Profimannschaft 26.04.2017, 16:19 Uhr
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GRÜNWALD: „WIR SIND IN EINER GUTEN POSITION“

Zweiter Sieg im Westen Wiens, zweiter Platz in der Tabelle – der FK Austria Wien ist wieder voll da im „Kampf um Europa“! Die Veilchen starten aus der Pole Position in die wichtigen Duelle mit den unmittelbaren Konkurrenten SK Sturm Graz und SCR Altach. Am Samstag (16:00 Uhr) gastieren die Steirer im Happel-Stadion.

© Bildagentur Zolles KG Grünwald: „Wir sind in einer guten Position“

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„Sturm hat mehr Druck als wir, wir können da unser Polster auf fünf Zähler ausbauen. Das ist eher ein positiver Druck. Von dem her sind wir in einer guten Position“, sagt stellvertretend unser Kapitän Alexander Grünwald, der gegen Sturm (2:2 in Graz) erstmals in der Liga am 11.7.2007 im Finish zum Einsatz kam.

Mit den zwei Auswärtssiegen zuletzt in Mattersburg (3:0) und bei Rapid (2:0) habe man eine gesunde Portion Selbstvertrauen mitgenommen. „Dazu müssen wir aber dennoch Vollgas geben und alles dazutun, damit wir auf dieser Welle und dem zweiten Platz bleiben. Es kann ja auch ganz schnell in die andere Richtung gehen“, appelliert und warnt der Kärntner zugleich.

„Grüni“, der am Montag seinen 28. Geburtstag feiert, baut wie unser Sportdirektor Franz Wohlfahrt am Samstag im Prater auch auf die Fans. „Ich hoffe, dass sehr viele kommen und eine Kulisse schaffen, die es für unseren Gegner schwierig macht“, ruft der Offensivgeist die violetten Anhänger auf, die Veilchen anzufeuern.

Die Auswärtsspiele zuletzt hätten gezeigt, dass die Fans auch in sehr schwierigen Phasen die Mannschaft unterstützen und wirklich pushen, betont Grünwald und erinnert an den tollen Support in Mattersburg und zuletzt natürlich beim wichtigen 321. Derby in Hütteldorf.

Im Saisonfinish haben die Austria und Altach (am 7.Mai/16:30 Uhr in Vorarlberg unser übernächster Gegner) noch je drei Spiele in der Fremde, während Sturm viermal auswärts antreten muss. „Es sind noch sechs Runden und jedes Spiel ist wichtig“, betont „Grüni“.

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„Gegen Sturm und Altach Vorsprung erspielen!“

Dabei treffen die drei Europacup-Anwärter Austria, Sturm und Altach auch jeweils einmal in direkten Duellen aufeinander. „Gegen die unmittelbaren Konkurrenten könnten wir uns einen Vorsprung erspielen – das muss das Ziel der Austria sein“, gibt der Techniker die Marschroute aus.

Die Veilchen haben die Chance, schon in den kommenden zwei Spielen die Punkteanzahl aus der ganzen vorigen Saison (59 Zähler nach 36 Spielen) zu egalisieren! Und dass, obwohl sie im Herbst 2016 durch die UEFA Europa League zwölf Pflichtspiele mehr in den Beinen hatten.

„Von dem her sieht man, dass die Austria einiges richtig macht. Vor Mattersburg waren wir nicht so gut, aber genau für solche Momente zahlt es sich aus, hinter der Mannschaft zu stehen. Wenn es weiter so läuft, werden wir am Ende auch unser Ziel erreichen“, erklärt unser „Zehner“.

In der zweiten Hälfte in Mattersburg, in der Trainingswoche vor dem Rapid-Spiel und im Derby selbst hat Raphael Holzhauser eine offensivere Rolle eingenommen. Der Erfolg, die Art und Weise wie dieser zustande kam, gibt Cheftrainer Thorsten Fink und seinem Betreuerteam Recht.

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Kapitän Grünwald und Co. besuchten verletzten Venuto

„Wir sind variantenreicher, wenn wir so spielen. Wir haben jetzt zwei, drei Systeme, die die Mannschaft beherrscht und die je nach Gegner ausgerichtet werden. Man sah, dass wir sehr kompakt gestanden sind. Das könnte durchaus eine Variante für die Zukunft sein“, meint Grünwald.

Gegen den Stadtrivalen ist das Konzept voll aufgegangen. Leider wurde der Triumph durch die schwere Verletzung von Lucas Venuto getrübt. Der Schütze des schnellsten Derby-Treffers (22. Min) unter Fink hat sich 120 Sekunden nach seinem wichtigen Tor das Kreuzband im rechten Knie gerissen.

Die Spieler haben den Sieg dem „Pechvogel“ gewidmet, dem Brasilianer nach dem Abpfiff in der Kabine Trost und Mut zugesprochen und die ganze Mannschaft hat nach der MR-Untersuchung und der feststehende Diagnose nochmals per Handy geschrieben.

„Ich habe ihn im Spital besucht“, sagt Grünwald, dessen Beispiel viele andere Akteure folgten. Lucas braucht in diesen schweren Stunden Beistand, Aufmunterung und so wird er auch von seinen Kollegen nach dem Wochenende viele Kumpel wiedersehen und mit ihnen fachsimpeln. „Ich werde ihn auch mit meiner Erfahrung von drei Kreuzbandrissen unterstützen“, so der aktuelle Austria-Kapitän.  

Nach dem Besuch bei Venuto ist Grünwald wie alle anderen freilich wieder ganz auf die Partie gegen Sturm fokussiert. Dabei kann man fast nicht glauben, dass er als Austrianer noch nie gegen die „Blackies“ daheim getroffen hat. Als Spieler des SC Wr. Neustadt gelang ihm am 22.5.2011 mit einem Freistoß ein Heimtreffer, der aber nur zum Ehrentor (1:2) reichte.

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Grünwald als Austrianer noch ohne Ligaheimtor gegen Sturm

„Zeit wird’s“, sagt der Blondschopf auf diese Statistik angesprochen vor seinem insgesamt 25. Liga-Spiel (FAK und SCWN) gegen die Grazer (vier Tore/ein Assist). „Aber ganz ehrlich: Wenn so wie im Derby andere treffen und wir gewinnen, dann bin ich auch sehr zufrieden. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft gewinnen.“

Freilich hat Grünwald, der beim 4:0 am 18.2.2017 in Graz nach Venuto-Vorarbeit die wichtige 1:0-Führung erzielte, en passant persönliche Ziele. Er möchte auch national „zweistellig“ werden, nachdem er nach 41 Pflichtspielen 2016/17 bei 13 Toren und elf Assists hält.

In der aktuellen Liga brachte er es bisher in 30 Partien auf neun Treffer und sieben  Vorlagen, womit er seinen nationalen Rekord aus 2015/16 (33 Spiele 9/9) praktisch egalisiert hat. Grünwald, unser dienstältestes Veilchen hat insgesamt 217 Liga-Spiele (45/45), davon 156 (37/37) als Violetter, auf dem Buckel.