Profimannschaft 01.02.2016, 09:06 Uhr
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PROHASKA: "... DANN IST DIE AUSTRIA STÄRKER GEWORDEN"

Der FK Austria Wien nimmt am Samstag (6.2./18:30 Uhr) als Tabellenzweiter auswärts gegen SV Grödig das Frühjahr 2016 in Angriff. Wie alle unsere Fans hofft auch Herbert Prohaksa, dass sich die Veilchen im Spitzenfeld der tipico Bundesliga behaupten werden.

© Bildagentur Zolles KG Prohaska: "... dann ist die Austria stärker geworden"

Unser Jahrhundertkicker, der als Spieler und Trainer mit der Austria 17 Titel geholt hat, spricht am letzten Transfertag (Montag) im exklusiven Interview mit fk-austria.at über einen von der Tabelle „sensationellen Herbst“, was im Frühjahr besser werden muss, um das Ziel zu erreichen, über die Wichtigkeit des Starts, über Transfers sowie über die Arbeit von Sportdirektor Franz Wohlfahrt und Chefcoach Thorsten Fink.

Nach 20 Runden überwinterten wir als Zweiter in der Tabelle mit zwei Punkten Rückstand auf Salzburg und einen Zähler vor Rapid. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

3:1-Sieg gegen Basel © Bildagentur Zolles KG

Prohaska: „Wenn man sich nur die Tabelle anschaut, muss man sagen, dass wir einen sensationellen Herbst hatten. Wenn man aber weiß, wie die letzten zwei Ergebnisse waren, hätten wir locker mit ein paar Punkten Vorsprung als Erster überwintern können. Aber im Prinzip war das Ziel unter die ersten Drei zu kommen, das ist bisher sehr gut gelungen.“

Werden wir uns in den Top-3 behaupten und diesmal die Europacup-Qualifikation erreichen?

„Wenn die Austria dort bleiben oder vielleicht sogar den Meistertitel holen will, dann muss trotzdem gegenüber dem Herbst eine Steigerung her. Wir hatten gute Phasen drinnen, aber nach wie vor kleinere Probleme daheim, wenn wir das Spiel machen müssen. Zuhause haben wir Punkte liegen gelassen. Da hat sich nichts Großes geändert im Vergleich zu 2014/15. In der Fremde waren wir als bestes Auswärtsteam sehr ‚passabel‘.“

Was sollte in den 16 Runden im Frühjahr bei unserer Mannschaft konkret besser werden?

„Man darf für die Gegentore nicht die Abwehr allein verantwortlich machen. Die ganze Mannschaft muss einfach besser verteidigen, weil heutzutage jeder Spieler in der Vorwärts- und der Rückwärtsbewegung mitmachen muss. Die Mannschaft hat, was die Defensive betrifft, einige Fehler gemacht. Am Ende war die Ausbeute auch in der Offensive nicht optimal. Deshalb ist sich unter Anführungszeichen ‚nur‘ Rang zwei ausgegangen. Die Platzierung ist aber sehr erfreulich!“

Wie sehen Sie den Kader?

„Diesbezüglich muss man abwarten, ob nach dem Abgang von Philipp Zulechner auch Lukas Rotpuller und/oder Alexander Gorgon die Austria verlassen. Können beide gehalten werden, wäre das ein gutes Zeichen. Lucas Venuto war eine sehr gute Verpflichtung.“

Was zeichnet den 20-jährigen Offensivspieler, der zuletzt mit sieben Toren und zwei Assists Topscorer des SV Grödig war, aus?

„Ich glaube, er hat alles, was man heute braucht: Er ist schnell, technisch gut und torgefährlich. Nun kommt es darauf an, wie er sich als Brasilianer bei uns tut. Es ist schon ein bisschen leichter bei Grödig zu spielen als bei der Austria.“

Bis jetzt hat Franz alles richtig gemacht. Er hat einen guten Trainer geholt, die meisten Spieler, die er verpflichtet hat, haben eingeschlagen. Das ist die Zwischenbilanz, für die gebe ich ihm einen Einser. Herbert Prohaska

Sportdirektor Franz Wohlfahrt erklärte, man würde auf dem Transfermarkt nur dann nochmals aktiv, wenn ein Spieler den Klub verlässt. Wie sehen Sie das?

„Ich hoffe, dass Gorgon und Rotpuller bleiben. Bleibt der Kader wie jetzt beisammen, ist die Austria um einen Mann stärker geworden. Geht Gorgon, wäre der Druck auf Venuto um einiges größer.“

Stichwort Wohlfahrt. Unser Ex-Teamkeeper ist jetzt genau ein Jahr im Amt als Sportdirektor, das für ihn Neuland war. Wie schätzen Sie seine Arbeit ein?

„In Wahrheit muss man die Arbeit immer erst dann bewerten, wenn die Saison aus ist. Was waren die Ziele? Was ist in diesem ersten Jahr passiert? Bis jetzt hat Franz alles richtig gemacht. Er hat einen guten Trainer geholt, die meisten Spieler, die er verpflichtet hat, haben eingeschlagen. Das ist die Zwischenbilanz, für die gebe ich ihm einen Einser.“

Thorsten Fink hat die Austria wieder ins Spitzenfeld geführt. Welche Eindrücke haben Sie von seiner Tätigkeit gewonnen?

„Zum Cheftrainer ist das Gleiche wie für den Sportdirektor zu sagen. Er ist geholt worden, hat das Ziel ausgegeben, unter die ersten Drei zu kommen. Er ist im Moment Zweiter, hat also bisher alles erreicht. Doch jetzt sind noch 16 Runden zu absolvieren. Die Mannschaft ist auf alle Fälle besser als in der vorigen Saison, das kann man bisher sicher sagen.“
 

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Das Grödig-Spiel ist der Auftakt zu einer „englischen Woche mit dem Cup-Viertelfinale gegen den LASK (9.2./19:00 Uhr) und dem 316. Derby (14.2./16:30/jeweils in der Generali-Arena). Wie wichtig ist der Start ins neue Jahr?

„Der Beginn ist nach einer längeren Pause stets richtungsweisend. Er ist für alle gleich, ein guter Start kann sehr viel helfen, Sicherheit verleihen und Selbstvertrauen geben.“ 

Der Samsung-ÖFB-Cup ist der Lieblingsbewerb der Austria und der kürzeste Weg in den Europacup (noch drei Siege erforderlich). Was trauen Sie uns da zu?

„Im Cup müssen wir unserer Mannschaft immer viel zutrauen, da sind wir mit 27 Trophäen Rekordsieger, waren 2015 im Finale. Trotzdem wäre es mir lieber, wenn wir Meister werden.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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