Profimannschaft 09.03.2017, 13:24 Uhr
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KADIRI IST SEIT DEM RIED-MATCH ENDGÜLTIG ANGEKOMMEN

Beim 4:0 in Graz steuerte Abdul Kadiri Mohammed, der nur den zweiten Vornamen auf dem Trikot trägt, als Joker seinen ersten Assist bei. Gegen Altach und Ried stand der Ende August verpflichtete Ghanaer, den sie liebevoll ‚Mo‘ rufen, dann jeweils in der Startelf von Cheftrainer Thorsten Fink. Nun wartet das Heimspiel gegen den WAC (Samstag, 18:30 Uhr).

© Bildagentur Zolles KG Kadiri ist seit dem Ried-Match endgültig angekommen

Ticket-Infos für das Heimspiel gegen den WAC (Samstag, 18:30 Uhr)

„Er ist auf einem guten Weg. Ich bin mit ihm und seiner Entwicklung sehr zufrieden. So wie seine Einstellung ist und er momentan spielt, ist er ein guter Ersatz für die etatmäßigen Innenverteidiger Lukas Rotpuller und Petar Filipovic“, lobte Cheftrainer Thorsten Fink Kadiri, von dem er noch einiges erwartet: „Wir werden noch viel Freude mit ihm haben.“

Deshalb gleich Bäume in den Fußballhimmel wachsen zu lassen, das ist nicht die Sache der Deutschen. So wie Fink und sein Betreuerteam bisher den Legionär behutsam aufgebaut und herangeführt haben, so werden sie den Rohdiamanten auch in Zukunft begleiten. „Man sieht schon, dass er noch ein bisschen Zeit zur Eingewöhnung benötigt.“

Nach seinem Wechsel von FC Ashanti Gold nach Europa prasselt viel auf den Neuen ein. „Anderer Kontinent, andere Leute, andere Mentalität, andere Kultur, andere Umgebung, anderes Klima - das alles ist nicht so einfach, wenn man aus Afrika kommt“, gibt unser Trainer zu bedenken.

Geburtstagskind: „Haben wichtige Aufgabe vor uns“

„Mo“ feierte am vergangenen Dienstag seinen 21. Geburtstag und wünscht sich gegen den WAC am Samstag (18:30 Uhr) im Happel-Stadion den ersten Heimsieg 2017. „Wir haben eine wichtige Aufgabe vor uns“, sagt der Youngster.

Gerade mit Blick auf den Schlager am 19.3. in Salzburg (16:30 Uhr) sei ein Sieg am Samstag besonders wichtig: „Wir müssen gegen WAC gewinnen, um dann mit einer positiven Moral zu den Bullen reisen zu können.“ Platz zwei in der Tabelle sei möglich und am Saisonende das Ziel der Violetten, betont Kadiri, der schon als Bub mit dem Namen Austria Bekanntschaft machte.

Er möchte 2017 erstmals auch im Europacup spielen, nachdem er die violetten UEFA-Europa-League-Spiele im Herbst des Vorjahres als Zuschauer verfolgt hat. „Die Mannschaft und ich werden für eine neuerliche Teilnahme alles geben“, verspricht Kadiri, der den Brasilianer David Luiz als Vorbild und den FC Barcelona als seinen Traumklub nennt.

Mit Nigerianer Kayode einen Freund gefunden

Grund zur Freude hatte Kadiri zuletzt in Ried, wo er als Innenverteidiger zu den besten Veilchen zählte. Larry Kayode und der Ghanaer klopften sich nach dem Schlusspfiff gegenseitig auf die Schulter. „Er gratulierte mir als erster zu meiner Leistung und ich ihm zu seinem wunderschönen ersten Tor im Frühjahr“, erzählt der Abwehrspieler.

Mit Kayode verbindet Kadiri die Heimat in Westafrika, zu dem beide Länder gehören. Der Nigerianer, der in Wien im selben Haus unweit der Generali-Arena wohnt wie der 21-Jährige, hilft seinem Nachbarn bei der Eingewöhnung in einer neuen Welt, wo er kann. Die beiden fahren auch gemeinsam fast täglich mit einem Auto von Wien ins burgenländische VIVA-Sportzentrum in Steinbrunn.

Fink: „Schnell, athletisch, zweikampf- und kopfballstark“

Auf dem Rasen und im Alltag verständigt sich Kadiri auf Englisch. Parallel lernt er dazu die deutsche Sprache. Fink bezeichnet ihn als „ganz netten Jungen, der macht was der Trainer ihm sagt, nicht meckert.“

Vom fußballerischen Können charakterisiert Fink seinen Schützling, der Tanzen und Musik zu seinen Hobbys zählt, als schnellen, athletischen, zweikampf- und kopfballstarken Spieler, der auch die Spieleröffnung beherrsche. „Er kriegt weiterhin seine Chance, trotzdem muss er sich natürlich noch weiter steigern“, sagt der Chefcoach.

Gegen Altach hatte Kadiri in den ersten 45 Minuten für den gesperrten Tarkan Serbest auf der „Sechser“-Position gespielt, wechselte dann in die Innenverteidigung, wo ihn Fink in naher Zukunft auch eher sieht. „Ich fühle mich dort auch wohler, das ist meine Lieblingsposition“, betont auch Kadiri, der nach der Karriere einmal Trainer werden möchte.

In Ghana, so erzählt er und das wusste auch Fink, kam Kadiri auch oft als defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz. „Mein Coach setzte mich auf dieser Position deshalb ein, weil ich ein körperlich starker Spieler bin“, berichtet der Ghanaer.

Über seine Heimat und den Unterschied im Fußball

Den Unterschied zwischen dem Fußball in seiner Heimat und in Österreich hat er schnell erkannt. In Europa sei alles professioneller, hier werde schneller gespielt, seien mehr erfahrene Spieler, von denen er lernen könne.

Kadiri kam als Solist nach Österreich. Seine Familie, drei seiner fünf Brüder spielen auch Fußball, lebt in Obuasi, einer 150.000 Einwohner zählenden Stadt im Süden von Ghana.