Profimannschaft 24.03.2017, 08:00 Uhr

TORHÜTER ROBERT ALMER IM GESPRÄCH

Der seit Oktober verletzte ‚Einser-Keeper‘ der Veilchen arbeitet in der Reha fleißig an seinem Comeback und trainiert aktuell auf einem speziellen Laufband. In der Länderspielpause wird Robert Almer, der regelmäßig in Kontakt mit Teamchef Marcel Koller steht, dem Nationalteam die Daumen drücken.

Torhüter Robert Almer im Gespräch
Hier mit Christoph Lichtenecker, Sportphysiotherapeut des FK Austria Wien

Vor der WM-Quali-Partie gegen Moldawien (Freitag, 20:45 Uhr) und dem Test gegen Finnland am Dienstag (20:45 Uhr) in Innsbruck spricht der Austria-Torhüter, der am Montag (20.3.) seinen 33. Geburtstag feierte, mit uns über das ÖFB-Team, seinen Reha-Stand, den Zeitpunkt des möglichen Comebacks, sowie über Skistar Anna Veith.

Wie siehst Du die Ausgangsposition für das Moldawien-Spiel?

Almer: „Man sollte nicht von einem Pflichtsieg reden, aber wenn du bei der WM 2018 in Russland dabei sein willst, dann sind eigentlich drei Punkte notwendig. Wir haben im Herbst nicht so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Nun gilt es, alle Kräfte zu bündeln und einen Sieg zu holen.“

Wirst Du wieder im Prater wie zuletzt der Austria beim 3:0 gegen den WAC die Daumen drücken?

„Es ist mir immer ein Anliegen, da dabei zu sein. Wenn man die Hymne hört, ist das stets etwas Besonderes. Gegen Finnland in Innsbruck ist es mir doch zu weit, zumal meine Reha stressig war und ist.“

Ist das Auslassen von Innsbruck dadurch bedingt, weil es sich um ein Freundschaftsspiel handelt?

„Nein, ich habe ja auch eine Familie, die hat in den vergangenen dreieinhalb bis vier Monaten gelitten, dass ich in Deutschland auf Reha war. Da versuche ich jede freie Minute, sofern ich eine habe, mit meiner Frau und meinen zwei Kindern zu verbringen.“

Hat sich ÖFB-Teamchef Marcel Koller bei Dir gemeldet und nach dem Genesungsfortschritt erkundigt?

„Wir sind natürlich regelmäßig in Kontakt. Ich habe ihn am 8. März im Zuge meiner Tormanntrainer-Ausbildung in Lindabrunn getroffen. Wir haben uns dort gemeinsam das U19-Länderspiel Österreich gegen die Slowakei angeschaut und kurz geplaudert. Nachdem ich drei Monate bei ÖFB-Physiotherapeut Mike Steverding in Herxheim war, wurde der Teamchef auch über diese Verbindung informiert.“

Hat Dir Koller auf dem langen und intensiven Weg zurück zur Fitness Mut zugesprochen?

„Das ist nicht unbedingt notwendig. Er hat sich nach dem Stand der Dinge, wie es bei mir ausschaut, erkundigt. Er hofft wie auch ich, dass ich so schnell wie möglich wieder zurückkehre. Den Kontakt aufrechtzuerhalten und der gegenseitige Austausch sind wichtig. Als ich in Deutschland zur Reha war, blieb ich mit dem Verein, mit Franz Wohlfahrt, Thorsten Fink und Franz Gruber auch stets in Verbindung.“

Apropos Reha! Wie geht es dir aktuell damit?

„Im Großen und Ganzen ist es schon ganz okay. Ich muss bei der Belastung aufpassen, nicht zu viel zu machen, da ja alles ziemlich beleidigt wurde. Ich muss weiter sehr behutsam aufbauen. Die vergangenen vier Monate sind sehr schnell vergangen, man muss wirklich jeden Tag nützen.“

Almer am Donnerstag beim Krafttraining in Steinbrunn

Wie sieht momentan Dein Alltag aus, was darfst Du machen?

„Es gibt viele Bereiche, die man trainieren kann. Wir haben in Steinbrunn ein spezielles Laufband, auf dem man das Körpergewicht reduzieren kann. Derzeit laufe ich darauf mit 50 Prozent meines Gewichts. Dazu kommen Kraft-, Stabilisations- sowie Gleichgewichtsübungen fürs Knie, damit ich wieder die Ansteuerung der Muskulatur weiterentwickeln und verbessern kann. Daneben sind Behandlungen notwendig.“

Und wie ist die Heilung nach der zweiten Knie-OP (kleinerer Eingriff am Menikus) Anfang Februar verlaufen?

„Es ist soweit in Ordnung, dass man spielen könnte. Aber klar merke ich, dass ich da vor mittlerweile eineinhalb Jahren auch eine relativ schwere Knieverletzung hatte. Die wird mich sicher ein ganzes Leben begleiten. Aber jetzt hoffe ich, dass es weiter aufwärts geht.“

Wo stehst Du momentan auf dem langen Weg zum Comeback?

„Es wäre ein Fehler zu sagen, ich will an einem bestimmten Tag wieder da sein. Ziel ist für mich einmal, im Sommer zu hundert Prozent fit in die Vorbereitung einsteigen zu können. Es könnte auch sein, dass es schon früher oder erst später geht. Das kann man bei einer solchen Verletzung nie genau sagen.“

Im heimischen Spitzensport war zuletzt Skistar Anna Veith ein gutes Beispiel, wie lange es dauern kann. Wirst Du daran erinnert?

„Sie ist ein gutes Beispiel. Anna hat nach ihrer Knieverletzung extrem lange benötigt und wurde jetzt wieder operiert. Ich glaube, man muss dem Körper Zeit geben, um sich zu hundert Prozent zu regenerieren. Beginnt man zu früh, kann es nach hinten losgehen.“  

Wie sieht der Fahrplan für die kommenden Monate bis Sommer aus?

„Das wird sich in den kommenden Wochen herausstellen, je nachdem wie sich das Knie entwickelt. Meine Familie spielt eine große Rolle, sie gibt mir viel Kraft. Der Aufenthalt in Deutschland ist immer sehr intensiv, ich war jetzt zwölf Wochen draußen. Es wäre mir lieber, wenn ich nicht wieder raus müsste.“

Stichwort Familie. Du wolltest mit ihr Anfang des Jahres einen kurzen Urlaub verbringen. War das im dichtgedrängten Programm möglich?

„Ja, Anfang Jänner war wir gemeinsam in einer Therme im Burgenland. Dort habe ich auch versucht, das Reha-Programm, das mir meine Therapeuten mitgegeben haben, fortzusetzen. Der Urlaub war auch für den Kopf wichtig, man kann sich von den Reha-Strapazen ausruhen und wird durch andere Dinge abgelenkt.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 15 34
2. SK Puntigamer Sturm Graz 15 32
3. SK Rapid Wien 15 29
4. FC Flyeralarm Admira 15 22
5. LASK 15 20
6. FK Austria Wien 15 19
7. CASHPOINT SCR Altach 15 16
8. RZ Pellets WAC 15 14
9. SV Mattersburg 15 14
10. SKN St. Pölten 15 4
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