Profimannschaft 28.08.2015, 08:38 Uhr

VUKOJEVIC: SEINE VITA, SEINE ZIELE

Mit Ognjen Vukojevic hat der FK Austria Wien im Sommer mehr als nur einen Nachfolger für den Australier James Holland im defensiven Mittelfeld verpflichtet. „Ogi“, wie der Kroate gerufen wird, ist ein Führungsspieler mit reichlich internationaler Erfahrung.

Vukojevic: Seine Vita, seine Ziele

Vor dem Schlager der siebenten Runde zur tipico Bundesliga am Samstag (16:00 Uhr) in der BSFZ-Arena gegen den Tabellenzweiten strahlt der 31-Jährige Selbstvertrauen aus: „Ich denke wir sind gegen die Admira Favorit, aber wir müssen eine starke Leistung bringen, um die drei Punkte mitzunehmen und als Zweiter die Länderspielpause anzutreten.“

Ognjen Vukojevic geht voran, wenn es erforderlich ist. Er ist in Wien-Favoriten angekommen, stand in allen sieben Pflichtspielen (inklusive ÖFB-Samsung-Cup) in der Startelf von Thorsten Fink, spielte dreimal durch, wurde viermal erst im Finish ausgewechselt. Auch wenn er auf sein Premierentor in Pflichtspielen noch wartet, einen Assists hat er schon auf dem Konto.

Über Trainer Fink: „Er ist super für die Austria!“

Von seinem neuen Trainer spricht er nur in den höchsten Tönen, er sei super für die Austria! „Er ist ein exzellenter Fußballer in seiner aktiven Karriere gewesen und jetzt ein sehr guter Coach. Er ist jung, aber er hat trotzdem eine Menge Erfahrung auf internationaler Ebene gesammelt. Er liebt und lebt den Fußball, die Offensive und das Passspiel“, sagt „Ogi“ über den Deutschen.

Gemeinsam mit dem 47-Jährigen und seinen Mitspielern will Vukojevic viel erreichen. „Ich möchte nationale Trophäen, Titel gewinnen, wieder in der Champions oder Europa League spielen. Die Austria hat die Qualität, dass wir diese Ziele schaffen“, ist der vier Tage vor dem Heiligen Abend 1983 in Bjelovar geborene Kroate zuversichtlich.
 

Unsere Neuen lernten Austria-Geschichte

In seiner Heimat erhielt der Rechtsfuß in jungen Jahren den Beinamen „Dinamos Gattuso“. Alle Fans und Journalisten im Land hätten in damals so genannt, weil er einen ähnlichen Spielstil hatte wie der Italiener Gennaro Gattuso in den Reihen des AC Milan. Der Weltmeister 2006 war einst ein konsequenter, kampfstarker, defensiver Mittelfeldspieler.

Nationale und internationale Referenzen brachte Vukojevic eine Menge mit nach Favoriten, er weiß, wie es geht. „Ogi“ wurde in seiner Heimat (Dinamo Zagreb) und in der Ukraine (Dynamo Kiew) mehrmals Meister, holte in der Ukraine auch Cup- und Supercup-Pokale. Außerdem war er in Belgien (Lierse SK) und Russland (Spartak Moskau) engagiert.

„Ich habe viele Jahre in höchsten Profiligen, der Champions, Europa League und im UEFA-Cup gespielt, dabei reichlich Erfahrungen gesammelt. Jetzt möchte ich der Austria helfen, gute Resultate einzufahren“, meint der Routinier, der auf insgesamt 84 Europacup-Einsätze kommt, zuletzt 2014/15 für Dinamo 26 Pflichtspiele bestritt und am 23.10.2014 in Salzburg beim 2:4 Zagrebs im EL-Gruppen-Spiel eingewechselt wurde.

„Vor Transfer Freund Dragovic angerufen“

Dass Vukojevic jetzt in Wien das violette Trikot trägt, verdanken die Veilchen auch Aleks Dragovic. Der Ex-Austrianer hat mit „Ogi“ bei Dynamo Kiew gemeinsam gekickt. „Als die Austria an mich herangetreten ist“, erzählt der Mittelfeldmann, „habe ich meinen Freund Drago angerufen und ihn über den Klub befragt. Er hat mir nur das Beste berichtet, über einen Verein mit großer Geschichte, viel Tradition und eine tolle Stadt.“
 

Aleks Dragovic hat mir nur das Beste über die Austria berichtet, über einen Verein mit großer Geschichte, viel Tradition und eine tolle Stadt. Ogi Vukojevic

Mit dem österreichischen Fußball hat der Legionär als kroatischer Teamspieler (55 Länderspiele mit vier Toren von Oktober 2007 bis Juli 2014) ebenfalls schon Kontakt gehabt. Er war beim 1:0-Sieg im Happel-Stadion im Rahmen der EM-Endrunde 2008 dabei. Nach der EURO in Österreich nahm Vukojevic auch an der EM 2012 und der WM 2014 teil.

Über den rot-weiß-roten Fußball hat der Kroate natürlich schon erste Eindrücke gewonnen, die durchaus positiv ausfallen. Es sei eine sehr interessante Liga auf gutem Niveau mit vielen starken Vereinen und guten Spielern. „Das Publikum, die Fans zeigen Interesse, kommen in die Stadien. Es werden viele Spiele live im Fernsehen übertragen, und andere Medien sind präsent“.

Unser neuer „Sechser“, der weder verheiratet ist, noch Kinder hat, ist alleine in Wien angekommen. „Meine Familie, Vater, Mutter, Bruder und Freunde kommen mich oft zu Spielen besuchen“, erzählt „Ogi“. Seine Freizeit verbringt er gerne ruhig - mit Stadtbummel, Kino- und Restaurant-Besuchen. Und wenn er selbst einmal genügend Zeit hat, dann fährt er eben in seine Heimat.

Neben seiner Arbeit auf dem Rasen, wo er sich - wie abseits davon – noch in Englisch verständigt, ist er auch fleißig am Deutschlernen. „Ein bisschen etwas kann ich schon. In sechs Monaten oder einem Jahr werde ich hoffentlich schon sehr gut Deutsch sprechen können“, wartet eine andere Herausforderung auf Vukojevic.