Allgemeine News 04.08.2016, 07:27 Uhr

KRAETSCHMER ÜBER AKTUELLES, SAISONZIELE, TRANSFERPOLITIK UND MEHR

Die Champions League, an deren Gruppenphase der FK Austria Wien im Herbst 2013 seine Premiere gefeiert hat, wird zurecht auch als „Millionenliga“ bezeichnet. Aber auch die Europa League ist seit vergangener Saison auch in finanzieller Hinsicht um einiges attraktiver geworden.

Kraetschmer über Aktuelles, Saisonziele, Transferpolitik und mehr

Die UEFA hat ab 2015/16 die Startprämie in der Gruppenphase von 1,3 auf 2,4 Mio. Euro erhöht – was einer Steigerung von 84 Prozent (!) entspricht – und honoriert einen Sieg mit 360.000 und ein Remis mit 120.000 Euro. Diese Regelung gilt bis 2018/19 und von diesem größeren Kuchen möchten die Violetten einen Teil abschneiden. Das ist wesentlich mehr als bei unserer letzten EL-Gruppen-Teilnahme im Herbst 2011.Unsere Homepage-Redaktion www.fk-austria.at sprach vor dem Drittrunden-Rückspiel zur Europa

League-Qualifikation am Donnerstag (18:00 Uhr) im Malatinskeho-Stadion gegen Spartak Trnava (deutsch Tyrnau) mit Austrias Finanzvorstand Markus Kraetschmer über Aktuelles, die Reise in die Westslowakei (1:30 Std Fahrzeit), Saisonziele, Personalpolitik und mehr.

Sie waren nach dem Urlaub beim 4:1 gegen FK Kukesi in Albanien erstmals in dieser Saison mit der Mannschaft unterwegs. Wie hat das Europacup-Comeback gefallen?

Kraetschmer: „Ich habe mich sehr gefreut, denn wir haben vorige Saison dafür gearbeitet, wieder dabei zu sein. Es gab nicht viele Klubs, die mit plus vier Toren den Aufstieg schafften. Wir haben nach dem verdienten und etwas glücklichen 1:0 in Wien wieder einen Schritt weiter getan. Ich habe mich auch gefreut, dass Salzburg und Admira souverän aufgestiegen sind, das ist wichtig für die Fünf-Jahres-Wertung und Österreich.“

In der dritten Quali-Runde wurde uns Spartak Trnava zugelost. Wie sehen sie dem Rückspiel nach der 0:1-Heimniederlage entgegen?

"Die Auslosung machte es möglich, auch an das Play-off, die letzte Hürde vor einem Einzug in die Gruppe, zu denken – jedoch ist die Situation nach der unnötigen Heimniederlage deutlich schwieriger geworden. Auch ist die Reise von der Organisation her durch die Nähe zwar leichter als jene, wenn es gegen Schirak Gjumri nach Armenien gegangen wäre. Vor allem im Hochsommer, wenn viele Flieger blockiert sind und daher die Kosten höher sind. Jedoch hat sich auch hier durch die Vorfälle vom letzten Donnerstag rund um das Happel-Stadion eine neue Ausgangsposition ergeben! 

Die Qualifikation für die Gruppenphase ist im Austria-Budget wie immer nicht berücksichtigt, sehr wohl jedoch die Qualifikationsrunden. Was bringen diese Spiele?

„Das hängt stark von den Gegnern ab. Wenn man alles vom Albanien-Spiel zusammenfasst auch den Kostenersatz durch die UEFA, dann war das eine Plus-Minus-Null-Sache. In die Slowakei geht es mit dem Autobus. Das ist drei Tage vor dem Derby im Happel-Stadion durch die Reisetätigkeit nicht unwichtig. Aber vorerst gilt unsere volle Konzentration dem Rückspiel in der Slowakei. Es geht nämlich nicht in erster Linie um den finanziellen und organisatorischen Aspekt, sondern vor allem um die Entwicklung, die Perspektive – für den Klub und für die Spieler!“

Die seit 2015/16 von der UEFA stark angehobenen Prämien in der Gruppenphase könnten eine zusätzliche Motivation für unsere Mannschaft sein oder?

„Ab der Gruppe wird es wirklich interessant, das Startgeld wurde auf 2,4 Mio. Euro angehoben, ein Sieg bringt 360.000, ein Remis 120.000 Euro sowie der erste Gruppenplatz 500.000 und der zweite 250.000 Euro. Das ist interessant für den Klub und seine Perspektive. Doch gilt es unsere Aufgaben in der Qualifikationsrunde 3 zu meistern, das Rückspiel wird eine große Herausforderung, darauf müssen wir uns konzentrieren - wenn es soweit kommen sollte, wir die UEL-Gruppenphase erreichen, dann haben wir immer noch genug Zeit, uns damit zu befassen.“

Trainer Thorsten Finks Saisonziel lautet: RB Salzburg und Rapid ärgern, wenn möglich vor dem Stadtrivalen liegen und abermals einen internationaler Bewerb erreichen. Sieht Ihr Ausblick ähnlich aus?

„Es ist nicht unsere primäre Aufgabe, zu sehr auf andere zu schauen, sondern uns als Team weiterzuentwickeln. Ich glaube, diese Entwicklung ist auf einem guten und richtigen Weg. Natürlich wollen wir gerne den ewigen Rivalen Rapid überholen, wir wollen bereit sein und wieder einen Europacup-Startplatz erreichen. Ich sehe aber auch, dass Salzburg und Rapid wesentliche Abgänge und dadurch Transfererlöse hatten, dementsprechend konnten und mussten sie auch am Transfermarkt stark investieren. Doch viel Geld auszugeben, heißt nicht automatisch, dass man sicher Qualität bekommt. Dafür gibt es viele Beispiele aus der Vergangenheit!“

Trainer Thorsten Fink und Sportdirektor Franz Wohlfahrt haben die Austria 2015/16 von Rang 7 auf Platz 3 gebracht. Wie sehen Sie die Entwicklung?

„Wir hatten vorigen Sommer nicht nur einen neuen Trainer bekommen, sondern auch einen großen, notwendigen Umbruch der Mannschaft gehabt. Wir haben seit Sommer 2015 für unsere Verhältnisse sehr viel Geld investiert und im Gegenzug aber keinen (aus Sicht der Transfersummen) hohen Verkauf getätigt, der letzte war Omer Damari im Jänner 2015. Jetzt haben wir einen Stamm gefunden und uns für die heurige Saison sehr bewusst punktuell verstärkt.“

Lucas Venuto kam schon im vergangenen Winter zu uns. Erfolgte dieser Transfer  mit Weitblick, da Alex Gorgon Abwanderungsgedanken hegte?

„Ja, wir haben gewusst, dass sich Alex Gorgon wahrscheinlich verändern wollte und es auf dieser Position schwierig werden könnte. Zuletzt haben wir den Abgang von Shikov durch Filipovic gut kompensieren können, dazu Pires bekommen, Tajouri zurückgeholt, mit Gluhakovic einen Jungen hochgezogen und Friesenbichler wieder ausgeliehen. Sohin konnten in allen Fällen Wunschtransfers des Trainers realisiert werden, die aber auch für Sportdirektor Franz Wohlfahrt aus sportlicher Sicht und für mich aus wirtschaftlicher Sicht sehr sinnvoll erscheinen.“

Gesetzt dem Fall, wir erreichen die Gruppenphase, wäre man dann bereit, weiteres Geld in die Hand zu nehmen, um uns nochmals zu verstärken?

„Jetzt muss unser Fokus auf dem Rückspiel gegen Trnava liegen – aber wir hätten dann sicher Möglichkeiten, darüber nachzudenken. Wir sagen aber auch dazu, dass es Sinn machen muss, einen bestimmten Spieler zu holen. Grundsätzlich ist unser Transferprogramm abgeschlossen. Sollte es bis 31. August einen Abgang geben, dann könnten wir den jedenfalls kompensieren und auch reagieren. Unsere Scouts sind unterwegs und sehen sich um, wo es auf dem Markt Alternativen gibt.“

Transfers werden unter Berücksichtigung des Österreicher-“Topfes“ getätigt, der pro Quartal bei Einhaltung der Regel im Schnitt 150.000 bis 200.000 Euro bringt. Hält sich die Austria daran?

„Ja, wir halten uns daran, das bringt im Schnitt pro Quartal eben die obengenannten Bonuszahlungen und diese Einnahmen sind im Budget beinhaltet. Der Kader aus der Vorsaison - von teilweise 30 Spielern - ist bewusst reduziert worden. Wir haben derzeit zehn Ausländer unter Vertrag, von denen in der Bundesliga - im Gegensatz zur Europa League und im ÖFB-Samsung-Cup – nur sechs pro Spiel dem Kader angehören dürfen. Auch diese Konstellation sollten wir noch optimieren“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 36 81
2. FK Austria Wien 36 63
3. SK Puntigamer Sturm Graz 36 60
4. CASHPOINT SCR Altach 36 53
5. SK Rapid Wien 36 46
6. FC Flyeralarm Admira 36 46
7. SV Mattersburg 36 43
8. RZ Pellets WAC 36 42
9. SKN St. Pölten 36 37
10. SV Guntamatic Ried 36 35
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