Frauenfußball 13.06.2017, 08:39 Uhr
© Martina Schneeweiß © Martina Schneeweiß

AUSTRIA INTENSIVIERT KOOPERATION MIT LANDHAUS UND HAT VISIONEN

Die Fußball-Ehe zwischen FK Austria Wien und USC Landhaus ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Die kickenden Frauen in ihren violetten Dressen beendeten die Bundesliga-Saison nach einem tollen Frühjahr auf dem ausgezeichneten vierten Tabellenplatz. Und sie dürfen sich auf eine noch engere Kooperation mit den Veilchen freuen.

© Martina Schneeweiß Austria intensiviert Kooperation mit Landhaus und hat Visionen

„Wir werden die Zusammenarbeit im dirtten Jahr noch weiter intensivieren, indem wir erstmals Schülerinnen in unserem Sportgymnasium haben werden. Damit können wir mit ihnen noch professioneller arbeiten und für höhere Aufgaben vorbereiten“, kündigt Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer an.

Die vom FK Austria Wien mit den Vereinen Vienna DC Timberwolves (Basketball), SV Sokol/Post (Volleyball) und Vienna Vikings (Football) gegründete erste Wiener Ballsportakademie hat mit dem Ersten Wiener Ballsportgymnasium in der Erdbergstraße ein innovatives und einzigartiges Schulangebot - dies ist ein fünfjähriges ORG, das talentierten Spielern und Spielerinnen eine optimale duale Ausbildung ermöglicht. Dort hat heuer unter anderem Austria-Talent Dominik Prokop erfolgreich seine Matura abgelegt.

https://youtu.be/N-2mzk12qOc

Größte Studie über Frauenfußball bringt Positives

Frauen- und Mädchen-Fußball boomt längst auch in Österreich. Das bewies das ÖFB-A-Team, das sich erstmals für die heurige UEFA-EM-Endrunde in den Niederlanden (17.7. bis 6.8.) qualifiziert hat. Und das unterstreicht Ende Mai der Titelgewinn der Mädchen bei der ISF-Schul-WM in Prag.

Frauen-Fußball ist längst in der Gesellschaft angekommen. Aus einer neuen Studie, der größten dieser Art, durch den Kontinental-Verband, UEFA und Experten geht hervor, dass Fußball positivere Auswirkungen auf das Selbstvertrauen junger Frauen hat als andere Sportarten.

Die Untersuchung verspricht ermutigende Aussichten für den Frauenfußball, einen Sport, der in den kommenden Jahren in Europa mit einem enormen Wachstum rechnen könne. Kraetschmer freut, dass die Austria mit Landhaus einen Teil zu dieser Entwicklung beiträgt.

Kraetschmer: „Da wurde in den vergangenen Jahren viel bewegt“

„Man darf die jüngsten Erfolge nicht überbewerten, aber sie zeigen schon, dass in den vergangenen Jahren im Frauenfußball viel bewegt wurde“, sagt der 45-Jährige. Die Austria werde diesen Weg konsequent weitergehen und wolle in absehbarer Zeit ein eigenes Bundesliga-Team stellen.

Es ist eine violette Vision. „Wenn Austria draufsteht, dann muss auch Austria drinnen sein“, betont der Ex-Banker. Dann sei man ein Top-3-Team, das vielleicht einmal auch den überlegenen Serienmeister SKN St. Pölten angreifen könne. „Das heißt im Umkehrschluss, dass die Mädchen die Möglichkeit erhalten können, in der Champions League und dann in der neuen Generali-Arena zu spielen.“

© Martina Schneeweiß Das violette Frauenteam spielte eine tolle Frühjahrssaison.

Eine Austria-Frauen-Elf schon 2018/19?

Die Bildung und Entwicklung einer eigenen Austria-Mannschaft wird man sich genau anschauen, in dieser Sommerpause besprechen. „Ob es schon 2018/19 oder 2019/20 so weit sein kann, werden wir für uns im Verein in aller Ruhe analysieren und mit unserem Partner USC Landhaus intensiv besprechen“, erklärt Kraetschmer.

Dabei muss man auch auf die regulativen Bereiche achten, was gemeinsam mit unserem Partnerverein und dem Wiener Fußball-Verband und dessen Präsident Robert Sedlacek geprüft wird. „Wir werden uns die nötige Zeit geben, weil wir in diesen Bereich gesehen haben, dass eine kontinuierliche Entwicklung das Beste für die Mädchen ist.“

„Wir haben von Beginn an gesagt, es macht keinen Sinn und wir haben auch nicht die nötigen Kapazitäten dazu, um von null ein Frauen-Team aufzubauen“, sagt Kraetschmer, der USC weiter die Kooperationstreue halten will und den Partnerverein lobt.

Die Floridsdorferinnen, deren Anlage mit Hilfe der Austria adaptiert und modernisiert wurde, hätten unter dem sportlichen Leiter Walter Weiss und dem neuen Trainer Andreas Radakovits, welche beide vom FK Austria Wien eingesetzt und finanziert wurden, seit der Winterpause eine tolle Entwicklung genommen.

„Wir werden diese Kooperation sicher fortsetzen, weil im Unterbau sehr gute Arbeit geleistet wird und wir mit unserer Erfahrung im Profibereich an der Spitze das Projekt sehr positiv und kontinuierlich nach vorantreiben können“, skizziert Kraetschmer die Marschroute.

Der vierte Endrang in der Bundesliga-Tabelle, der zweite Platz in der Frühjahrstabelle ist ein sichtbares Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit. Dass die Austria dabei auch gewisse Personen stellen und sie natürlich auch bezahlen muss und will, liegt auf der Hand.

„Damit versuchen wir zwischen dem, was hier über viele Jahre mit viel Leidenschaft und Ambition mit dem Präsidenten Gerhard Traxler an der Spitze, aber eben im Amateurfußball aufgebaut wurde und der notwendigen Professionalität in den sportlichen Bereichen und der Vermarktung, die wir seitens des FK Austria Wien einbringen, eine Brücke zu schlagen. Diese Symbiose funktioniert sehr, sehr gut“, stellt Kraetschmer dem 1968 gegründeten Frauen-Rekordmeister ein gutes Zeugnis aus.