heimat viel gelernt hat. Beim tschechischen Erstligisten FK Mlada Boleslav ist er fußballerisch reifer geworden.

Stronati sieht eine neue Chance

Nicht nur auf dem Platz im Spiel mit dem Ball, sondern auch als Person wirkt er um einiges selbstbewusster. „Ich freue mich, dass ich wieder zurück bei der Austria-Familie bin. Das fühlt sich wirklich sehr gut an“, sagt „Sio“, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, in verständlichem Deutsch.

Die Zeit in der obersten Liga Tschechiens war sehr lehrreich für seine Entwicklung und jetzt wittert er violette Morgenluft. „Ich sehe meine neue Chance hier“, gibt sich der 1,92 m große und 90 kg schwere Hüne recht zuversichtlich, nachdem er mit Mlada u.a. in der UEFA-UEL-Quali Praxis gesammelt hat.

Seit seinem Abschied von den Veilchen im Jänner 2017 bestritt Stronati für den FK Mlada insgesamt 34 Pflichtspiele, die meisten über die volle Distanz, und erzielte dabei einen Treffer. „Ich bin durch die viele Einsatzzeit dort stärker geworden, habe mich physisch und mental stabilisiert“, meint Patrizio.

Habe die Veilchen von meiner Heimat aus immer verfolgt Stronati über die letzten 12 Monate

Seinen 18. und letzten Einsatz 2017 mit FK Mlada absolvierte er am 3. Dezember 2017 bei Sparta Prag. Sein Ex-Klub aus Mittelböhmen überwintert als Tabellenelfter. Während der Zeit in Tschechien hat der siebenfache Nachwuchs-Teamspieler die Veilchen nie aus den Augen verloren.

„Ich habe sie über die Medien immer verfolgt und im Fernsehen angeschaut. Ich weiß über alles Bescheid, bin informiert. Der sechste Tabellenplatz ist nicht gut, wird dem Anspruch der Austria nicht gerecht“, sagt der robuste, kopfball- und zweikampfstarke Innenverteidiger.

Aber er wisse auch, ergänzt er fast im selben Atemzug, dass diese Mannschaft viel stärker sei. Und er ruft gleich alle zur Bündelung der Kräfte im Frühjahr auf: “Wir müssen unbedingt einen Startplatz für die UEFA Europa League erreichen!“

Als Austria-Rückkehrer hat Stronati einen Vorteil. Unser Cheftrainer Thorsten Fink ist für ihn ein Altbekannter. „Ich hatte ihn eineinhalb Jahre, weiß daher wie er denkt, was er von uns Spielern will und ich kenne seine offensiven und defensiven Spielsysteme.“

Der zentrale Verteidiger brachte es als Austria-Profi seit Jänner 2015 auf bisher insgesamt 22 Pflichtspiele (1 Tor), davon zehn unter Fink. In der tipico-Bundesliga war er zuletzt gegen den ersten Gegner im neuen Jahr im Einsatz und der steht den Veilchen am 4. Februar (16:30 Uhr) in Hütteldorf gegenüber.

Stronati kann sich an sein letztes Derby erinnern, als wäre es gestern gespielt worden. „Es war am 23. Oktober 2016 im neuen Allianz-Stadion. Ich kam für Felipe Pires in den letzten vier Minuten zum Einsatz und wir haben 2:0 gewonnen“, sprudelt es aus dem früheren Derby-Sieger heraus.

Eine Woche brauche ich vielleicht zum Akklimatisieren, aber dann bin ich voll da Stronati erwartet keine Anpassungsschwierigkeiten

Er sei noch unbesiegt in der neuen Heimstätte des Lokalrivalen, und so solle es bleiben, merkt der Heimkehrer spitzbübisch hinzu. Unsere Fans hätten nichts dagegen. „Das erste Spiel und ein Derby noch dazu ist stets wichtig. Wir wollen den Sieg, der würde eine breite Brust machen“, wünscht er sich Zählbares.

Stronati, der bis 30.6.2018 einen Vertrag mit Option auf eine weitere Saison hat, wird bis zum Anpfiff in Hütteldorf bereit sein. Zum Trainingsstart am Montag hatte er gemeint: „Eine Woche brauche ich vielleicht zum Akklimatisieren, aber dann bin ich voll da!“ Seine Akkus sind voll aufgeladen, hatte er doch zwei Wochen länger Winterurlaub als alle Austrianer.

Nach dem Spiel bei Sparta Prag, seinem insgesamt 52. Einsatz (2 Tore) in der höchsten Liga Tschechiens, hat Patrizio ein paar Tage bei seinen Verwandten in Italien verbracht und flog am 12.12. mit seinen besten Freunden nach Miami zum Chillen. Stronati hat eine tschechische Mutter und einen italienischen Vater, der leider vor sechs Jahren verstorben ist.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 30 68
2. SK Puntigamer Sturm Graz 31 60
3. LASK 31 54
4. SK Rapid Wien 30 52
5. FC Flyeralarm Admira 30 46
6. FK Austria Wien 31 39
7. SV Mattersburg 31 39
8. CASHPOINT SCR Altach 30 34
9. RZ Pellets WAC 31 23
10. SKN St. Pölten 31 11
» zur Gesamttabelle