Allgemeine News 01.09.2015, 09:04 Uhr
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KRAETSCHMER ÜBER „BEEINDRUCKENDE ZAHLEN“ UND FLÜCHTLINGSHILFEN

Der Fußball spielt auch hierzulande eine ökonomisch wichtige Rolle. Das beweist eine vom ÖFB in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie, die „SportsEconAustria“ (SpEA) am Montag veröffentlicht hat.

© Bildagentur Zolles KG Kraetschmer über „beeindruckende Zahlen“ und Flüchtlingshilfen

Demnach beträgt der Anteil des heimischen Fußballs am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stolze 0,23 Prozent, erwirtschaftete das Wertschöpfungsnetzwerk Fußball jährlich 667,2 Mio. Euro, ist jeder 188. Arbeitsplatz dem Fußball zu verdanken, spart die Ehrenamtlichkeit pro Jahr 153,7 Mio. Euro an Personalkosten und bringt der Fußball dem Gesundheitswesen eine jährliche Kostenersparnis von netto bis zu 141 Mio. Euro!

Sehen lassen können sich auch die Zahlen, die Fußball-Betrieb auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt. Da finden insgesamt 21.901 Personen rund um den Fußball eine Beschäftigung. „Der Fußball erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit und dies schlägt sich wirtschaftlich nieder. Als so genannte Querschnittsmaterie wird der Fußball in seiner ökonomischen Bedeutung nur allzu leicht unterschätzt“, meint die stellvertretende SpEA-Geschäftsführerin Anna Kleisner.

ÖFB-Präsident Leo Windtner hob die wirtschaftliche Kraft und den steigenden Stellenwert des Fußballs in Österreich hervor und er hofft, dass „die umfassende Beleuchtung aller mit dem Fußball verbundenen Branchen und die daraus resultierenden Effekte uns als größten Sportfachverband Österreichs bei der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und auch politischen Akzeptanz des Fußballs unterstützen.“

Markus Kraetschmer, AG-Vorstand des FK Austria Wien, meinte über die Ergebnisse der 40-seitigen Untersuchung: „Das sind sehr beeindruckende Zahlen, die recht deutlich vor Augen führen, dass der heimische Fußball für die Menschen nicht nur Unterhaltung und Freizeitgestaltung darstellt, sondern ein wirklicher und belegbarer Wirtschaftsfaktor geworden ist.“

„Studie für Austria Auftrag und Bestätigung“

Die Resultate der Studie seien für die Violetten Auftrag und Bestätigung zugleich, so professionell weiterzuarbeiten und professionelle Strukturen zu schaffen, wie man es schon seit Jahren tue, sagt der 43-Jährige. Der Klub wurde und wird für die Zukunft laufend fit gemacht. Die FK Austria Wien AG gibt es seit 2007, seit 2008 wurden über 28 Mio. Euro rund um und in die Generali-Arena und die neue Akademie investiert.

Das S.T.A.R.-Projekt, das unter anderem die Aufstockung des Stadions bis 2018 beinhaltet, setzt diesen Weg fort. Denn nur mit einer modernen, intakten Infrastruktur auf der einen Seite und andererseits natürlich entsprechendem sportlichen Erfolg kann der Klub ein attraktiver und professioneller Partner für Firmen und Sponsoren sein. „Dazu wollen wir optimale Rahmenbedingungen bieten und diese auch stetig verbessern“, verspricht Kraetschmer.

Fußball als wichtiger Integrationsfaktor

Windtner wie der Austria-Vorstand, der als Vize-Präsident der tipico Bundesliga im ÖFB-Präsidium sitzt, wiesen in Zeiten wie diesen auch auf den Integrationsfaktor hin, den der Fußball darstellt. „Bei uns sind von der U7 bis zum Profikader insgesamt 27 verschiedene Nationen, oft auch in zweiter und dritter Generation, vertreten. Fußball ist auch auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Integration ein auch ein absolut wichtiger Bereich“, weiß Kraetschmer.

Flüchtlinge bei einem Heimspiel des FK Austria Wien.

Auf diesem Gebiet ist der aktuelle Tabellenzweite übrigens seit Jahren engagiert, das dokumentiert auch der zuletzt aktualisierte Nachhaltigkeitsbericht des Klubs sehr deutlich. Auch in der aktuell so brisanten Flüchtlingsthematik hat die Austria im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereits schnell reagiert. So werden seit Saisonbeginn Flüchtlinge zu Heimspielen eingeladen und es gab bereits Kleiderspenden.

Und die Truppe von Trainer Thorsten Fink bestreitet am Mittwoch (18:30 Uhr) in Floridsdorf gegen unseren Kooperationspartner, den Sky-Go-Erste-Liga-Verein FAC, ein Benefizspiel zugunsten der Flüchtlingshilfe. „Wir sind hier im intensiven Austausch mit den Hilfsorganisationen, versuchen dort, wo wir können, so rasch wie möglich zu helfen“, verspricht Kraetschmer.

Am kommenden Sonntag (6. September/ 16:30 Uhr/freier Eintritt) kommt es in der Generali-Arena zu einem weiteren „Trialog“-Spiel. Dabei trifft die Austria auf ein aus jüdischen, christlichen und muslimischen Jugendlichen gebildetes Mannschaft. „Und wir sind dabei, ein wöchentliches Training für Flüchtlinge in unserer Akademie zu organisieren“, kündigt Kraetschmer an.

„Fußball kein Bittsteller für Subventionen“

Das sei keine Selbstverständlichkeit, doch man mache das sehr gerne. „Wir sind uns der integrativen Kraft des Fußball auch bewusst und wollen sie auch nutzen“, erklärte Kraetschmer, der mit Windtner auch dahingehend einer Meinung ist, dass der heimische Fußball kein Bittsteller für öffentliche Subventionen sei.

„Der Fußball mit 2.286 Klubs ist vielmehr ein wesentlicher wirtschaft- und gesellschaftlicher Faktor, schafft mittel- und unmittelbar Arbeitsplätze und ist übers Jahr betrachtet klar die Sportart Nummer eins in Österreich“, erklärte Kraetschmer, der wie alle auf ein Happy End in der EM-Qualifikation hofft. „Das würde einen Hype erzeugen, sich positiv auswirken“, sagt Kleiser vom Institut für Sportökonomie (SpEA).

Dass die erste EM-Teilnahme auf sportlichem Weg einen weiteren nationalen Schub bringen würde, glaubt auch Windtner: „Auch wenn das Team von der Basis profitiert, sind wird 2016 in Frankreich dabei und spielen wir dort auch eine gute Rolle, würde das natürlich Rückenwind für das Land vom Nachwuchs bis zu den Sponsoren geben.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 19 44
2. FC Red Bull Salzburg 19 42
3. SK Rapid Wien 19 31
4. FC Flyeralarm Admira 19 28
5. LASK 19 26
6. CASHPOINT SCR Altach 19 25
7. FK Austria Wien 19 23
8. SV Mattersburg 19 18
9. RZ Pellets WAC 19 16
10. SKN St. Pölten 19 7
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