Profimannschaft 27.05.2016, 09:46 Uhr

STUDIE: PROFITIEREN KLUBS VON HYPE UM ALMER UND CO?

Der Fußball befindet sich in der Beliebtheitsskala im Aufwind – auch in Österreich. Die positive Stimmung, die vor allem das Nationalteam dank seiner Qualifikation für die EM-Endrunde ab 10. Juni 2016 in Frankreich ausgelöst hat, weist jetzt eine Studie des Strategie-Unternehmens Repucom schwarz auf weiß aus.

Studie: Profitieren Klubs von Hype um Almer und Co?

Demnach ist das Interesse am Fußball in Österreich seit 2008, als die Alpenrepublik gemeinsam mit der Schweiz erstmals EM-Gastgeber war, von 60 auf 71 Prozent oder auf 6,06 Millionen der Gesamtbevölkerung (8,6 Millionen) gestiegen, ergab die Befragung von Personen im Alter zwischen 16 und 69 Jahre.

„Diese repräsentative Untersuchung zeigt, dass der Fußball im Gegensatz zum Skisport, der von November bis März im medialen Fokus steht, über das ganze Jahr gesehen klar die Sportart Nummer eins im Land ist“, sagte Markus Kraetschmer, der AG-Vorstand Finanzen des FK Austria Wien, zu dem Ergebnis der Studie.

Sie bestätigt ihn vor allem darin, wie wichtig Erfolg im Sport ist. „Dank des Nationalteams, das sich erstmals auf sportlichem Weg für die UEFA-EURO qualifiziert hat und an der Spitze wie eine Lokomotive wirkt, sind wir in eine neue Dimension vorgestoßen“, glaubt Kraetschmer, der auch Mitglied des ÖFB-Präsidiums und Bundesliga-Vizepräsident ist.

Kraetschmer: „Fußball-Interesse als gute Plattform für Wirtschaft und Klub“

Diese Erfolge zeigten, wie sehr der Fußball im Land interessiere. „Das ist für uns als Klub eine gute Ebene, um auch unseren Wirtschaftspartnern zu verdeutlichen, dass der Fußball eine sehr gute Plattform für ihren Auftritt ist“, erklärte der Ex-Banker, der seit Juli 2008 unser Finanzvorstand ist.

Obwohl der Fußball in unserem Land noch nie so einen hohen Stellenwert besaß wie heute, ist nicht alles eitel Wonne. Zeigten 2008 51 Prozent Interesse an der tipico-Bundesliga, so stieg dieser Anteil an der Meisterschaft „nur“ auf 58 Prozent. Am ÖFB-Samsung-Cup erwärmen sich 43 Prozent. Das ÖFB-Team zieht 80 Prozent in seinen Bann.

Kraetschmer betrachtet diese Zahlen aus zwei Perspektiven. Positiv sei, dass der Trend nach oben zeige und mit den Erfolgen der Nationalmannschaft zusammenhänge. „Viele der Teamspieler, die jetzt im Ausland tätig sind, hatten prägende Jahre ihrer Ausbildung in unserer Bundesliga erhalten“, ruft der 44-Jährige in Erinnerung.

Das beweise, so Kraetschmer, dass die tipico-Bundesliga auf einem guten Weg sei. Er verhehlt aber nicht hinzuzufügen: „Die Repucom-Untersuchung zeigt aber natürlich auf, dass wir noch einige Hausaufgaben zu erledigen haben.“ Die im Jänner des Vorjahres präsentierte Bundesliga-Initiative „Universum Fußball“ ziele genau in diese Richtung ab.

„Klubs müssen Rahmenbedingungen für Stadion-Besuch schaffen“

In diesem Projektplan wurde zum Beispiel das Thema Infrastruktur als Schwerpunkt definiert. Der noch immer existierende Komfortmangel in manchen Stadien ist einer der Gründe, warum nicht mehr Besucher zu den Spielen ins Stadion kommen. Die Klubs müssen die Rahmenbedingungen schaffen, um wieder mehr Leute zum Stadion-Besuch zu animieren.

„Der Zuschauer muss sich im Stadion sicher fühlen, in jedem Bereich, auf der Fan-Tribüne ebenso wie im Familien-Sektor. Es muss die Qualität der Toilette-Anlagen, der Sitze, der Speisen, Getränke, der Kioske usw. stimmen, dann wird er ins Stadion kommen und Fußball dort live erleben“, sagt Kraetschmer.

Wie bei Marcel Kollers Truppe spielt natürlich auf Klub-Ebene der sportliche Erfolg eine wesentliche Rolle. Gewinnt unsere Mannschaft viele Punkte, dann werden auch wieder mehr Menschen zu den Heimspielen der Veilchen pilgern. „Es muss gelingen, dass die am Fußball Interessierten nicht lieber gemütlich daheim vor dem TV-Gerät, sondern im Stadion sitzen.“

„Preis-Leistungs-Verhältnis stärker zeigen“

Die Austria will dabei in Zukunft auch das Preis-Leistungs-Verhältnis noch mehr in den Vordergrund stellen. „Dass wir sozusagen Stars von Morgen ausbilden, muss man einfach noch mehr zeigen und spüren“, betont Kraetschmer. Durch all diese Faktoren und mit vereinten Kräften streben die Violetten an, in Zukunft wieder den Zuschauer-Schnitt zu steigern, mit der neuen Generali-Arena dann die Marke von 10.000 deutlich zu übertreffen.

Zur Devise „Anreize zum Stadionbesuch setzen“ zählt ab Sommer 2018 auch die dann im neuen Glanz erstrahlende und modern ausgebaute Generali-Arena samt VIP- und Event-Konzept. Für das leibliche Wohl wird dann im gesamten Stadion „Do&Co“ sorgen. Der Sportevent-Gastronom wird schon während des Umbaus ab Sommer 2016 Happel-Stadion in den VIP-Bereichen im Einsatz sein.

„Der Ausbau und die Modernisierung der Generali-Arena sowie die neue Rapid-Heimstätte in Wien stehen an der Spitze der Bundesliga-Infrastruktur-Offensive. Und wie ich höre und lese, gibt es auch in Graz konkrete Pläne“, sagte Kraetschmer und freut sich über eine allgemeine Aufbruchstimmung, zu der auch das ÖFB-Team in Frankreich einen weiteren Beitrag leisten könnte.

Zur Studie „Fußball-Interesse in Österreich“ von Repucom: Die Strategie-Firma bereit seit über 30 Jahren umfassend im Sport- und Entertainment-Business und unterstützt den wirtschaftlichen Erfolg zu maximieren.