Profimannschaft 12.08.2016, 08:30 Uhr

„ISI“ IST BEI DER AUSTRIA ANGEKOMMEN

Drei Tore und ein Assist, dazu ein Penalty im Elferkrimi von Trnava – Ismael Tajouri-Shradi ist beim FK Austria Wien angekommen. „Ich bin zufrieden, die Saison hat gut begonnen. Aber sie ist noch lange und ich will mehr“, sagt der Offensivgeist.

„Isi“ ist bei der Austria angekommen

Ein Ausruhen gibt es für den Youngster nie, er möchte sich weiterentwickeln. „Ich will so weitermachen und werde auch in Zukunft kräftig Gas geben“, kündigte der 22-Jährige vor dem Schlager der vierten Runde am Sonntag (16:30 Uhr) in Graz gegen den SK Sturm an.

Vorerst wolle er einmal mit den Violetten in der Steiermark drei Punkte holen, das sei das nächste Ziel. „Sturm hat viele Transfers im Sommer getätigt, den Kader mit neuen Spielern verstärkt. Es wird sicher kein leichtes Spiel“, ist sich der in Bern geborene Sohn libyscher Eltern bewusst.

Wenn ich meine Chance bekomme, egal, ob ich von Anfang an spiele oder von der Bank komme, gebe ich mein Bestes. Ismael Tajouri-Shradi

Das 3:1 der „Blackies“ daheim in der ersten Runde gegen Double-Gewinner RB Salzburg bestätigt „Isi“, der wie seine Mitspieler froh ist, dass dieser Tage erstmals keine „englische Woche“ auf dem Programm steht. Da habe man in Ruhe mehr taktische Dinge, speziell in Bezug auf Sturm, durchgehen können.

Gegen die Grazer hat Tajouri-Shradi in der höchsten Spielklasse übrigens noch nie im Austria-Dress gespielt. Dass es seine Premiere geben könnte, damit beschäftigt er sich erst gar nicht. „Wenn ich meine Chance bekomme, egal, ob ich von Anfang an spiele oder von der Bank komme, gebe ich mein Bestes. Das versuche ich auch am Sonntag.“

Derby-Aufarbeitung und Saison-Ausblick

Als erstes Saisonziel mit den Violetten nennt er den „Einzug in die Gruppenphase der Europa League“ und dann „in der Meisterschaft so viele Punkte wie möglich“ holen. „Wir schauen von Spiel zu Spiel, was am Ende herauskommt, werden wir dann sehen“, formuliert eine unserer „Flügelraketen“ das kollektive Streben.

Der Fokus gilt nun Sturm. „Das wird nicht leichter als das Derby. Wir müssen unser Spiel durchziehen. Wenn das gelingt und alle hundert Prozent geben, bin ich mir sicher, dass wir mit drei Punkten heimfahren werden“, betont Tajouri-Shradi, der zuletzt gegen Rapid sein 50. Spiel in der tipico-Bundesliga bestritt.

Von diesem Jubiläum hatte er erst am Tag danach erfahren. „Das werde ich nun nicht so schnell vergessen, das ist keine gute Erinnerung für mich. Aber so ist Fußball, einmal gewinnen wir, einmal verlieren wir, das gehört dazu“, blieb bei dem Flügelflitzer kein Knacks zurück.

Das Derby müsse man abhaken und nach vorne schauen, appelliert er, aber nicht ohne vorher noch einen letzten Blick auf das 1:4 zu machen. Die erste Hälfte habe man seiner Meinung ganz ordentlich gespielt, da sei es eine knappe Sache gewesen mit vielen Zweikämpfen.

„Nach dem 1:1 hätten wir cleverer spielen müssen. Der Knackpunkt war das 1:2, das wir kurz nach unserem Ausgleich kassierten. Danach mussten wir riskieren, leider ist nicht das 2:2, sondern das 1:3 gefallen. Das Ergebnis fiel zu hoch aus“, resümierte er sein erstes Derby als aktiver Austrianer.

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Dass die Veilchen im Finish gegen den Stadtrivalen vielleicht auch etwas die 120 Minuten gegen Spartak Trnava in den Beinen gespürt haben, wollte „Isi“ nicht als Ausrede ins Treffen führen. „Wir sind froh, dass wir ins Play-off der Europa-League-Quali aufgestiegen sind“, versicherte Tajouri-Shradi.

„Wir haben danach gut regeneriert und wollten auch das Derby gewinnen, leider hat es diesmal nicht geklappt“, beteuerte der Sohn eines Diplomaten. Sein Vater ist viel unterwegs, bei der Geburt von „Isi“, der seit März 2016 die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, arbeitete er gerade in Bern, derzeit ist er in Belgrad beschäftigt.

„Isi“ erklärt seinen Doppelnamen Tajouri-Shradi

Ismael trägt zumindest den Namen seines Vater immer nahe bei sich, auf dem Austria-Trikot mit der Nummer sieben. „Tajouri ist der Vorname meines Papas, mein Familienname ist Shradi und die Sieben hat früher Papa als Fußballspieler in seiner libyschen Heimat Wadda, einer Oasenstadt in der Sahara, gehabt“, klärt er über den Doppelnamen auf.

Tajouri-Shradi, der am liebsten Linksaußen spielt, aber auch auf der rechten Flanke oder im zentralen Mittelfeld als „Zehner“ eingesetzt werden kann, war als Neunjähriger im Sommer 2004 von Fortuna 05 Wien erstmals zu den Veilchen gekommen, von August 2008 bis März 2009 war er beim SC Wr. Neustadt.

Ab Jänner 2014 war der Linksfuß mit einer zweimonatigen Unterbrechung (Juli/August 2015 Austria) auf Leihbasis beim SCR Altach, ehe ihn die Wiener im heurigen Sommer endgültig zurückholten. Mit den Vorarlbergern wurde er Meister der Sky Go-Erste Liga 2013/14 und schaffte den Aufstieg in die höchste Spielklasse.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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