Profimannschaft 20.12.2016, 08:00 Uhr
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CO-TRAINER SEBASTIAN HAHN: „SIND AUF EINEM SEHR GUTEN WEG“

Während die Spieler nach dem Heimspiel gegen den SV Mattersburg ihren Urlaub antraten, hängt das Trainerteam des FK Austria Wien noch eine viertägige Analyse an. Nach 35 Pflichtspielen im violetten Herbst 2017 soll herausgearbeitet werden, in welchen Bereichen man sich noch steigern kann.

© Bildagentur Zolles KG Co-Trainer Sebastian Hahn: „Sind auf einem sehr guten Weg“

„Wir hatten sehr viele Spiele, da gibt es natürlich einiges aufzuarbeiten. Was war gut, was war besser und wo wollen wir uns im Frühjahr steigern“, sagt Sebastian Hahn, der Co von Chefcoach Thorsten Fink. Die Erkenntnisse der Analyse wolle man dann in die Vorbereitung, die am 9. Jänner mit den Leistungstests in der Akademie beginnt, einfließen lassen.

Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft muss besser werden

Fink denkt da an mehrere Dinge. „Wenn wir zurückliegen, dürfen wir nicht zu schnell, zu früh aufmachen, sondern müssen Ruhe bewahren und erst gegen Ende eines Spiels aufmachen“, sagt der Deutsche, wobei er in diesem Zusammenhang auch den jugendlichen Elan seiner Truppe ins Spiel bringt.

Weiteres möchte Fink trotz etlicher Zu-Null-Siege die Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft verbessern. Es gibt viele Bereiche, wo man noch den Hebel ansetzen kann. „Unsere offensiven Mittelfeldspieler müssen sich noch ein bisschen anders verhalten“, erklärt der „Chef“.

Thorsten Fink geht mit gutem Beispiel voran

Fink-Resümee: „Ziele erreicht, können zufrieden sein“

Im Großen und Ganzen sei 2016 ein tolles, spannendes Jahr gewesen, bilanziert Fink und betont: „Wir haben alles Ziele erreicht, die wir uns vorgenommen hatten. Man darf nicht nur einzelne Spiele betrachten. Wir können zufrieden sein!“

Zu Recht, denn die Austria hat im Sommer als Ligadritter ein Europacup-Comeback gegeben, sich für die Gruppenphase der UEFA Europa League qualifiziert und national im Herbst mit 37 Punkten die Ausbeute vom Vergleichszeitraum 2015 (35) übertroffen. Dass wir dabei heuer zwölf EC-Partien mehr bestritten, wertet das Ergebnis noch mehr auf.

Fragt man „Seb“ spontan nach dem Positiven im Herbst, streicht der Co-Trainer vor allem die Konstanz der jungen Mannschaft hervor: „Wir stellten in der Gruppenphase das zweitjüngste Team hinter Ajax Amsterdam und das jüngste in der Meisterschaft“, betont Hahn mit berechtigtem Stolz.

"Im neuen Jahr schauen wir, was alles möglich ist"

Das sei eine überaus erfreuliche Überraschung, außerdem sei es schön zu beobachten gewesen, wie sich unsere jungen Spieler weiterentwickelt haben. „Ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg“, meint der Deutsche, nachdem unser erstes Europacup-Überwintern seit 2004/05 erst im elften (1:2 Astra Giurgiu) und zwölften EL-Spiel (2:3 in Pilsen) aus der Hand gegeben wurde.

Das internationale knock-out, das man am sechsten und letzten Spieltag sowie als letzter ÖFB-Klub im Bewerb hinnehmen musste, schmerzt Hahn, die Spieler und die Fans ebenso wie den Chef. Fink sprach nach Pilsen von „der bittersten Niederlage seit ich bei der Austria bin“. Der Ex-Bayern-Spieler fügte aber hinzu, dass er ein Stehauf-Männchen sei.

Daher ist der Blick im Austria-Lager längst wieder nach vorne gerichtet. „Im neuen Jahr schauen wir, was mit diesem jungen Team alles möglich ist“, blickt Hahn, der 1992 mit Deutschland U16-Europameister wurde, zuversichtlich in die Zukunft. Man wolle durch gute und harte Arbeit immer das Maximum erreichen.

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Spielanalyst Kai-Norman Schulz, die beiden Co-Trainer Nestor El Maestro und Sebastian Hahn, sowie Chefcoach Thorsten Fink (v.l.n.r.) © Bildagentur Zolles KG

Hahn zur Vertragsverlängerung der Trainer: „Es entsteht Gutes!“

Hahn bereut es keine Sekunde, im Sommer 2015 zu den Veilchen gekommen zu sein. Wien sei eine tolle Stadt, die Austria ein toller Verein. Seitdem Fink, Hahn und Co. das Trainerteam der Veilchen bilden, geht es sportlich wieder aufwärts. „Wir wollen Kontinuität, die haben wir gezeigt und deshalb hat auch das komplette Trainerteam bis 2019 die Verträge verlängert. Weil etwas Gutes entsteht, wir eine tolle Aufgabe vor uns haben“, erklärt „Seb“.

Man versuche, die Mannschaft jeden Tag besser zu machen, den Verein zu unterstützen, um noch bessere als die bestehenden Strukturen zu schaffen. „Es ist ein super Team, es ist schön davon ein Bestandteil zu sein“, sagt Hahn. Im ganzen Trainer-Team sei auch die Vorfreude auf die neue Generali-Arena groß: „Es ist immer etwas Schönes, wenn man in ein neues Stadion einzieht.“

Nicht nur der Klub und die Mannschaft haben es dem ehemaligen Kicker (Hansa Rostock, Bayer Uerdingen, RW Essen) angetan. „Wir haben ein absolut geiles Trainerteam, in dem wir jede Menge Freude und Spaß haben, aber manchmal auch ganz ernsthaft und intensiv über viele Dinge diskutieren“, berichtet der Co über das Verhältnis mit seinen Kollegen.

Mit Hahn hat die Austria einen Fink-Assistenten mit A-Trainerlizenz verpflichtet, der sozusagen einen neuen violetten Anhänger mitgebracht hat. Der kleine Finn Luca ist ein großer Fan von Holzhauser, Grünwald, Kayode und Serbest. „Er hat schon jedem erzählt, dass er im kommenden Frühjahr seinen fünften Geburtstag in Wien feiern wird und die vier Spieler eingeladen hat“, verrät der Papa über seinen Sohn, den er nicht trainiert. Solange sein Spross, ein Linksfuß, Spaß am Fußball habe, sei das okay.