Profimannschaft 17.03.2016, 10:18 Uhr
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ALMER: „MÜSSEN WEITER GAS GEBEN“

Im ersten Pflichtspiel für den FK Austria Wien nach seiner über viermonatigen Pause hat Robert Almer ein Wechselbad der Gefühle als Fußballer durchgemacht. „Es war schön, nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen“, gestand unser Torhüter nach dem 1:1 am vergangenen Sonntag in Graz gegen SK Sturm.

© Bildagentur Zolles KG Almer: „Müssen weiter Gas geben“

Die Violetten hatten dort durch ein Stryger-Larsen-Tor von der 64. bis zur 84. Minute geführt, ehe es unser Rückkehrer vor dem Ausgleich mit einem schweren Ball zu tun bekam. „Das war natürlich bitter. Solche Dinge gehören aber einfach zum Sport dazu, sonst würden keine Tore passieren“, rekapituliert Almer mit Abstand zum Geschehen.

Unser Kapitän, der in Graz sein 50. Bewerbsspiel für die Austria bestritt, nahm das Tor auf seine Kappe. Und es beschäftigte ihn und die Betreuer auch an den ersten Tagen dieser Woche. Noch vor der genauen Video-Analyse meinte er: „Ich glaube, ich würde wahrscheinlich wieder die gleiche Entscheidung treffen und den Ball abwehren.“

Weil der Ball, so wie er auf ihn mit Effet zugeflogen kam, einfach schwer zu fangen und noch dazu zweimal aufgesprungen war. „Wenn du Glück hast, wehrst du ihn zum eigenen Spieler ab, der schießt ihn dann weg und es passiert nichts. So ist er eben genau zu einem Gegenspieler gekommen“, schilderte der Steirer die unglückliche Szene.

Nach dem Spiel sei man immer schlauer. Die Lösung war schon okay, der Routinier hätte den Ball vielleicht nur einen halben Meter weiter nach links abwehren können. Was, wäre, wenn, zählt auch in diesem Fall nicht. „Fußball ist eine Gratwanderung, die richtige Entscheidung zu treffen“, betont der zweifache Familienvater.

Da macht es keinen Unterschied, ob man im Gehäuse steht oder davor im Einsatz ist. „Wenn ein Feldspieler einen Pass nicht so genau spielt, kann man auch einen Treffer kassieren“, meint unser ÖFB-Teamkeeper, der sich bewusst ist, dass auf seine Aktionen besonders genau hingeschaut wird.

Bilder des 1:1 gegen Sturm

„Habe Anspruch, solche Tor nicht zu bekommen“

„Ich habe ja auch selbst den Anspruch, dass ich solche Tore nicht bekomme“, sagt unsere Nummer eins, dem weder Franz Wohlfahrt, unser Sportdirektor und ehemaliger Austria- und Team-Torhüter, noch Cheftrainer Thorsten Fink einen Vorwurf machte, im Gegenteil. „Es ist für jeden Spieler wichtig, dass man Rückhalt hat“, so Almer.

Natürlich hatte er gehofft, das er nach seinem 35. tipico-Bundesliga-Spiel mit drei Punkten im Gepäck nach Wien heimfährt – es hat leider nicht sein wollen. „Analysieren, abhaken, Gas geben“, lautete Almers Devise vor dem letzten Spiel mit dem Klub vor der Ligapause ( wegen Länderspiele gegen Albanien und Türkei).

Im Hinblick auf die EM-Endrunde ist es für unseren Torhüter das Wichtigste, auf dem Platz zu stehen und Leistung zu bringen. Am Samstag (ab 16:00 Uhr) kann sich der Steirer in der Generali-Arena abermals beweisen – Gegner ist diesmal der WAC, der im Abstiegskampf mit sechs Runden ohne Niederlage (3-3-0) die „Mannschaft der Stunde“ ist.

„Jeder kann im Moment jeden schlagen“

„In der Liga ist es im Moment so, dass jeder jeden schlagen kann. Wir haben auch drei Spiele nicht verloren, es wird sicher eine interessante Partie und wir wollen daheim die drei Punkte“, meint Almer zur Ausgangslage der drittplatzierten Veilchen und warnt vor dem Gegner.

Er ruft den jüngsten Auftritt der kampfstarken „Wölfe“ in Erinnerung. „In ihrem Heimspiel gegen die Salzburger haben sie 80 Minuten mit einem Mann weniger spielen müssen, aber bis zum Schluss wirklich alles versucht und noch den Ausgleich gemacht. Man muss auf der Hut sein, Vollgas geben, wenn man drei Punkte will.“

Ein Dreier wäre für unseren Schlussmann übrigens nach eigenen Worten ein „schönes Präsent” zu seinem 32. Geburtstag, den er am Sonntag feiert. Drei Punkte hätte sich Robert auch schon in Graz gewünscht, obwohl er den dort mitgenommenen einen Zähler jetzt positiver sieht: „Wir haben in der Tabelle aufgeholt.“ Gegenüber Rapid, der Abstand zu den Bullen blieb gleich.

Das Ziel der Austria, am Saisonende Tabellendritter zu sein und in der Qualifikation zur Europa League anzutreten, ist derzeit mit neun Punkten Vorsprung ganz gut abgesichert, aber Ruhekissen ist das keines. „Natürlich müssen wir in den nächsten Spielen weiter Gas geben und punkten“, beschwört er seine Vorderleute.

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Keeper erinnert an violetten Frühling 2010

Dabei wolle man auch mit einem Auge nach vorne schauen. Die Salzburger sind fünf, der Stadtrivale vier Zähler vor den Violetten. Diesbezüglich denkt er an seine erste Austria-Ära und das Frühlingsserwachen der Veilchen 2010.

Damals lagen wir nach Runde 30 elf Punkte hinter Salzburg, holten bis zur 36. Runde zehn auf (auch dank eines 1:0 in Salzburg in der 35.). Damals fiel die Titelentscheidung erst in der letzten Runde. Beide Teams gewannen 2:0, wir daheim gegen Ried, der Konkurrent in Graz.

Dieser eindrucksvolle Schlussspurt in den letzten zwölf Partien (10-2-0) wurde schließlich mit einem Punkt Rückstand auf die Salzburger mit dem Vizemeistertitel belohnt. Es sei also alles möglich, man müsse nur daran glauben, appelliert der Kapitän heute.

Damit will Almer sagen, dass es in dieser Meisterschaftssaison gegen jede relativ schwer sei zu bestehen. „Auch bei den Salzburgern oder Rapid sieht man das, sie gewinnen auch nicht alle Spiele.“ Salzburg hat sich zuletzt in Wolfsberg mit einem Remis begnügen müssen, Rapid mit dem Heim-0:4 gegen Admira verloren.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
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