Profimannschaft 13.07.2017, 13:41 Uhr

FRIESENBICHLER: „CUP-ERFOLG AUCH FÜR LIGA-START WICHTIG“

Für Kevin Friesenbichler hat sich im Sommer 2017 einiges verändert. In privater und sportlicher Hinsicht. Am 2. Juni heiratete er seine Stephanie und am 1. Juli ist der Steirer, der seit zwei Jahren als Leihgabe von Benfica Lissabon bei uns spielte, zum fixen Bestandteil des FK Austria Wien geworden.

Friesenbichler: „Cup-Erfolg auch für Liga-Start wichtig“

Der Stürmer ist von Anfang an ein Wunschspieler unseres Cheftrainers Thorsten Fink gewesen. Wie der Deutsche wurde auch Kevin im Sommer 2015 zu den Violetten geholt. In den Tests vor dem Saisonauftakt 2017/18 am Freitag (17:30 Uhr/live ORF Sport+) in der ersten UNIQA-ÖFB-Cup-Runde beim ASK Ebreichsdorf hat „Friese“ seine Qualitäten wieder bewiesen.

Von den in den sechs Probegalopps erzielten 25 Austria-Treffern gingen allein neun auf das Konto des 23-Jährigen. Hat ihn die Heirat oder der Vertrag beflügelt? „Beides fühlt sich gut an, doch es wird mit dem, was auf dem Platz passiert, nicht allzu viel zu tun haben“, sagt Friesenbichler.

Mit dem Aufstieg von der Benfica-Leihgabe zum fixen Violetten fiel ihm natürlich ein riesiger Stein vom Herzen. Denn in den vergangenen zwei Jahren sei es zwischen den Klubs in langwierigen Verhandlungen über Verträge immer hin- und hergegangen.

„Diesmal ist es besser gelaufen, ist auch früher mit den Gesprächen begonnen worden. Das war der Grundstein, dass ich dann bleiben konnte“, erzählt unser „Neuner“. Sein Fokus ist aber längst schon auf das Cup-Spiel und den Gegner gerichtet.

Kevin vor 80. Pflichtspiel-Einsatz im FAK-Trikot
Da Larry Kayode erst später aus dem Urlaub zurückkehrte und der Torschützenkönig noch Trainingsrückstand hat, besitzt Kevin gute Chancen auf seinen 80. Einsatz im violetten Trikot!

Den Gegner kennt er ja auch bestens, begann er doch im Oktober im Cup-Achtelfinale gegen Ebreichsdorf und erzielte beim harterkämpften 5:4-Sieg nach Verlängerung das Tor zur 3:0-Führung und das wichtige 4:3 in der 101. Minute. „Wir müssen so spielen wie in der ersten Hälfte, nach der wir 2:0 geführt haben“, appelliert Friesenbichler.

„Konzentriert bleiben, unser Spiel durchziehen und das Wichtigste: stets bei der Sache sein“, lautet seine Marschroute auf dem Weg zum Erfolg. Man dürfe nicht wie damals ab der 70. Minute abschalten und glauben, man sei schon durch. Im Cup sei alles möglich, fügt der zweifache Vater mahnend hinzu.

„Alles so machen wie im Bundes- und EL-Spiel“
„Wir müssen alles so machen, als handelt es sich um ein Spiel in der Bundesliga oder in der Europa League – dann sollte nichts anbrennen“, sagt Friesenbichler. Ein Erfolgserlebnis in Niederösterreich wäre nämlich auch für den Liga-Start am 23. Juni (16:30 Uhr) in Altach von mentaler Bedeutung.

„Und nicht nur im Hinblick aufs Ländle, sondern auch auf die zwei weiteren Runden in der Meisterschaft und die EL-Qualifikation“, schielt Kevin auf die kommenden schweren Aufgaben. „Wenn wir im Cup verlieren, wird nicht jeder mit bestem Gefühl in die Liga reingehen“, vermutet unser Mittelstürmer.

Er versichert: „Aber diese Theorie haben wir gar nicht in unseren Köpfen!“ Man ist vielmehr auf die erste Aufgabe voll fokussiert. Und das ist auch gut so! Alle wissen, dass es ein schwieriges Spiel wird, da aller Anfang nicht immer leicht fällt, man nicht genau weiß, wo man steht.

Friesenbichler dazu: „Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und dazu gute Leistungen in den sechs Tests gezeigt“. Mit fünf Siegen und 25:4 Toren! Auf der Gegenseite steht nun eine Mannschaft, für die das Cup-Match gegen den Vizemeister und Rekordsieger in diesem Bewerb das „Match des Jahres“ ist. „Das sind komplett andere Voraussetzungen als bei Testspielen“, erklärt er.

Der Goalgetter hat in der Saison 2016/17 insgesamt 44 Einsätze in Pflichtspielen gehabt und in allen drei Bewerben (Liga 5, Cup 3, EL 2) getroffen. Und was hat er sich für das letzte Spieljahr vor der Liga-Aufstockung und dem letzten vor der Rückkehr in die neue Generali-Arena vorgenommen?

Kevin: „Will Stammspieler werden“
„Grundsätzlich will ich einmal Stammspieler werden“, kündigt er an. In den ersten zwei Saisonen war „Friese“ der Erste, der eingewechselt wurde oder bei einem Ausfall eines Spielers gespielt hat. „Diesen Ruf will ich loswerden. Ich will mich durchsetzen!“

Und wenn er einmal Stammspieler sei, wolle er viel öfter treffen. „Es hat noch nicht alles in den vergangenen zwei Jahren geklappt. Es soll diesmal viel besser werden“, nimmt sich der drittbeste Torschütze (21 Treffer) der Fink-Ära hinter Kayode (39) und Grünwald (26) fest für 2017/18 vor.

„Wir haben gute Konkurrenz im Angriff“
Und da wird es nach der Verpflichtung von Christoph Monschein ja nicht leichter für den Steirer. „Mit drei Stürmern haben wir ja noch nie gespielt. Vielleicht probiert’s der Trainer einmal“, sagt Kevin im Spaß, um gleich ernst zu werden: „Wir haben eine gute Konkurrenz, verstehen einander gut und haben viele anstrengende englische Wochen vor uns.“

Das 4-3-3-System, das im Defensivverbund zum 4-1-4-1 wird, und seit Ende voriger Saison praktiziert wird, findet auch Friesenbichler gut. Mit Tarkan Serbest habe man stets einen Mann vor der Abwehr gehabt, im Rückraum abgesichert und sei so kompakter gewesen.

„Und wir haben an Offensivkraft nichts verloren, die zweitmeisten Tore in der Meisterschaft erzielt. Unser Ziel mit Tarkan vor der Verteidigung besser zu stehen und weniger Torchancen des Gegners zuzulassen, ist uns sehr gut gelungen“, resümiert unser Angreifer.