Profimannschaft 11.01.2015, 08:01 Uhr

THOMAS PARITS BLICKT AUF EIN LEBEN FÜR VIOLETT ZURÜCK

Thomas Parits hat mit dem FK Austria Wien auf allen Ebenen viel Höhen, Freuden, aber auch so manch bittere Stunde erlebt. Der Burgenländer ist mit den Violetten als Spieler, Trainer und als Sportvorstand Meister geworden. Demnächst steht er vor einer großen Zäsur in seinem Leben, nämlich dem Wechsel in die Pension.

Thomas Parits blickt auf ein Leben für Violett zurück

Der 68-Jährige macht Platz für seinen Nachfolger, den der Verein nach intensiver Auswahl im ersten Quartal 2015 präsentieren wird. Parits war seit 20. Oktober 2006 zuerst als Generalmanager tätig und stieg ab 1. Juli 2008 dann in seine jetzige Funktion auf. „Wir haben hier in den vergangenen acht Jahren, die ich da war, eine sehr schöne Zeit erlebt“, resümiert er.

Man habe sich Ziele gesetzt, die man auch erreicht hat. Der Meistertitel 2013 und danach die erstmalige Qualifikation der Veilchen für die UEFA Champions League waren die Höhepunkte. „Letztere konnte man freilich nicht planen, so vermessen waren wir nicht. Es war sportlich und wirtschaftlich ein riesiger Erfolg“, sagt Parits.

Mit den Einnahmen auf der „Königsklasse“ habe man die Generali-Arena wieder ein Stück weiter verschönern können. „Mich persönlich freut besonders die zuletzt erfolgte Schließung der Stadion-Ecke zwischen der West- und Süd-Tribüne“, erzählt der frühere Deutschland- und Spanien-Legionär, der einen Tag nach seinem „Sechziger“ vom früheren Klubmäzen Frank Stronach engagiert wurde.

Er sei mit der Entwicklung des Vereins seines violetten Herzens, der auf sehr guten Beinen stehe, jedenfalls im Allgemeinen zufrieden. Das zeige sich auch deutlich auf dem Transfersektor, wo im Laufe der Jahre von der Austria aus viele den internationalen Weg gemacht hätten, wie Alaba, Dragovic, Junuzovic, Baumgartlinger, Okotie, Hosiner usw.

Parits verwies stolz darauf, dass im Oktober beim zur EM-Quali zählenden 1:0 gegen Montenegro sieben Spieler mit violetter Vergangenheit in der Startelf des Nationalteams gestanden sind. „Es war eine erfolgreiche Zeit“, glaubt er und steckt für die letzten Monate seiner Amtszeit hohe Ziele.

„Jetzt wünsche ich mir, dass wir die Meisterschaft vielleicht doch als Tabellenzweiter beenden können oder den ÖFB-Cup-Titel holen. Das wäre dann für mich ein schöner Abschluss“, sagte der Ex-Stürmer, der in 27 Länderspielen fünf Tore erzielt hat und als Legionär des FC Granada von der spanischen Presse 1975 zum „besten Ausländer des Jahres“ erkoren wurde.

Was er nach der Beendigung seiner Tätigkeit am Verteilerkreis machen wird, darüber macht er sich jetzt keinen Gedanken. Seine ganze Konzentration gilt bis zum letzten Minute vielmehr seinen Veilchen. „Aber danach werde ich sicher für einige Zeit ausspannen“, gibt Parits offen zu.

Die acht Jahre seien nämlich nicht ganz immer gewesen, in diesem Job habe man große Verantwortung. Er ist überzeugt, dass sich die Austria, die in allen Bereichen sehr gut besetzt sei, auch nach seiner Ära weiter sehr gut entwickeln wird. Er denkt dabei auch an den weiteren Ausbau der Generali-Arena.

Thomas Parits als Spieler der Austria

Parits warnte allerdings davor, alles als automatische Laufbahn-Produktion anzusehen. „Man muss dazu das nötige Glück haben, das man im Sport braucht. Zudem ist immer Geduld gefragt, denn wenn gute Spieler weggehen, kann man sie nicht jedes Jahr zu 100 Prozent ersetzen“, meint der Siegendorfer.

Das erforderliche Glück und das ebenso wichtige Selbstvertrauen wünscht sich Parits gleich für den Frühjahrsstart, damit man in die Spur komme und weiter vorne mitspiele. Am 14. Februar auswärts gegen den Tabellenzweiten WAC könnte man mit einem Sieg bis auf einen Zähler an die Kärntner heranrücken.

Weihnachten und Silvester verbrachte Parits daheim im Burgenland im Familienkreis. „Ich habe mich auf den Heiligen Abend mit meiner Enkeltochter Lisa sehr gefreut, es war ein wunderschönes besinnliches Fest.“ Urlaub in der Winterpause gibt es für ihn kaum, öffnete doch im Jänner der Transfermarkt.

Parits äußerte seine Hoffnung, dass „die Fans letztlich zufrieden sein werden“ und er einigermaßen beruhigt in den Ruhestand wechseln könne. Er gab zu: „Es ist nicht so leicht bei einem großen Klub wie der Austria zu arbeiten, speziell wenn der Erfolg nicht da ist.“ Aber bessere violette Zeiten könnten sich ja nach diesem durchwachsenen Herbst als Tabellensechster ja schon bald wieder einstellen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 19
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. FK Austria Wien 9 15
4. SK Rapid Wien 9 13
5. LASK 9 13
6. FC Flyeralarm Admira 9 13
7. CASHPOINT SCR Altach 9 12
8. RZ Pellets WAC 9 11
9. SV Mattersburg 9 6
10. SKN St. Pölten 9 2
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