Profimannschaft 01.08.2017, 07:57 Uhr
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KRAETSCHMER FORDERT VON ALLEN „ANDERES AUFTRETEN AUF ZYPERN“

Der FK Austria Wien befindet sich zu Saisonbeginn in einer heiklen Phase. Die Veilchen sind vier Pflichtspiele sieglos und haben schwierige Aufgaben vor der Brust. Über die aktuelle Situation spricht unser CEO Markus Kraetschmer Klartext.

© Bildagentur Zolles KG Kraetschmer fordert von allen „anderes Auftreten auf Zypern“

Nach dem 2:3 gegen Sturm Graz am Sonntag und vor der Abreise am Dienstag zum Q3-Rückspiel in der UEFA Europa League gegen AEL Limassol (Mittwoch, 18:00 Uhr MEZ in Larnaka) stand der 45-Jährige in einem Interview Rede und Antwort.

Kraetschmer sprach dabei über die bisherigen violetten Auftritte, was sich unbedingt ändern muss, was er nach dem 0:0 im Heimspiel gegen AEL im Rückspiel erwartet, was ein Europacup-Ausscheiden für den Klub bedeuten würde und über das Wiener-Derby am Sonntag (16:30 Uhr) in Hütteldorf.

Was können wir Positives aus dem Spiel gegen Sturm nach Zypern mitnehmen?

Markus: Kraetschmer: Das einzige Positive ist, dass wir Tore erzielt haben. Aber wir müssen auf Zypern einfach ganz anders auftreten. Wir haben Sturm ja quasi eingeladen, drei Tore zu erzielen. Mit einem solchen Auftritt werden wir auf Zypern sicherlich keine Chance haben. Die ganze Mannschaft muss sich fokussieren. Es ist ein anderes Spiel, eine andere Herangehensweise erforderlich.

Wenn wir eine normale Leistung wie in der Vizemeister-Saison zeigen, müsste der Aufstieg aber durchaus möglich sein, oder?

Das Erreichen der nächsten Runde ist sicher möglich. Wir haben im Hinspiel aber gesehen, wie schwer es gegen diese Mannschaft ist. Sie steht kompakt, ist routiniert. Wir müssen jedoch unsere gesamte Einstellung wirklich hinterfragen, unbedingt ändern, viel konzentrierter an die Aufgabe herangehen. Und nicht dahinter verstecken, dass uns gegen Sturm in den letzten zehn Minuten zwei Tore, davon eines aus einem Elfer, gelungen sind. Sondern wir müssen eingestehen, unfassbar billige Tore kassiert zu haben.

Um nach 90 oder 120 Minuten den Aufstieg zu schaffen, müssen wir zumindest ein Tor erzielen. Der Gegner muss auch treffen, werden sich da mehr Räume für uns ergeben?

Das erwarte ich mir schon und wir werden auch unsere Torchancen vorfinden. Doch der Knackpunkt wird die Einstellung unserer Mannschaft sein. Es geht darum, wie wir dort auftreten, nämlich ganz anders als zuletzt.

Was würde der Aufstieg ins UEL-Play-off finanziell bedeuten?

Dass wir das, was wir im Budget geplant haben, erreicht haben. Das wäre wichtig für die Gesamtentwicklung des Klubs. Dafür müssen wir uns 90 oder 120 Minuten sehr, sehr anstrengen. Mit einer Leistung wie zuletzt werden wir in Larnaka den Aufstieg nicht schaffen.

Die UEFA-Geldquelle sprudelt erst in der UEL-Gruppenphase. Denken Sie als AG-Vorstand für die Finanzen schon daran?

Das steht für mich jetzt nicht im Mittelpunkt. Was mich beunruhigt ist die Art und Weise wie wir uns bisher präsentierten, das müssen wir schleunigst ändern. Tatsache ist, dass man erst in der Gruppenphase richtig Geld verdienen kann. Ausgaben haben wir ja jetzt schon, das Heimspiel im Happel-Stadion und die Reise nach Zypern sind mit hohen Kosten verbunden.

Am Sonntag steigt auswärts das Derby. Mit vier Punkten Rückstand auf den Stadtrivalen sind wir unter Druck. Welche Gedanken kommen bei Ihnen da für unser übernächstes Spiel auf?

Wir fahren wieder einmal in einer schwierigen Ausgangsposition nach Hütteldorf. Daran sind wir selbst schuld. Es wird nicht leicht, da Rapid natürlich einen Aufschwung hat. Das Match wird ausverkauft sein, eine sehr aggressive Stimmung gegen die Austria herrschen. Diese Suppe haben wir uns selbst eingebrockt, die müssen wir auslöffeln. Dazu müssen wir anders auftreten.