Profimannschaft 14.11.2015, 08:11 Uhr
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ALMER IN UNGEWÖHNLICHER ÖFB-TEAMROLLE

Erstmals in diesem Jahr wird unser Austria-Kapitän Robert Almer nicht das Gehäuse der ÖFB-Nationalmannschaft hüten, sondern ein Länderspiel aus der für ihn ungewohnten Perspektive eines Verletzten verfolgen.

© Bildagentur Zolles KG Almer in ungewöhnlicher ÖFB-Teamrolle

„Ich glaube, ich werde im Stadion sein“, kündigte der Stammkeper des aktuellen Bundesliga-Tabellenführers seinen Besuch für das freundschaftliche Duell der EM-Starter mit der Schweiz am Dienstag (20:45 Uhr) im Wiener Happel-Stadion an.
 
Wegen seiner im Derby erlittenen Blessur im linken Knie (Teilabriss des hinteren Kreuzbandes) ist Almer für den Rest der Herbstsaison zum Zuschauen gezwungen. Für den achten und letzten Auftritt der Mannen von Teamchef Marcel Koller im Jahr 2015 wünscht er seinen Kollegen „alles Gute.“
 
„Auf alle Fälle viel Spaß. Die Kulisse wird auch wieder fantastisch sein“, meint der 26-fache Teamspieler, und hofft wie alle Fans, dass das ÖFB-Team erstmals seit 1996 (5-1-0/7:1 Tore) ein Länderspiel-Jahr (2015 bisher: 6-1-0/18:4) ungeschlagen beendet.
 
Für Almer, der seit heuer mit 603 Minuten einen neuen Torsperre-Rekord in der ÖFB-Historie aufgestellt hat, wäre es ebenfalls schön gewesen, zum Abschlussspiel und auch schon davor im Trainingslager in Orihuela Costa (Provinz Alicante vom 9. bis 15.11.) dabei zu sein.
 
„Ein Trainingslager in Spanien ist etwas Besonderes. Auch wenn dort viel gearbeitet wurde, wäre man wieder mit den Kollegen zusammen gewesen. Es ist zwar nicht ganz optimal, dort gefehlt zu haben, aber auch nicht so ein Problem“, sagt Almer.
 
Koller, der früher als Spieler 55-mal für, aber noch nie als Trainer gegen seine Heimat antrat, ist in der Vergangenheit stets zu dem 31-Jährigen gestanden. Der Teamchef hält auch in Zukunft an seinem erfolgreichen Stammpersonal, also auch an unserem Almer als Nummer eins, fest.
 
Gegen seine Landsleute wird Koller, dessen Elf in der neuesten FIFA-Weltrangliste auf Rang zehn aufscheint, übrigens Ramazan Özcan im Tor einsetzen. Der Ingolstadt-Legionär kam heuer das einzige Mal nach der Pause für Almer beim freundschaftlichen 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina (31.3. in Wien) zum Zug.
 
Steirer möchte Reha in Deutschland absolvieren
 
Robert blickt nach seiner beim 2:1-Derby-Sieg erlittenen Blessur schon wieder recht zuversichtlich in die Zukunft. „So weit ist alles okay, obwohl es derzeit noch ein bisschen mühsam ist“, sagt er über seine „drei ständigen Begleiter“, zwei Krücken und eine Schiene.
 
Das gehöre eben zum Fußball dazu. „Ich bin schon wieder positiv gestimmt, dass es bald wieder funktioniert“, versicherte der Steirer, der erzählt, dass während der Verletzungspause sein Trainingsprogramm „ungefähr gleich, wenn nicht sogar mehr“ Umfang aufweise.
 
„Für die Familie ist eigentlich mehr Zeit zur Verfügung, wenn man im Spielrhythmus steht“, meint unser Goalie von dem Alltag in neuer Rolle. Dabei wäre im Hause Almer derzeit so einiges vorzubereiten. Nicht wegen Weihnachten, sondern viel mehr wegen Zuwachses.
 
Robert und seine Frau Dominique erwarten im Februar ihr zweites Kind. Ob Töchterchen Juna-Eloise eine Schwester oder einen Bruder bekommt, wollte der Familien-Vorstand freilich nicht verraten. Außer einem „Schau-ma-moi“ lässt sich der Rekonvaleszente nichts entlocken.
 
Überall, wo immer Almer humpelnd aufkreuzt, gibt es für das Mitglied von Österreichs „Mannschaft des Jahres 2015“ Genesungswünsche. Natürlich auch von Austria-Klubpräsident Wolfgang Katzian, der zu unserem „Pechvogel des Herbstes“ ein Bekenntnis ablegt.
 
„Robert ist die Nummer eins der Austria. Er ist unser Kapitän, das bleibt er und er ist für mich auch die Nummer eins in Österreich. Ich gehe davon aus, dass die medizinische Abteilung und Robert mit seinem Ehrgeiz alles tun werden, um so rasch wie möglich und stärker denn je zurückzukommen“, sagt Katzian.
 
„Eine Pause, wenn man sie nicht selbst herbeiführt, kann auch etwas sein, wo man sich sagt, ich arbeite an mir selbst, orientiere und konzentriere mich für die Zukunft“, gibt der Nationalrats-Abgeordnete unserem Keeper einen Rat auf seinem Weg zurück. In diesem Sinn wünschen alle in der Austria-Familie Robert die baldige Rückkehr.

Mit Ersatzmann Osman Hadzikic zeigte sich Thorsten Fink beim Fantalk am Donnerstagabend übrigens ebenfalls hochzufrieden: „Der junge Mann hat uns gegen Salzburg einen Punkt festgehalten!“