Profimannschaft 01.09.2017, 09:07 Uhr
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AUSTRIA-VORSTAND KRAETSCHMER ZIEHT ZUFRIEDEN ZWISCHENBILANZ

Zum zweiten Mal in Folge und heuer als einziger Wien-Vertreter spielt der FK Austria Wien in der Gruppenphase der UEFA Europa League mit. Nach den ersten elf Pflichtspielen der Saison bzw. in der 14-tägigen Länderspielpause zieht unser AG-Vorstand Markus Kraetschmer zufrieden Zwischenbilanz.

© Bildagentur Zolles KG Austria-Vorstand Kraetschmer zieht zufrieden Zwischenbilanz

Der 45-jährige CEO spricht dabei über die Gründe des Aufwärtstrends seit dem misslungenen Bundesliga-Saisonstart, lobt die Spieler, die Arbeit von Trainer Thorsten Fink mit seinem Team, blickt aber auch auf die Gruppenphase, spricht über Einnahmen, die in der UEL winken, die aktuellen Zu- und Abgänge, über Mo Kadiri und dankt Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

Die Veilchen sind wie 2016 wieder in der UEL-Gruppenphase. Welche Gefühle kommen bei Ihnen da auf?

AG-Vorstand Markus Kraetschmer: Wir sind alle überglücklich. Ich möchte der Mannschaft und dem kompletten Trainerteam in erster Linie gratulieren. Aber ich freue mich auch für alle Mitarbeiter und Funktionäre des Klubs und natürlich für unsere Fans. Ich bin sehr stolz in meiner Funktion als Austria-Vorstand auf diese Mannschaft und das Trainerteam. Ich gratuliere und danke auch Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Wir haben sehr intensiv gearbeitet im Transferfenster.

Der Einzug in die UEL-Gruppe war beim 0:1 gegen NK Osijek eine Nervenschlacht mit einem violetten Happy End. Wie sahen Sie das Match?

Wir haben hart kämpfen müssen und das nötige Glück gehabt, wir haben es auch erzwungen. Wir sind verdient aufgestiegen gegen ein sehr starkes Team, das auch in Zukunft von sich reden machen wird. Die Kroaten haben vorher immerhin PSV Eindhoven und den FC Luzern eliminiert. Und es sind namhafte Vereine wie Ajax Amsterdam, FC Brügge, Legia Warschau, Dinamo Zagreb oder Hajduk Split im Play-off ausgeschieden.

Die Saison hatte holprig mit vier siegloses Pflichtspielen begonnen, Sie haben vor dem Limassol-Rückspiel gegen AEL kritische Worte gebraucht. Warum haben diese gefruchtet?

Wir haben vom Start weg unsere Wunschtransfers realisieren können. Monschein mit vielen Nebengeräuschen engagiert, Friesenbichler fix verpflichtet, mit De Paula verlängert und mit Westermann einen Routinier für die Abwehr geholt. Und diese Mannschaft ist zusammengewachsen. Das ist das Tolle, das Thorsten Fink mit seinem Trainerteam und der Mannschaft geschafft hat. Sie sind von Woche zu Woche eine verschworene Einheit geworden.“

Nachdem sich Torschützenkönig Kayode sowie Filipovic und Stryger Larsen verabschieden haben und sich Grünwald nach Almer und Venuto auch noch verletzte, haben viele schon Schlimmes befürchtet. Sie auch?

Nein, Abgänge sind auch der Preis des Erfolges. Es ist auf der einen Seite eine Auszeichnung, wenn Spieler nach England, Italien oder zum türkischen Cupsieger wechseln können. Auf der anderen Seite haben die, die länger dabei sind, sich in ihre Aufgabe verbissen, Teamspirit entwickelt und sich jetzt selbst mit dem Gruppeneinzug belohnt.

Was sagen Sie zur starken Darbietung des Ghanaers Mohammed Kadiri gegen NK Osijek?

Für mich ist er ein Paradebeispiel. Er wurde lange unterschätzt, hatte es nicht leicht zum ersten Mal außerhalb Afrikas zu sein. Was der Bursche in St. Pölten gezeigt hat, war sensationell. Das ist nicht einfach, aber die Mannschaft hält zusammen, pusht sich gegenseitig.

Freude muss bei Ihnen auch über die fixen Einnahmen allein aus der Gruppenphase aufkommen oder?

Ja, wir haben die gleichen UEFA-Prämien wie vorige Saison. Als Startgeld in der Gruppe gibt es 2,6 Millionen und pro Punkt 120.000 Euro. Für den Gruppensieg und den Aufstieg gäbe es Sonderprämien. Es ist vor allem eine tolle Plattform für den gesamten Klub, aber auch für die Spieler. Ein Kayode, Filipovic, Stryger Larsen hätten ihre Transfers nicht gemacht, wenn sie nicht vorigen Herbst tolle Leistungen in diesem Bewerb geboten hätten.

Was bedeutet für Sie als Finanz-Vorstand der Einzug in die UEL-Gruppe?

Es freut mich vor allem für unsere Fans und für jeden einzelnen Spieler, wenn sie nun wieder eine solch große Bühne bekommen. Das ist in einer Situation, in der sich der Klub mit dem umgebauten Kader, dem Neubau der Generali-Arena und dem S.T.A.R.-Projekt befindet, extrem wichtig und tut gut. Auch aus diesem Grund bin ich sehr erleichtert. Weil wir damit als vorsichtige Kaufleute nicht geplant haben und es wirkliche Zusatzeinnahmen sind.

Wie schätzen Sie unsere Gegner und Chancen in der am 14.9. beginnenden Gruppe D mit AC Milan, HNK Rijeka und AEK Athen ein?

Da sind super Vereine dabei, wir werden große Fußballfeste in Wien erleben und für unsere Fans gibt es tolle und hoch attraktive Reisen durch Europa. Ein AC Milan, der diesen Sommer über 240 Mio. € in den Kader investiert hat, um zu alter Stärke zurückzukommen; Rijeka ist der kroatische Meister, der knapp am Einzug in die UCL gescheitert ist und durch Alex Gorgon einen Spieler mit einem ganz besonderen Austria-Bezug hat und auch AEK Athen ist seit vielen Jahren ein prominenter Vertreter Griechenlands in den UEFA Bewerben.

In der tipico-Bundesliga ist Länderspiel-Pause, geht es für uns erst am 9. und 17.9. mit zwei Heimspielen (WAC und SKN St. Pölten) weiter. Kommt die Unterbrechung zum richtigen Zeitpunkt?

Das Osijek-Match und die Wochen davor zehrten an der Substanz, aber die Burschen wussten, worum es ging. Wir wollen auch in der Meisterschaft dranbleiben. Wir haben uns zuletzt mit drei Siegen in Folge in eine gute Ausgangsposition gebracht. Jene Spieler, die nicht für Auswahlkader nominiert sind, haben es verdient, dass sie nach den intensiven Wochen seit Mitte Juli jetzt etwas durchblasen und die Akkus wieder aufladen können.

Mit dem 3:1 beim FC Admira haben wir den höchsten Auswärtssieg der 6. Runde gefeiert und sind nun Tabellendritter. Stimmt die Richtung?

Ja, die Mannschaft hat großes Selbstvertrauen, wächst mit der Aufgabe. Mit Jinhyun Lee kam zuletzt ein Spieler dazu, der gegen Admira mit einem Tor ein gelungenes Debüt gefeiert hat und mit dem man im Mittelfeld ein bisschen rotieren kann. Dazu haben wir mit Florian Klein einen Ex-Austrianer mit unglaublicher Erfahrung für uns gewinnen können. Gespannt bin ich vor allem wie sich Abdullahi Ibrahim Alhassan und Ruan Renato Bonifácio Augusto einfügen werden, da werden wir einige positive Überraschungen erleben.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 8 18
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. FK Austria Wien 8 14
4. LASK 8 12
5. FC Flyeralarm Admira 8 12
6. CASHPOINT SCR Altach 8 11
7. RZ Pellets WAC 8 11
8. SK Rapid Wien 8 10
9. SV Mattersburg 8 5
10. SKN St. Pölten 8 1
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