Tradition 19.12.2015, 07:55 Uhr

LEGENDEN TRAUEN AUSTRIA VIEL ZU!

Weihnachten 2015 wird als schönes Fest in das 104 Jahre alte Chronik-Buch des FK Austria Wien Eingang finden. Unter dem violetten Christbaum liegen nämlich zwei Päckchen mit der Aufschrift „Herbstmeister“ und Tabellenzweiter. In Anbetracht der vorhergehenden Spielzeiten eine ordentliche Ausbeute.

Legenden trauen Austria viel zu!

Über den ersten (kleinen) „Titel“ seit unserer Meistersaison 2012/13 erfreuen sich unsere Fans ebenso wie unsere Legenden. Auch die „Winterkrone“ war zum Greifen nahe, wurde aber in der letzten Runde 2015 noch aus der Hand gegeben.
 
„Wir sind nach der 19. Runde noch ganz oben gestanden, damit muss man sehr zufrieden sein“, meinte nach dem bitteren 1:2 daheim gegen SCR Altach Thomas Parits, der mit den Violetten als Spieler, Trainer und als Sportvorstand Meister geworden ist.
 
Der Burgenländer hat an der Vorstellung fast nichts auszusetzen. Für ihn hätte nur unser aktueller Punktestand etwas besser sein können. „Doch alle Klubs haben bisher eine Schwächephase gehabt, Zähler verloren wie wir“, sagte der Ex-Stürmer zur Situation an der Spitze.

Daxbacher: „Gratulation zum Zwischenergebnis!“

Karl Daxbacher, der als Spieler siebenmal mit der Austria Meister wurde und als Trainer 2009 ÖFB-Cupsieger war, gratulierte zum Zwischenergebnis: Die Austria mache bisher einen wirklich guten Job, es sei sehr schön, mit der Tuchfühlung zur Spitze in die Winterpause zu gehen.
 
„Trainer Thorsten Fink arbeitet wirklich gut und hat die Mannschaft so eingestellt, dass sie mit den als Favoriten in die Saison gestarteten Klubs Salzburg und Rapid mitspielen kann“, erklärt Daxbacher, der als Trainer von SKN St. Pölten in der Sky Go Erste Liga ebenfalls als Zweiter überwintert.
 
Michael Wagner, seines Zeichens als Aktiver ebenfalls Meister und ÖFB-Cupsieger mit den Violetten, spricht von einer „tollen Leistung“, die so keiner erwartet hätte nach einer zweijährigen Zeit ohne Erfolge. „Wir als Legenden waren im positiven Sinn sehr überrascht.“

Wagner: „Moderner Toptrainer imponiert mir“

Der Wiener, der am 18.12. seinen 40. Geburtstag feiert, dankt Sportdirektor Franz Wohlfahrt, dass er mit Fink einen Toptrainer geholt hat. „Er imponiert mir sehr, er ist ein moderner Trainer, der die Sprache der Spieler spricht“, sagt Wagner.
 
Man sehe sofort, wenn Trainer und Mannschaft ein Team sind und alle an einem Strang ziehen, damit sei vieles möglich, glaubt die „Jung-Legende“. Dazu müsse man immer da sein, wenn der übermächtige Gegner RB Salzburg schwächle, betont Wagner.
 
Das gelingt momentan sehr gut. „Alle reden über die Bullen und wie gut Rapid sei, was aber die Austria leistet, kann sich auch sehen lassen“, so der Ex-Mittelfeldspieler, der sich letztlich fragt: „Was passiert, wenn wir erst richtig in Schwung kommen?“
 
Fink und seine Schützlinge beteuern demgegenüber stets, man wolle am Ende unter die ersten drei kommen. Das findet Wagner durchaus vernünftig, man sollte seiner Meinung das Saisonziel jetzt nicht in die Höhe schrauben.
 
Doch das bisher Erreichte macht durchaus Lust auf mehr. „Warum sollten wir das im Frühjahr nicht wiederholen können? Wenn man sich auf die eigene Leistung besinnt, könnte vielleicht eine große Überraschung drinnen sein“, hofft Wagner.

„Routinierter Trainer mit gutem Kurrikulum als Spieler“

Für das Schritt-für-Schritt-Vorgehen plädiert Hubert Baumgartner in seinem positiven Herbstresümee. „Die Austria hat im Sommer den ersten richtigen Schritt gesetzt, indem sie einen routinierten Trainer mit internationaler Erfahrung geholt hat. Fink hat auch als Spieler ein sehr gutes Kurrikulum“, sagt der Kärntner.
 
Der Ex-Tormann, der 1978 mit der Austria im Pariser Europacup-Endspiel stand, gefällt die Fink-Philosophie: „Zuerst müssen die Ergebnisse stimmen. Die waren im Herbst in Ordnung, sonst wären wir ja nicht Herbstmeister geworden und sind jetzt Zweiter.“
 
Nun müsse der nächste Schritt folgen, indem man den Kader auf das nächste Level bringt. Für das Frühjahr erwartet der 60-Jährige, dass die Austria ohne große Probleme unter die ersten drei kommt und sich für Europa qualifiziert.

Alle Oldies freuen sich schon aufs Frühjahr

„Das i-Tüpfelchen wäre natürlich der Meistertitel, den kann aber keiner verlangen“, bleibt Baumgartner mit beiden Beinen auf dem Boden. Die Teilnahme an der Europa League sei jedoch das Anspruchsdenken unseres Vereins, der zuletzt den Europacup aus der Ferne beobachten musste.
 
Zur Kontinuität zählt für den früheren Spanien-Legionär, dass die Mannschaft vom Trainer weiter so gut ausgebildet wird, sich verbessert und dazu vielleicht qualitativ verstärkt. „Um dann den Einzug in die Gruppenphase zu schaffen”, wagt unser WM-Teilnehmer 1978 einen Blick in die Zukunft.
 
Parits glaubt im neuen Jahr an eine weitere Steigerung der Violetten und begründet dies so: „Weil der Trainer die Mannschaft jetzt besser kennt. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass wir vorne mitspielen werden. Wenn man unter den ersten drei spielt, hat man immer die Möglichkeit vielleicht sogar um den Titel mitzumischen.“
 
Der Ex-Sportvorstand steht mit seiner Prognose nicht alleine da. Daxbacher hält auch den 25. Titel deshalb für durchaus möglich, „da alle Spitzenteams schwächeln.“ Daher schaue es für Violett einmal recht gut aus, obwohl man die Salzburger stärker eingeschätzt habe. Für die 16 Runden im Frühjahr ist jedenfalls Spannung garantiert.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 19
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. FK Austria Wien 8 14
4. SK Rapid Wien 9 13
5. LASK 9 13
6. FC Flyeralarm Admira 9 13
7. CASHPOINT SCR Altach 9 12
8. RZ Pellets WAC 9 11
9. SV Mattersburg 9 6
10. SKN St. Pölten 9 2
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