Europacup 22.03.2015, 16:55 Uhr
© Bildagentur Zolles KG © Bildagentur Zolles KG

UEFA-KONGRESS MIT VIOLETTEM TOUCH

Wien ist in den kommenden Tagen Hauptstadt des europäischen Fußballs. Auf dem Messegelände im Prater wird am Dienstag der 39. Ordentliche Kongress der UEFA abgehalten. Bereits am Sonntag und Montag tritt im Hotel Hilton Vienna am Stadtpark das UEFA-Exekutivkomitee zu Beratungen zusammen.

© Bildagentur Zolles KG UEFA-Kongress mit violettem Touch

Zu dem Kongress werden über 400 Delegierte aus den 54 Mitgliedsländern erwartet, wobei es auch einen Bezug zum FK Austria Wien gibt. Markus Kraetschmer, unser AG-Finanzvorstand und Bundesliga-Vizepräsident, hat die große Ehre als Mitglied des ÖFB-Präsidiums an diesem Kongress am Dienstag teilzunehmen.

„Wir werden direkt präsent sein, können Gespräche und Verhandlungen mitverfolgen“, sagt Kraetschmer im Vorfeld. Die Themen sind ebenso umfangreich wie interessant. Unumstritten scheint die Wiederwahl des Franzosen Michel Platini für eine dritte Periode als UEFA-Präsident.

„Ich gehe davon aus, dass er per Akklamation im Amt bestätigt wird“, meint dazu ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig. Für das Exekutivkomitee gibt es ebenfalls Wahlen. Weiters stehen der Finanzbericht 2013/14, die Genehmigung des Budgets für 2015/16 und der definitive Beschluss zur Einführung der Nation League ab 2018 auf dem Programm.

Linie für WM 2022 gesucht

Die spannendsten Punkte betreffen jedoch die Verschiebung der WM 2022 in Katar mit all ihren Problemen und die bevorstehende Wahl des FIFA-Präsidenten auf dem FIFA-Kongress Ende Mai in Zürich. In diesen zwei Bereichen gilt es, im Hinblick auf diesen FIFA-Kongress eine gemeinsame europäische Linie zu finden.

„Die Verlegung der WM 2022 vom Sommer auf November und Dezember ist ein Riesenthema in den großen Ligen für die gesamte Terminplanung. Doch es bleibt noch genügend Zeit sich darauf vorzubereiten“, meint Kraetschmer, dessen Meinung Alex Grünwald teilt: „Es ist noch lange hin zur Endrunde.“

Unser Mittelfeldspieler merkte allerdings kritisch an: „Dass man in den Emiraten im Sommer aufgrund der hohen Temperaturen nicht spielen kann, ist logisch. Daher ist komisch, dass dieses Land überhaupt den WM-Zuschlag erhalten hat.“ In den kommenden Jahren müsse man einen Plan erstellen, damit das Turnier ordentlich ablaufe, ohne dass die Vereine zu Schaden kommen, sagt der Kärntner. 

WM-Qualifikation wäre "wichtiges Zeichen für Österreich"

Beide Austrianer wünschen sich freilich, dass die ÖFB-Auswahl in Katar teilnimmt. Das wäre ein wichtiges Zeichen für Österreich und seinen Fußball. Kraetschmer gab dafür ein Versprechen ab: „Die Liga würde wie jetzt in der EM-Quali dem ÖFB-Nationalteam natürlich die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen.“
 
Der Europa-Verband und die Vereine sind von der WM-Verlegung in den Winter am meisten betroffen, die nationalen Ligen und der Europacup müssten eine Pause einlegen. Dadurch würden die Klubs im Advent, einem der stärksten und intensivsten Monate im herkömmlichen Spielkalender, beispielsweise weniger Umsatz in ihren Fanshops und mit den TV-Partnern Übertragungsausfälle haben.
 
Der kollektive Aufschrei aus Europa ist verständlich. „Wir erwarten für die Klubs den Schaden fair zu kompensieren“, fordert Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der auch Chef der Europäischen Klubvereinigung (ECA) ist.

Austria fungiert als ECA-Mitglied

Die Austria ist ECA- und die Bundesliga EPFL-Mitglied (Vereinigung Europäischer Profiligen mit 31 Mitgliedsländern). Da wie dort steht die WM-Verlegung permanent auf der Agenda. Von der Kommunikation mit beiden Einrichtungen erwartet Kraetschmer stets die neuesten Entwicklungen und Stand der Dinge zu erhalten.

„Die Leitlinien geben zwar die großen Ligen vor, aber es ist wichtig, dass man auch für eine Liga wie in Österreich zählbare Resultate erhält. Im Sinne der Bundesliga und ihrer Vereine muss versucht werden, schnellstmöglich Klarheit über die terminlichen und finanziellen Aspekte zu schaffen“, erklärte der 43-Jährige.

In Wien wirft aber auch schon der Kongress des Fußball-Weltverbandes (FIFA) mit der Neuwahl des Präsidenten am 29. Mai seine Schatten voraus. „Es ist wichtig für den Fußball, dass in der FIFA ein Wechsel vollzogen wird“, ließ Platini unüberhörbar wissen, dass er sich einen europäischen Gegenkandidaten zu FIFA-Chef Joseph Blatter wünscht.

Der umstrittene und allmächtige Blatter regiert seit 17 Jahren und strebt seine fünfte Amtsperiode an. Man darf gespannt sein, ob sich die UEFA-Delegierten in Wien auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen oder aber der Europa-Verband letzlich die FIFA-Wahl freigeben wird.

Als europäische Anwärter gelten vor allem UEFA-Exko-Mitglied Michael von Praag, der auch Präsident des niederländischen Fußball-Verbandes ist, und der ehemalige portugiesische Fußballstar Luis Figo. Blatter in den Weg stellen möchte sich von außerhalb Europas der Jordanier Ali Bin al-Hussein, der Vize der FIFA und des Asiatischen Verbandes (AFC) ist.

„Hier hört man die unterschiedlichsten Dinge, das wird eine interessante Diskussion“, meinte „Beobachter“ Kraetschmer. Es sei Aufgabe des ÖFB und seines Präsidenten Leo Windtner hier eine entsprechende Linie im Präsidium zu beschließen, für die man sich dann in den Gremien einsetzen werde, meinte der Austria-Vorstand.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
» zur Gesamttabelle