Profimannschaft 09.04.2015, 10:30 Uhr
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ORTLECHNER: "PHASENWEISE SCHON AUSTRIA-LIKE"

Ein Routinier, um den es zuletzt ruhig war, macht wieder von sich reden: Manuel Ortlechner gab am vergangenen Samstag für viele unerwartet beim 1:3 des FK Austria Wien auswärts gegen Salzburg ein Comeback.

© Bildagentur Zolles KG Ortlechner: "Phasenweise schon Austria-like"

Die Frage, ob er auch selbst von seiner Rückkehr überrascht gewesen sei, beantwortete unser Innenverteidiger mit „jein“. Trainer Andreas Ogris habe während der Länderspielpause die Möglichkeit eines Einsatzes anklingen lassen.

Ende der vergangenen Woche hatte sich das Comeback dann endgültig abgezeichnet. Ogris begründete es so: „Er hat hervorragend trainiert, sich aufgedrängt. Manuel hat die nötige Routine, da geht’s auch um internes Coaching auf dem Rasen.“

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Ogris: "Manuel hat sich im Training aufgedrängt." © Bildagentur Zolles KG

Ortlechner war letztlich „schon auch überrascht“, weil fünf Monate für ihn „nicht so easy“ waren. Als erschwerender Fakt kam noch hinzu, nicht im Spielrhythmus zu sein.

Es sei natürlich Balsam auf die Seele, wenn der neue Trainer jemandem sofort wieder das Vertrauen schenke, gestand uns der Oberösterreicher freimütig und war von den Reaktionen ihm gegenüber in Salzburg überwältigt.

„Egal, ob Schiedsrichter, gegnerische Spieler, Medienleute, alle zeigten sich erfreut über meine Rückkehr. Das war für mich das Schönste“, erzählte Ortlechner. Weniger glücklich war er über seine eigene Leistung nach langer Pause und ließ dabei Eigenkritik nicht vermissen.

Timing, Feinabstimmung usw. funktionierten noch nicht so wie gewohnt, was natürlich auf die fehlende Spielpraxis zurückzuführen war. „Es reicht mir, dass das der Trainer realistisch einschätzen kann“, meinte unser Mann mit der Nummer 14 auf dem violetten Trikot.

„Cup-Aufstieg tut jedem Einzelnen im Klub gut“

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Ortlechner im Zweikampf mit Salzburgs Lazaro © Bildagentur Zolles KG

Dass er am Dienstag in Kapfenberg den Aufstieg (2:0) ins ÖFB-Samsung-Cupsemifinale von der Ersatzbank sah, war für den 35-Jährigen überhaupt kein Problem. „Man darf nicht vergessen, ich habe lange nicht mehr 90 Minuten gespielt, im Pokal hätte ich nicht 90 Minuten durchgehalten.“

Sein Daumenhalten auf der Bank hat auch mitgeholfen, obwohl es nach einem schnellen Tor lange gedauert hatte, bis die Partie entschieden war. „Der KSV hat es uns nicht leicht gemacht, es war kein Selbstläufer. Es freut mich, dass Marko Kvasina das erlösende 2:0 erzielte“, resümierte Ortlechner den Cup-Auftritt.

Es sei „brutal wichtig“, im Halbfinale zu stehen, das gebe Selbstvertrauen. „Wir sind die einzige Mannschaft ohne Gegentreffer im Bewerb, haben mit 19:0 ein imposantes Torverhältnis. Das ist positiv für die Stimmung, tut jedem Einzelnen im Klub gut“, sagt der Ex-Käpitän zufrieden.

Grödig-Spiel: „An Salzburg-Partie anknüpfen“

Ich bin der Meinung, dass wir da phasenweise schon Austria-liken Fußball gespielt haben, es hat nach Austria-Style ausgeschaut. Für einen objektiven Beobachter war es ein feines Spiel, das hin- und hergegangen ist. Ortlechner über das Salzburg-Spiel

Für unser nächstes Spiel am Samstag (18:30 Uhr) in der 28. Runde der tipico-Bundesliga auswärts gegen SV Grödig nimmt der neunfache ÖFB-Teamspieler nicht die Cup-, sondern die Salzburg-Partie als Maßstab für die violetten Erwartungen her.

Er wünscht sich, dass die Veilchen an die Leistung vom Treffen mit dem Meister anschließen. „Ich bin der Meinung, dass wir da phasenweise schon Austria-liken Fußball gespielt haben, es hat nach Austria-Style ausgeschaut. Für einen objektiven Beobachter war es ein feines Spiel, das hin- und hergegangen ist“, befand Ortlechner.

Man habe gesehen, was die Austria-Seele zuletzt ein bisschen vermisst habe. „Es waren zum Teil tolle Kombinationen und Spielzüge dabei. Wenn wir da anknüpfen und eine konzentrierte Leistung bieten, denke ich, ist in Grödig ein Sieg möglich. Es wird dort aber sicher nicht einfach“, schätzt „Orti“ die Chancen ein.

Kollektiv- vor Individualziele

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Seit 2009 beim Klub: Manuel Ortlechner © Bildagentur Zolles KG

Der Vertrag des Verteidigers, der am 1.7.2009 von Austria Kärnten nach Favoriten kam und bisher 214 Pflichtspiele (13 Tore/8 Assists) für die Veilchen bestritt, läuft am 30.6.2015 aus. Die Zukunft ist nach wie vor offen.Er erhofft sich vom April, dass der Monat Gewissheit bringt.

So weit denkt der Meister von 2013, der in der Champions League 2013/14 von der UEFA ins „Gruppen-Team der Runde“ gewählt wurde, derzeit noch nicht. Der volle Fokus ist auf das laufende Saisonfinish in Liga und Cup sowie das Erreichen eines Europacup-Startplatzes gerichtet.

Jeder, appelliert Ortlechner, müsse nun seine individuellen Ziele hintanstellen, die Mannschaft, der Klub müssten im Vordergrund stehen. Irgendwie für die Europa League qualifizieren, lautet das Motto. „Wenn wir die Europacup-Teilnahme schaffen, lassen sich vielleicht auch die eigenen Ziele leichter realisieren“, vermutet „Orti“.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 8 18
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. FK Austria Wien 8 14
4. LASK 8 12
5. FC Flyeralarm Admira 8 12
6. CASHPOINT SCR Altach 8 11
7. RZ Pellets WAC 8 11
8. SK Rapid Wien 8 10
9. SV Mattersburg 8 5
10. SKN St. Pölten 8 1
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