Europacup 27.09.2016, 15:27 Uhr

MIT VIKTORIA PILSEN KOMMT EIN HARTER BROCKEN INS HAPPEL-OVAL

Am Donnerstag (21:05 Uhr) empfängt der FK Austria Wien als Tabellenführer der Gruppe E der UEFA Europa League den tschechischen Meister. Statistisches, Wissenswertes und Historisches über den kommenden Gegner der Veilchen.

Mit Viktoria Pilsen kommt ein harter Brocken ins Happel-Oval

Der Auftakt in die UEFA-Europa-League-Gruppenphase war mit dem 3:2 am 15. September in Bukarest gegen Astra Giurgiu erfreulich und verheißungsvoll. Mit diesem Sieg setzte sich der FK Austria Wien nach der ersten von insgesamt sechs Runden an die Spitze der Gruppe E, da das Match zwischen Viktoria Pilsen und AS Roma mit einem 1:1-Remis endete.  

Mit dem FC Viktoria Pilsen, bei dem einst im Nachwuchs die Fußball-Ikonen Pavel Nedved und Petr Czech kickten, gastiert am Donnerstag der mit Abstand erfolgreichste tschechische Klub der vergangenen sechs Jahre in Wien.

Die Mannschaft holte 2011 ihren ersten von insgesamt vier Meistertiteln und schlug auch 2013,2015 und 2016 zu. 2012 schaffte der dreifache Supercupsieger immerhin Platz drei (Erster war Slovan Liberec) und musste sich 2014 nur Rekordmeister Sparta Prag (12 Titel) geschlagen geben.

Die Geschichte des ebenfalls 1911 gegründeten Vereins

Obendrein gewann Pilsen 2010 den tschechischen Pokal, den der Klub auch schon 1971, damals sogar als Absteiger, errungen hatte. Im Finale um den tschechoslowakischen Cuptitel unterlag Viktoria allerdings unter dem Namen Skoda Pilsen  dem damaligen CSSR-Doublesieger Spartak Trnava klar (Gesamt 2:7). Im Folgejahr war im Cup der Cupsieger gegen den FC Bayern München (1:7) Endstation.  

Der noch in der k. und k.-Monarchie 1911 als SK Viktoria Pilsen gegründete Verein war nach dem Zweiten Weltkrieg mehrmals umbenannt worden, ehe er 1992 wieder zum diesmal FC Viktoria Pilsen wurde. Bis zu seiner Titelsammlung in jüngerer Zeit waren in der Meisterschaft zwei dritte Ränge (1933 und 1947) die besten Platzierungen gewesen.

Allerdings war Pilsen auch immer wieder zweitklassig. So qualifizierte sich der SC Viktoria 1993 als Dritter der zweiten Liga für das nach der Trennung von der Slowakei neu installierte tschechische Oberhaus. Im folgenden Jahrzehnt musste der Klub aber immer wieder absteigen. Den Charakter einer Fahrstuhlmannschaft legte Viktoria seit 2005 ab, die großen Erfolge stellten sich aber erst mit der Saison 2009/10 ein.

Seit 2010 ununterbrochen im Europacup vertreten

Zweimal erreichte Viktoria Pilsen bisher die UEFA-Champions-League-Gruppenphase (2011/12 und 2013/14) und durfte dann jeweils in der UEFA Europa League weiterspielen, schied aber in der Zwischenrunde gegen Schalke (1:1 h, 1:3 n.V. a) bzw. im Achtelfinale gegen Olympique Lyon (1:4 a, 2:1 h) aus.

2015/16 und 2016/17 scheiterten die Tschechen schon vor der UCL-Gruppenphase, heuer im Play-off gegen Ludogorez Rasgrad/Bulgarien mit 0:2 (a), 2:2 (h). Wegen rassistischer Äußerungen aus dem Publikum wurden zwei Stadion-Sektoren, die normalerweise den harten Kern der Pilsen-Fans beherbergen, für das Roma-Match gesperrt.    

Eindrucksvoll trumpfte Pilsen in der UEFA Europa League 2012/13 auf, als der Klub die Gruppe B mit 13 Punkten vor Atlético Madrid (12) für sich entschied. In der Zwischenrunde fertigten die Pilsener den SSC Napoli mit 3:0 (a) und 2:0 (h) ab, ehe dann im Achtelfinale gegen Fenerbahce mit 0:1 (h) und 1:1 (a) Endstation war.

Nationalteamspieler in den Reihen von Pilsen

In der nationalen Punktejagd feierte Viktoria Pilsen nach einem eher mäßigen Start nun vier Siege in Folge. Den bisher letzten am Samstag mit 1:0 beim FC Teplice. Das entscheidende Tor erzielte Marek Bakos nach Pass von Petrzela. Die einzige Niederlage kassierte Viktoria gegen den aktuellen Tabellenführer FC Zlin (0:2, h).

Im aktuellen Viktoria-Kader befinden sich sechs slowakische Legionäre, darunter mit Torhüter Matus Kozacik und Stürmer Michael Duris aktuelle Nationalspieler. Dies trifft auch auf den Albaner Ergys Kace (kam bei der EM gegen die Schweiz zu 30 Minuten Spielzeit) zu. Die Mittelfeldakteure Tomas Horava und Jan Kopic gehören dem aktuellen tschechischen Team an.

Im letzten Spiel gegen den FK Teplice spielte folgende Elf: Kocacik – Mateju, Hejda, Hubnik, Limbersky – Petrzela (87. Reznik), Kace, Horava, Zeman – Duris (57. Poznan), Bakos (75. Hrosovsky).

Austria gegen tschechische Klubs im Europacup ausgeglichen

Im Europacup trafen die Violetten erst drei Mal auf tschechische Klubs. 2006/07 unterlag unsere Elf im UEFA-Cup Sparta Prag im Happel-Stadion mit 0:1. 2007/08 eliminierten wir ebenfalls im UEFA-Cup in der 2. Quali-Runde den FK Jablonec nach einem 4:3 im Horr-Stadion (Tore: Kuljic 2, Ertl, Lasnik) und einem 1:1 in Gablonz (Sariyar). Die Bilanz gesamt:  1-1-1 (5:5).

Ganz anders sieht die Situation im Mitropacup aus. Da weisen wir gegen tschechische Klubs eine Bilanz von 8-1-3 auf, wobei die Wertigkeit des Bewerbs vor dem Zweiten Weltkrieg um vieles größer als in den Sechzigerjahren war. Von 1933 bis 1936 feierte die Austria fünf Siege bei einem Remis und drei Niederlagen, was aber zählte, war das jeweilige Aufsteigen (drei Mal gegen Slavia Prag) in die nächste Runde und der Finalerfolg gegen Sparta.  

Als Höhepunkt 1936, als wir nach einem 0:0 am 6. September in Wien sieben Tage später vor 58.000 Zuschauern in Prag gegen Sparta mit 1:0 durch das Tor von Camillo Jerusalem in der 67. Minute unseren zweiten Mitropacup-Titel nach 1933 feierten. Nach dem Krieg kamen wir zu drei Siegen in drei Spielen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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