Profimannschaft 16.11.2016, 13:51 Uhr
© Bildagentur Zolles KG © Bildagentur Zolles KG

PENTZ: „WOLLEN DRUCK AUF DIE RIVALEN ERZEUGEN“

Torhüter Patrick Pentz spricht über seine Rolle als Nummer zwei hinter „Ossi“ Hadzikic, lobt Robert Almer und analysiert die Ausgangsposition vor dem Bundesliga-Spiel gegen Ried.

© Bildagentur Zolles KG Pentz: „Wollen Druck auf die Rivalen erzeugen“
© Bildagentur Zolles KG
"Robert hat eine Vorbildfunktion." © Bildagentur Zolles KG

Im Sommer 2013 von der AKA Salzburg geholt, gehört Patrick Pentz seit 1. Juli 2015 dem Kader der Kampfmannschaft des FK Austria Wien an und hat sich inzwischen als Nummer drei etabliert. Aktuell ist der Blondschopf sogar hinter Osman Hadzikic unsere Nummer zwei.

„Ich freue mich, momentan der Zweier zu sein“, sagt der Youngster und denkt dabei aber auch an ÖFB-Teamkeeper Robert Almer, der wegen seiner in Rom erlittenen Knieverletzung lange außer Gefecht ist. „Für ihn tut es mir sehr leid, wir vermissen ihn“, gibt Pentz zu.

Robert bringe viel Spaß ins Training, er strahle Ruhe aus, man könne sich wirklich viel von ihm abschauen. „Er hat für uns Jungen eine Vorbildfunktion“, erzählt „Pentzi“. Almer, der vor etwa einem Jahr schon eine schwere Verletzung hatte, arbeitet im Hintergrund an seinem Comeback.

© Bildagentur Zolles KG
Pentz, Casali, Hadzikic und Gruber (v.l.n.r.) © Bildagentur Zolles KG

Für den Fall der Fälle gerüstet

Tormanntrainer Franz Gruber, Osman Hadzikic, Patrick Pentz und Co haben die Nummer eins zuletzt nicht so oft gesehen. „Wenn er da ist, dann meist bei den Physiotherapeuten, aber nicht auf dem Platz. Er ist auch im Kopf ganz stark, weiß, wie er am schnellsten wieder in Form kommt“, sagt Pentz.

Cheftrainer Thorsten Fink hatte nach der tollen Leistung von Hadzikic im Derby gegen Rapid gemeint, dass ihn Manager nicht mehr wegen eines Ersatz-Tormanns für Almer anrufen müssten. Unser Coach benötigt keinen, hat er doch in Pentz mehr als ein Backup für den Fall der Fälle.

© Bildagentur Zolles KG
Debüt gegen Sturm Graz © Bildagentur Zolles KG

„Meine Chance wird sicher noch kommen“

Der 19-jährige Salzburger gratuliert dem aktuellen Einser: „Der Ossi hat es bisher super gemacht, agiert solide, sehr konstant. Meine Chance wird sicher noch kommen.“ Pentz, der stets gut gelaunt, positiv ist, immer mit einem Lächeln durchs Leben geht, ist ja noch jung und blickt frohen Mutes in die Zukunft.

Als Grund, dass er im vergangenen Jahr einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung vorwärts getan hat, nennt er harte Arbeit in jedem Training - auch schon während seiner Zeit bei den Amateuren. Er habe bei jeder Gelegenheit probiert, sich für die Kampfmannschaft zu empfehlen. Vor einem Jahr ist ihm die Aufnahme in den Profi-Kader gelungen.

Danach fand Pentz als Nummer zwei öfters Aufnahme in das 18-Mann-Aufgebot für Spiele, durfte reinschnuppern. Am 15. Mai 2016 gab er in der letzten Runde der Vorsaison daheim gegen Sturm Graz sein Debüt in der tipico-Bundesliga. Und das gleich in der Startelf und ohne ein Gegentor (3:0) kassiert zu haben! Bisher saß der junge Keeper insgesamt 25-mal auf der Bank.

Im ÖFB-Samsung-Cup brachte er es bisher auf je zwei Bankplätze und Einsätze auswärts über jeweils 120 Minuten (3:1 gegen Vienna und 5:4 gegen ASK Ebreichsdorf). Am Samstag (18:30 Uhr) im Happel-Stadion gegen SV Ried wird Pentz wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Er ist jederzeit für einen weiteren Einsatz bereit. Wie alle Spieler, die während der zweiwöchigen Liga-Pause wegen der Länderspiele zu keiner Auswahl einrücken mussten, hatte der Goalie zweieinhalb Tage frei, um abzuschalten und die Akkus zu laden. Das 1:5 zuletzt in Altach ist aufgearbeitet und abgeschlossen worden.

© Bildagentur Zolles KG
"Wir überwintern auf Platz zwei!" © Bildagentur Zolles KG

„Die drei Punkte sollen in Wien bleiben!“

Jetzt lautet die violette Devise: Neues Spiel, neue Chance. „Es ist wichtig, dass die drei Punkte in Wien bleiben, um damit in der Tabelle Druck auf die Rivalen erzeugen zu können“, betont Pentz vor dem wichtigen Duell mit den Riedern. Wichtig deshalb, weil am Donnerstag (21:05 Uhr) ebenfalls im Prater gegen Astra Giurgiu das „Endspiel“ um den Aufstieg in die UEFA-Europa-League-Ko.-Runde folgt.

Mit einem Erfolg über die Rieder wolle man sich vorher neues Selbstvertrauen für die Aufgabe gegen den rumänischen Meister holen. Die volle Konzentration liegt daher auf der Ried-Partie. In diesem Jahr stehen noch sechs Liga-Matches an. Auf die Frage, auf welchem Tabellenplatz die Austria ins neue Jahr rutschen werde, antwortet Pentz: „Sicher auf Rang zwei!“

Vor der 15. Liga-Runde sind die Veilchen punktegleich mit Meistert RB Salzburg Vierter mit vier Zählern Rückstand auf Sturm Graz und SCR Altach. Die Steirer empfangen ebenfalls am Samstag die Vorarlberger und die Salzburger haben am Sonntag den Fünften aus Hütteldorf zu Gast. Die Violetten haben daher gute Chancen, sich tabellarisch zu verbessern.

Pentz legt Extraschichten ein und nennt Vorbild

Besser werden, das will die Austria und das will auch Patrick Pentz, der derzeit mit Athletiktrainer Niko Vidovic „ein sehr strenges Programm“ durchzieht. „Ich habe ihm gesagt, ich muss so explosiv und spritzig werden wie Yann Sommer, wie mein Vorbild“, erzählt Patrick (1,82 m) über den Schweizer, der fast gleichgroß (1,83 m) ist.

Der Blondschopf möchte dorthin kommen, wo Sommer sich befindet. Der Eidgenosse ist Legionär des deutschen Bundesliga-Spitzenklubs Borussia Mönchengladbach, Nationalteam-Keeper sowie in seiner Heimat vierfacher Meister und doppelter Cupsieger mit dem FC Basel. Pentz ist erst 19, Sommer 27 Jahre.