Europacup 21.11.2017, 09:19 Uhr
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KRAETSCHMER-INTERVIEW ÜBER DIE UEFA EUROPA LEAGUE

Die Entscheidung über die zwei Aufsteiger aus der Gruppe D der UEFA Europa League rückt näher. Vor dem fünften Spieltag trennen unsere drittplatzierten Veilchen nur vier Punkte von Spitzenreiter AC Milan. AG-Vorstand Markus Kraetschmer spricht über die spannende Ausgangslage und die violetten Chancen.

© Bildagentur Zolles KG Kraetschmer-Interview über die UEFA Europa League

Vor den Donnerstag-Spielen (ab 21:05 Uhr) AC Milan - FK Austria Wien (live auf Sky und Puls 4) sowie AEK Athen - HNK Rijeka ist in der UEL-Gruppe D noch alles möglich.

Der CEO, der kürzlich sein 20-jähriges Vereinsjubiläum feierte, hält es mit dem Lotto-Slogan „Alles ist möglich“, fügt aber das Wort „allerdings“ hinzu. Denn in den letzten vier Spielen ist das Rennen ums Überwintern im Europacup völlig offen.

Kraetschmer sprach im Interview über

... unsere Aufstiegschancen in der Gruppe: „Durch das tolle Spiel in Rijeka (Anmerk.: 4:1-Triumph) ist alles möglich. Allerdings ist es so, dass wir wohl schon darauf angewiesen sein werden, wie das Ergebnis AEK gegen Rijeka lauten wird.“

... die Notwendigkeit einer ähnlichen Leistung wie in Kroatien: „Wenn wir diesen Level nochmals in Mailand erreichen, dann haben wir eine große Chance, uns ein Gruppen-Finale daheim gegen AEK zu erarbeiten. Das wäre eine tolle Sache.“

... sehr hoch angesiedelten violetten Optimismus: „Klarerweise dürfen wir nicht dabei vergessen, dass wir in einer schwierigen Gruppe sind. AEK und Rijeka kommen aus der Champions-League-Quali, Milan hat im Sommer über 220 Mio. Euro in neue Spieler investiert. Wir werden sehen, was wir in Mailand erreichen und dann schauen wir mit einem Auge nach Athen.“

... einen Auftritt wie in Rijeka, den man gerne öfter sehen möchte: „Das will die ganze Austria-Familie. Da sieht man welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, wenn das Selbstvertrauen und die Leidenschaft passen.“

... die lange Verletztenliste mit bis zu zwölf Namen per Ende Oktober: „Darunter leiden wir in diesem Herbst. Wir haben einfach nicht die Breite im Kader. Umso höher ist eigentlich der Erfolg in Rijeka einzuschätzen.“

... über die bisherigen UEL-Einnahmen von insgesamt 3,315 Mio. Euro durch UEFA-Prämien aber ohne Marktpool, Kartenverkauf, Abrechnung der Reisekosten etc.: „Natürlich freut das den Finanz-AG-Vorstand. Das beweist die Wichtigkeit einer Teilnahme für den Klub an einem europäischen Wettbewerb.“

... über die Europacup-Teilnahme 2016/17: „Der Europacup hat uns vergangenes Jahr quasi ermöglicht, in die Gewinnzone zurückzukehren, zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Geschäftsjahren positiv zu bilanzieren.“

... über außerordentliche Abgänge in der Übertrittszeit im August, die ebenfalls Geld brachten: „Letztlich war die letztjährige Europacupsaison auch die Basis für die finanziell lukrativen Wechsel von Larry Kayode, Jens Stryger-Larsen und Petar Filipovic, die realisiert werden konnten.“

... über Mehrausgaben wegen des Auszugs aus der alten Generali-Arena: „Das war und ist eine schwierige Phase mit vielen Investitionen. Erhöhte Mehrkosten entstanden durch das temporäre Trainingszentrum in Steinbrunn, die Miete für das Happel-Stadion und andere diverse Einschränkungen.“

... über Einnahmen, die in der laufenden Saison noch winken: „Es könnten solche durch den einen oder anderen Punkt und den UEFA-Marktpool noch dazukommen. Daher ist es ganz, ganz wichtig auf dieser Europa-Bühne vertreten zu sein.“

... über künftige Europacup-Teilnahmen: „Das muss unser Ziel sein. Es ist aber auch klar, dass wir uns nach dem Out in der dritten UNIQA ÖFB Cup-Runde 2018/19 nur mehr über die Meisterschaft wieder qualifizieren können. Natürlich wollen wir auch in der neuen Generali-Arena gleich in einem UEFA-Bewerb antreten. Das ist der Anspruch der Austria, sportlich wie wirtschaftlich. Das ist immens wichtig, das belegen die heurigen Zahlen.“

Die Ausgangslage in der UEL-Gruppe D vor der fünften und vorletzten Runde am Donnerstag und mögliche Aufstiegsszenarien:

+) AC Milan (8 Punkte) als Erster ist noch nicht durch, kann aber mit einem Heimsieg fix im Wettbewerb überwintern.

+) Machen Austria und AEK gleichviele Punkte, steht den Violetten in Wien (7.12./19:00 Uhr) ein „Finale um den Aufstieg“ ins Haus.

+) Verliert die Austria in Mailand, dann müsste Rijeka zumindest einen Punkt aus Athen mitnehmen, damit die Aufstiegschance der Austria gewahrt wird. Kommen die Griechen nach einem Remis gegen Rijeka mit drei Zähler Vorsprung auf die Austria (derzeit 2) in den Prater, würde uns dennoch jeder Sieg reichen. Bei gleichen Punkten zählt nämlich das direkte Duell (erstes Spiele 2:2).

+) Gewinnt AEK Athen und die Austria nicht, dann ist Platz zwei außer Reichweite.             

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 20 44
2. FC Red Bull Salzburg 20 43
3. SK Rapid Wien 20 34
4. FC Flyeralarm Admira 20 31
5. LASK 20 27
6. FK Austria Wien 20 26
7. CASHPOINT SCR Altach 20 25
8. SV Mattersburg 20 21
9. RZ Pellets WAC 20 16
10. SKN St. Pölten 20 7
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