Profimannschaft 28.05.2016, 08:40 Uhr
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PROHASKA ZIEHT POSITIVE SAISON-BILANZ

Der dritte Rang für den FK Austria Wien in der tipico-Bundesliga geht für Herbert Prohaska durchaus „in Ordnung“. „Das Ziel, das man sich gesteckt hat, wurde erreicht“, sagt das violette Jahrhundert-Veilchen im Gespräch mit www.fk-austria.at zur abgelaufenen Saison.

© Bildagentur Zolles KG Prohaska zieht positive Saison-Bilanz

Er rief den enttäuschenden siebenten Platz im Sommer 2015 in Erinnerung und gab zu bedenken, dass die Mannschaft vor dem Spieljahr 2015/16 ziemlich umgebaut worden war und dazu mit Thorsten Fink ein neuer Trainer gekommen ist. „Daher ist Platz drei und die Qualifikation für die Europa League okay!“

Dennoch glaubt die Austria-Ikone, dass für uns sogar ein bisschen mehr drinnen gewesen wäre. „Vom Meistertitel soll man nicht reden, aber es hätte bis zum Schluss enger sein können“, meint der frühere ÖFB-Teamspieler und -Teamchef und denkt dabei an die letzten zwei Runden vor der Winterpause im Dezember 2015.

Damals unterlagen wir als Herbstmeister (nach 18 Runden) in Wolfsberg (0:2) und dann auch daheim gegen SCR Altach (1:2). „In dieser Phase hat die Austria eigentlich etwas den Anschluss verloren“, resümierte der einstige „Schneckerl“, für den die letzten drei Saisonspiele im Frühjahr „sehr, sehr gut“ waren.

Beim 3:1 zuhause gegen Admira, beim 5:0 in Ried und beim 3:0 gegen Sturm Graz in der Generali-Arena habe man dann gesehen, dass es letztlich enger zur Spitze hätte sein können. Dazu hätte auch der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsausbeute geringer sein müssen.

Vor eigenem Publikum haben wir es auf 29 Punkte (Sechster) und in der Fremde als bester Klub auf 30 Punkte gebracht. Das erklärt sich Prohaska so: „Auswärts hat man ganz einfach mehr Räume zur Verfügung, tut sich die Austria und fast jede Mannschaft leichter, da der Gegner meist offensiver spielt.“

In den Heimspielen mit Ausnahme der letzten zwei Partien am Verteilerkreis habe aber die Austria Probleme gehabt, einen Gegner vom Spielerischen und vom Tempo her mehr unter Druck zu setzen, analysiert er.

Über Verstärkungen

Der Abgang von Alexander Gorgon, der mit 19 Treffern zweitbester Torschütze der Liga-Saison hinter Jonatan Soriano (RB Salzburg/21) war und ebenso Abschied nahm wie Koch, Meilinger oder Shikov, schmerzt Prohaska wie unsere Fans. Den treffsichersten Mittelfeldspieler gleichwertig zu ersetzen, wird schwierig werden.

„Denn sieht man von Red Bull Salzburg ab, sind finanzielle Mitteln nicht so vorhanden, um jedes Jahr die Mannschaft stärker zu machen. Wenn man sagt, du brauchst einen, der für 20 Tore gut ist, wird man ihn nur schwer bezahlen können. Man muss hoffen, dass man einen kriegt, der finanziell in den Rahmen passt und einschlägt“, meint Prohaska.

Er wolle mit unserem Sportdirektor Franz Wohlfahrt und dem Trainer jedenfalls jetzt nicht tauschen, gesteht der ehemalige Spielmacher. Früher zu Prohaskas aktiven Zeiten hat man sich noch punktuell günstig verstärken können. „Da hat man fast alle Spieler gehalten und den einen oder anderen starken Spieler dazu genommen“, erinnert er sich.

„Austria muss an Zukunft denken“

Aber nicht nur auf dem Spielersektor gibt es Themen, denn die Austria ist derzeit auch damit beschäftigt, in den kommenden zwei Jahren den Ausbau des S.T.A.R.-Projekts mit der Modernisierung der Generali-Arena zu forcieren.

„Die Austria muss natürlich an die Zukunft denken. Die Infrastruktur ist sehr viel wert, denn wenn das Stadion einmal steht, garantiert es Mehreinnahmen“, erklärte unsere Legende ohne dabei das Sportliche zu vergessen: „Trotzdem muss man jetzt eine gute Mannschaft haben, die immer unter den ersten drei Teams mitspielen kann. Das wird schwierig genug!“