Profimannschaft 10.03.2015, 14:15 Uhr

ROTPULLER ZUM DERBY-SIEG: „NUR EIN KLEINER SCHRITT“

Zweites Heimspiel 2015, zweiter Heimerfolg, der dritte in Serie – nach dem 2:1 im 312. Wiener Derby am Sonntag in der Generali-Arena sieht Austrias Fußball-Welt wieder etwas freundlicher aus.

Rotpuller zum Derby-Sieg: „Nur ein kleiner Schritt“

Der Jubel im Lager der Veilchen, die aus den drei Saisonduellen mit Rapid sieben von neun möglichen Punkten (2:2, 3:2, 2:1) holten, war jedoch nur von kurzer Dauer. Die Sieger blieben bescheiden und auf dem Boden.

„Natürlich ist der Erfolg eine riesige Erleichterung in unserer Situation. Es war ein Sieg der Moral, aber letztlich nur ein kleiner Schritt“, sagte Lukas Rotpuller, der kurz vor der Pause mit seinem ersten Saisontor den wichtigen Ausgleich erzielt hatte.

„Dass wir dieses Duell gewonnen haben, darauf bin ich stolz“, meinte unser Innenverteidiger. Jeder habe großen Kampfgeist beweisen, jeder seine Stärken verinnerlicht, jeder habe zeigen wollen, dass man die Zweikämpfe annehme. Am Ende durften alle über den verdienten Sieg jubeln.

Die Rote Karte für Christian Ramsebner entpuppte sich im Finish nur als Schrecksekunde. Jeder habe danach seine Kräfte nochmals gebündelt. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel liegen gelassen. Das hatte die Stimmung auch innerhalb der Mannschaft nicht erleichtert“, gab Rotpuller zu.

Der 23-Jährige freute natürlich sein Treffer im 17. Liga-Einsatz 2014/15, „aber wichtiger war, dass ich mithelfen konnte, dass die drei Punkte in Favoriten geblieben sind.“

Vance Shikov, unser zweiter Premieren-Torschütze, war froh, endlich seinen ersten Treffer für den neuen Klub erzielt zu haben. „Noch dazu im wichtigsten Derby Österreichs“, merkte der mazedonische Teamspieler an. Am meisten freute es ihn, dass er der Mannschaft damit zum Sieg verholfen hat.

Er vermied es ebenfalls, in der Stunde des Erfolges über das Ziel hinauszuschießen. „Wer im Fußball die Tore schießt, gerät bald in Vergessenheit. Das Wichtigste ist, dass die Punkte auf unserem Konto sind“, sagte der 29-Jährige.

Auf die Frage, ob er nach seinem ersten Tor in einem Pflichtspiel für die Austria eine Runde für die Mannschaft ausgeben werde, antwortete Shikov: „Die Einladung ist das geringste Problem, Hauptsache wir gewinnen weiter!“

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Samstag (16:00 Uhr) zum Auftakt der 25. Runde auswärts gegen Schlusslicht Admira Wacker. Shikov hofft, dass man mit dem siegreichen Derby im Rücken eine Serie starten könne.

„Dass wir uns jetzt langsam, aber stetig in die Region der Tabelle hinaufarbeiten, wo wir hingehören – in die Top Vier zumindest“, meinte der Hüne, der ebenso wie Rotpuller seinen Treffer nach Vorarbeit des eingewechselten Raphael Holzhauser erzielt hatte.

Auch wenn die bisherige Veilchen-Bilanz 2015 mit zwei Siegen und drei Niederlagen nicht den Ansprüchen genügt, so sieht Shikov die Partien vor dem Derby nicht so negativ. In den vorigen Spielen habe auch schon einiges gut funktioniert.

„Gegen Altach war es nicht so schlecht. In Wiener Neustadt und in Graz gegen Sturm hatten wir in gewissen Phasen nicht das nötige Glück, um auch mit Punkten heimzufahren“, resümierte der Legionär, der eingestand, dass man teilweise auch mit der Konzentration zu kämpfen gehabt hatte.

In der Pause haben wir uns zusammengerauft, gesagt: Jeder für Jeden! Marco Meilinger

Marco Meilinger, der die freien eineinhalb Tage in Salzburg bei seinen Eltern verbrachte, gab der Derby-Sieg „sehr viel, weil wir zuletzt schon ziemlich unter Druck waren“. Umso schöner sei, dass man gesehen habe, die Mannschaft halte zusammen.

Für den Flügelflitzer war der Ausgleich von Rotpuller ganz wichtig. „In der Pause haben wir uns zusammengerauft, gesagt: Jeder für Jeden! Und dann haben wir sogar in Unterzahl das Siegestor gemacht. Das beflügelt, umso mehr nach einem Derby“, bilanzierte er.

Darauf müsse man nun aufbauen. „Das eine Spiel hilft uns zwar nicht so wirklich, aber für den Kopf war es immens wichtig“, meinte Meilinger, der die Devise ausgab: „Weiter Gas geben und am Samstag wieder drei Punkte einfahren!“ Wenn es gut laufe, dann habe man gesehen, wie toll die Fans die Mannschaft unterstützen.

David de Paula, der erstmals seit 21.9.2014 (3:2 in Salzburg) wieder in der Startelf gestanden war, sprach von einem „verdienten Erfolg in einem wichtigen Spiel“. Man habe nach dem 0:1 weiter gekämpft und Moral bewiesen. „In unserer Situation ist es egal, gegen wen wir spielen – wir brauchen die Punkte“, sagte der Spanier, der glaubt, „das Vertrauen in unsere Möglichkeiten wieder gefunden“ zu haben.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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