Profimannschaft 14.07.2016, 12:16 Uhr
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GRÜNWALD: „ZWÖLFTER MANN WICHTIG!“

946 Tage nach dem 4:1-Sieg im Happel-Stadion gegen Zenit St. Petersburg gibt der FK Austria Wien am Donnerstag (21:05 Uhr) an gleicher Stätte sein Comeback im Europacup. Damit starten unsere Veilchen in die neue Saison.

© Bildagentur Zolles KG Grünwald: „Zwölfter Mann wichtig!“

37.500 Zuschauer wie am 11.12.2013 zum Abschluss unserer Premiere in der Champions League-Gruppe werden vermutlich noch nicht kommen. Aber eine ansprechende Kulisse darf für das Zweitrunden-Hinspiel zur Europa-League-Qualifikation gegen FK Kukesi (Albanien) schon erwartet werden.

„Man tut sich immer leichter, wenn man einen zwölften Mann hat. Deswegen appelliere ich an unsere Fans, dass sie ins Stadion kommen und der Mannschaft helfen. Ich hoffe, es kommen so viele wie möglich und unterstützen uns“, ruft Alexander Grünwald die violette Familie zum Anfeuern auf.

Er selbst wird die Daumendrücker wohl verstärken, denn sein Einsatz ist wegen einer Blessur im Beckenbereich fraglich, die Muskulatur noch nicht locker. „Ich bin noch nicht 100-prozentig fit, aber auf sehr gutem Weg. Ich kann schon fast alle Übungen mitmachen, aber man muss abwarten, wie sich die Dinge entwickeln“, sagt der Kärntner über sein Problem.

Nach zweiwöchiger Pause müsse er auch noch den Rhythmus finden. „Wenn ich mich nicht voll fit fühle, dann werde ich das Spiel auslassen“, erklärte Grünwald zu Beginn dieser Woche in unserem Trainingsquartier VIVA in Steinbrunn. Dort ist am Montag auch die intensive Einstimmung auf den Gegner aus dem EM-Teilnehmerland Albanien angelaufen.

Die Violetten haben Kukesi in der ersten Quali-Runde zweimal beobachtet. Cheftrainer Thorsten Fink, sein Co Sebastian Hahn und Video-Analyst Kai Schulz sahen in Albanien das 1:1 zwischen Kukesi und FK Rudar Pljevlja, Scout Gerhard Hitzel spionierte beim 1:0 der Albaner in Montenegro.

„Die Austria wird sehr gut auf diesen Gegner vorbereitet sein“, ist „Grüni“ überzeugt, obwohl er einen kleinen Nachteil darin sieht, dass Kukesi im Gegensatz zu unseren Veilchen schon zwei Pflichtspiele bestritten hat. Wenn man in die Gruppenphase wolle und drei Runden zu überstehen hat, müsse man natürlich bereits die erste Hürde nehmen.

„Sonst“, so Grünwald, „hätte man die Gruppenphase auch nicht verdient. Ich bin positiver Dinge, dass wir es schaffen, weil die Mannschaft sehr gut in der Vorbereitung gearbeitet hat. Wir haben alle an einem Strang gezogen, das Teamwork passt und das ist am wichtigsten. Wir gehen voll konzentriert an die Aufgaben heran.“

Gute Europa-League-Erinnerungen (siehe Foto)

Für den Techniker könnte Austrias Europacup-Rückkehr zu einem Deja-vu werden. Nämlich dann, wenn er wie schon im Dezember 2013 wegen Verletzung pausieren müsste. War er beim legendären 2:3 gegen Dinamo Zagreb in der Generali-Arena noch mit von der Quali-Partie, zwang ihn eine Knie-OP in der Champions League-Gruppe zum Zuschauen.

„Mit unserem Einzug in die Millionen-Liga habe ich einen Meilenstein der Austria-Historie verpasst, aber auch einen persönlich sehr schmerzhaften Moment erlebt, weil ich dann in den Gruppenspielen aufgrund der Verletzung nicht spielen konnte“, erinnert sich der Kärntner.

Das sei im Leben eben der normale Lauf der Dinge, misst Grünwald diesem Umstand keine große Bedeutung bei. Vielmehr ist er stolz, dass er mit der Austria schon einmal in der Gruppenphase der Europa League dabei war. „Ich weiß, dass es eine tolle Sache ist, sich mit starken Mannschaften zu messen. Von daher wäre es für alle sehr wertvoll, international möglichst lange dabei zu sein“, denkt Grünwald an den Teamgeist.

Der Eishockey-Fan war 2011/12 in insgesamt neun EL-Spielen mit der Austria im Einsatz und erzielte dabei auch einen Treffer (im Pool G zur 2:0-Führung beim 2:1 in Malmö am 29.9.2011 - am Foto). Gegen die Schweden absolvierte er übrigens auch sein bisher letztes EL-Spiel, daheim gab es am 15.12.2011 einen 2:0-Erfolg.

Auch wenn er für das erste Pflichtspiel ausfallen sollte, wird die Austria viel Freude an einem fitten Grünwald haben, der ankündigt: „Mit 27 Jahren bin ich im besten Fußballeralter, von dem her glaube ich, dass da noch mehr möglich ist.“ Sein Ziel sei es, sich in dieser Saison zu verbessern. „Zuerst muss ich voll fit werden, dann werde ich voll angreifen!“

Der siebenfache Ex-U21-ÖFB-Teamspieler (3 Tore) hatte schon 2015/16 ein sehr starkes Spieljahr, in dem er seinen persönlichen Rekord in der tipico-Bundesliga aus 2014/15 von 31 Partien (7 Tore/5 Assists) auf 33 Spiele sowie je neun Tore und Assists verbesserte. Die Austria braucht ihren starken „Zehner“.

Kapitän Almer benötigt keinen EM-Trost

Nach der EURO samt anschließendem Urlaub stieg Robert Almer am Montag ins Training ein. Trost nach dem Gruppen-Aus und vierten Gruppen-Platz durch seine Klubkollegen benötigte der Kapitän keinen. „Robert war sicher auch enttäuscht, aber er hat sich nichts vorzuwerfen, er hat gute Leistungen gezeigt“, sagte Grünwald nach dem Wiedersehen mit dem Kapitän.

Im EM-Finale galten die Sympathien von Alex den Portugiesen, die Frankreich nach Verlängerung 1:0 besiegten. Dass die Iberer von sieben Spielen nur eine nach 90 Minuten (2:0 gegen Wales) gewannen, war „schon sehr ungewöhnlich“. Unser Linksfuß hatte auf die Deutschen als Champion getippt.

„Sie waren die beste Mannschaft des Turniers, sie schieden im Halbfinale ein bisschen unglücklich aus. So ist der Fußball“, meinte Grünwald über seinen gescheiterten Favoriten. Trotz so mancher Stimme, die die Qualität einiger Spiele kritisierte, und Österreichs Team, dass „leider nicht so ganz die Erwartungen erfüllt“ hat, hätten die Zuschauer viele schöne Partien erlebt. „Mir hat das Turnier getaugt“, resümiert Alex.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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