Amateure 07.01.2017, 08:00 Uhr
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DAVID CANCOLA HAT BLUT GELECKT UND WILL JETZT NOCH MEHR

Der 20-Jährige, der im Herbst ein Leistungsträger der erfolgreichen Austria Amateure war, trainierte schon in der ersten Mannschaft mit und wird erstmals die gesamte Vorbereitung mit den Profis absolvieren. Im Interview spricht der "Sechser" u.a. über die Jungveilchen und erzählt von seinem Traum, in der Bundesliga in Violett aufzulaufen.

© Bildagentur Zolles KG David Cancola hat Blut geleckt und will jetzt noch mehr

Du hast in dieser Herbstsaison - mit Ausnahme der letzten Partie gegen Neusiedl - bei den Austria Amateuren immer gespielt. Du warst damit ein wichtiger Bestandteil der Erfolgstruppe, die als Erster der Regionalliga Ost überwintert. Wie hast du die Hinrunde erlebt?

David Cancola: Wir haben in dieser Saison einiges besser gemacht als in den letzten Jahren. Wir haben schon immer guten Fußball gespielt, aber jetzt haben wir auch regelmäßig gute Ergebnisse erzielt. Ich denke, dass das Mannschaftsgefüge und die gute Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern entscheidend war. Für mich persönlich ist das Wichtigste, dass ich die ganze Hinrunde ohne Verletzungen absolviert habe und regelmäßig meine Leistung bringen konnte.

Es scheint, als hättet ihr die perfekte Mischung zwischen ganz jungen und arrivierteren Spielern gefunden. Kann man da schon eine Führungsrolle einnehmen und den Spielern, die frisch von der U18 raufkommen, weiterhelfen?

Ich glaube, dass das eines unserer Erfolgsgeheimnisse ist. Es wird oft unterschätzt, wie wichtig es ist, dass sich die Spieler wohlfühlen. Deshalb haben wir von Anfang an versucht, allen ganz jungen Spielern zu zeigen, dass sie gebraucht werden und, dass jeder seine Rolle in der Mannschaft hat. Wir haben ja wirklich ein sehr junges Team - und einige davon sind schon in ganz jungen Jahren echte Leistungsträger.

Was kann euch Manuel Ortlechner als Kapitän und Führungsspieler mitgeben?

Er ist ein optimaler Führungsspieler, weil er einfach schon alles erlebt hat, was man im österreichischen Fußball erleben kann. Auch menschlich ist er ein sehr guter Typ und nicht nur für die ganz Jungen enorm wichtig, sondern vor allem auch für die ‚etwas Älteren‘, da wir von ihm lernen, wie man ein Team führt. In der Mannschaft schauen wir alle zu ihm auf.

Du hast im Herbst schon viele Wochen bei den Profis mittrainiert. Wie ist es für dich als junger Spieler, da voll mittrainieren zu können?

Keine Frage, das ist ein Traum. Jeder Spieler, der unsere Akademie absolviert, träumt davon, diese Chance zu bekommen. Und ich kann allen jungen Spielern schon jetzt sagen – die harte Arbeit und der Verzicht zahlen sich aus. Mir ist klar, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe bis ich mich selbst Bundesliga-Profi nennen kann, aber das „Dabeisein“ ist schon einmal richtig geil. Ich habe Blut geleckt und will es jetzt noch mehr.

Wie schwierig ist es für dich, unter der Woche mit der ersten Mannschaft zu trainieren und am Wochenende bei den Amateuren zu spielen. Oder sagst du – du kennst die meisten Jungs bei den Amateuren ohnehin sehr gut?

In meinem Fall ist es so, dass ich die Jungs in- und auswendig kenne. Die meisten Spieler sind gute Freunde von mir und wir sehen uns auch privat oft unter der Woche. Deshalb ist es dann am Wochenende beim Spiel so als wäre ich nie weg gewesen.

Bei den Jungveilchen spielst du auf der klassischen „Sechser“-Position. Fühlst du dich da am wohlsten, oder sagst du, ich könnte auch am Flügel oder in der Innenverteidigung spielen?

Ich denke, dass es zur Zeit die Position ist auf der ich mich am wohlsten fühle. Ich habe früher auch auf der „Achter“- oder „Zehner“-Position und manchmal auf dem Flügel gespielt. . Aber auch mein größtes Vorbild spielt als Sechser – deshalb passt das ganz gut.

Wer ist dein Vorbild?

Andrea Pirlo. Vor allem seine Ruhe am Ball, seine Spielintelligenz und seine Übersicht beeindrucken mich. Imponierend ist auch, wie er ein Team und ein Spiel führen kann, ohne viel herum zu gestikulieren oder laut zu werden. Er überzeugt einfach durch die Ruhe, die er ausstrahlt.

Du wirst jetzt erstmals die gesamte Vorbereitung mit der Kampfmannschaft mitmachen und auch auf Trainingslager mitfliegen. Wie groß ist die Vorfreude und auch die Motivation, sich dort zu beweisen und für zukünftige Aufgaben zu empfehlen?

Klar, Vorfreude und Motivation sind riesig. Auf die Ferien freue ich mich immer speziell, weil ich mich da mit meinem individuellen Training optimal auf die kommende Saison vorbereiten kann. Seitdem ich weiß, dass ich die Vorbereitung mit der ersten Mannschaft absolviere, bin ich natürlich noch motivierter und werde über die freien Tage noch härter an mir arbeiten. Ich will die Chance nützen und zeigen, dass ich zu Recht dort bin!