Austria für Österreich 11.06.2016, 09:05 Uhr
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WAS PROHASKA VON DER EURO ERWARTET

18 Jahre nach der WM, die er als Teamchef von Österreich mit zwei Remis (jeweils 1:1 gegen Kamerun und Chile) als Gruppen-Dritter beendete, kehrte Austrias und Österreichs Jahrhundert-Fußballer Herbert Prohaska in seiner Funkion als ORF-TV-Experte nach Frankreich zurück.

© Bildagentur Zolles KG Was Prohaska von der EURO erwartet

Vor der EM (10. Juni bis 10. Juli) stand die violette Ikone der Online-Redaktion von fk-austria.at für ein Interview über das EURO-Turnier zur Verfügung. Der 60-jährige Wiener sprach dabei über unseren Kapitän Robert Almer, die Chancen des ÖFB-Teams, seine Titelfavoriten, die EM-Premiere der TV-Torkamera, Terrorsorgen und mehr.

Ein großes Thema ist nach dem Terror im November 2015 in Paris natürlich die Sicherheit der Spieler, Zuschauer, von denen über 60.000 aus Österreich kommen, und Mitarbeiter. Es werden insgesamt 10.000 private Security-Leute engagiert, pro Spiel werden 900 bis 1.000 im Einsatz sein, die Bewachung der zehn Stadien durch die Polizei wurde verdreifacht.

Prohaska über unseren EM-Beitrag Robert Almer, den einzigen Spieler der tipico-Bundesliga im ÖFB-Kader: „Von Robert erwarte ich mir, dass er genau gut hält wie in der Qualifikation, da war überhaupt nichts an ihm auszusetzen.“

… über die Chancen des ÖFB-Nationalteams in der Gruppe F mit Portugal, Ungarn und Island: „Das ist alles andere als eine leichte Gruppe, es hätte für uns aber sicher auch schwerer kommen können. Ich glaube, realistisch ist schon ein Achtelfinale für uns drinnen. Dann muss man schauen.“

… über vermeintliche Rollen von Ungarn und Island als Außenseiter: „Die Schwierigkeit liegt sicher darin, dass viele in unserem Land vielleicht die Gruppe unterschätzen. Ungarn und Island haben sich qualifiziert und haben dieselbe Euphorie wie wir. Richtungsweisend wird das erste Spiel gegen Ungarn sein.“

… über die Isländer, gegen die Prohaska am 14.6.1989 sein 83. und letzten Länderspiel-Einsatz (0:0 in Reykjavik/WM-Quali) bestritt: „Sie haben auf dem Weg zur EM, den sie als Zweiter beendeten, zweimal die Niederlande (Anm.: 2:0/heim und 1:0/auswärts) geschlagen, daheim die Türkei 3:0 abgefertigt und auch den Gruppen-Ersten Tschechien 2:1 geschlagen.“

… über seine EM-Titelfavoriten: „Es sind die üblichen Verdächtigen Deutschland, Frankreich und Spanien. Viel erwarte ich auch von den Belgiern, die sich als Goldene Generation bezeichnen. Sie sind derzeit Weltranglisten-Zweite und waren sogar vor einiger Zeit Erste. Die Engländer, wenn die Spieler nicht total müde sind, könnten auch eine ganz gute Rolle spielen könnten. Die Leute dazu hätten sie.“

… über weitere gefährliche Außenseiter neben Belgien und England: „Es kommt auf den Turnierverlauf an. Alle, die dabei sind, haben natürlich gewisse Qualität. Man muss einmal die Gruppenphase überstehen, dann in den K.o.-Spielen ist die eine oder andere Überraschung drinnen. Aber im Prinzip wird es eigentlich trotzdem einer von den Großen sein.“

… über die Torkamera, die bei der Endrunde mit erstmals 24 teilnehmenden Ländern (51 Spiele, 31 Spieltage, acht Ruhetage) ihre EM-Premiere gibt: „Das ist auf alle Fälle wichtig, weil es wirklich manchmal entscheidend sein kann. Ob es ein Tor war oder nicht, sollte immer klar sein. Oft kann das der Schiedsrichter samt seinen Assistenten in der Schnelligkeit nicht genau sehen.“

… über die etwaige Einführung des Video-Beweises bei Abseits: „Ich glaube, damit würde es viel zu viel werden, wahrscheinlich auch für die Belastung und die Psyche für die Unparteiischen. Ich könnte mir nur vorstellen, dass jedes Team vielleicht einmal den Video-Beweis in Anspruch nehmen darf. Mehr würde das Spiel zusammenhauen.“

… über das bewährte Hilfsmittel bei Abseits in der nordamerikanischen Eishockey-Liga (NHL): „Jeder Trainer darf in einem Match nur einmal den Video-Beweis anfordern. Es hat sich dort bewährt, wurden Tore nach TV-Studium aberkannt. Als Trainer ist man parteiisch, sieht vieles gegen sich gepfiffen, was eigentlich richtig war und man zweifelt es trotzdem an.“

… über mögliche Ängste durch Terrorgefahren in Frankreich auf Spieler: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es ja nie, aber es ist davon auszugehen, dass alle gut bewacht sein werden. Ich glaube doch, dass die Sicherheit so hoch sein wird, dass in den Stadien und den Trainingscamps nichts passiert. Angst wäre schlecht, würde beeinträchtigen. Die Konzentration auf das Spiel selber ist genug Anforderung an die Spieler.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 11 25
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 11 7
10. SKN St. Pölten 11 2
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