Profimannschaft 06.11.2014, 18:26 Uhr

ROTPULLER: „DERBY-SIEG HAT OBERSTE PRIORITÄT"

Was die Amateure von Andreas Ogris in der Ostliga am 30. Oktober in der Generali-Arena mit dem 3:1 geschafft haben, wollen am Sonntag (14:30 Uhr) auch die Profis des FK Austria Wien im Happel-Stadion erreichen.

Rotpuller: „Derby-Sieg hat oberste Priorität"

Ein Derby-Erfolg über den Erzrivalen Rapid, es wäre unser erster seit 17.2.2013 oder sechs Vergleichen (0-3-3/5:9), ist eine Woche nach der 0:3-Enttäuschung gegen Sturm Graz am Verteilerkreis gut fürs Prestige, für den Kopf und natürlich für das Selbstvertrauen.
 
Abwehrmann Lukas Rotpuller, der zuletzt gegen den SK Sturm Graz auf die meisten Ballaktionen (86) aller Spieler kam, hofft auf eine „große Kulisse“ im EM-Stadion von 2008 und nannte im Namen der Mannschaft das Ziel: „Wir wollen den Sieg, das muss oberste Priorität haben, es gibt nichts anderes!“
 
Rehabilitierung ist also angesagt. „Ja, man will in diesem speziellen Spiel natürlich noch mehr investieren und noch mehr Gas geben. Es geht um drei Punkte, das muss allen bewusst sein. Wir haben heuer schon oft etwas verspielt, das wollen wir nicht wieder“, sagt Innenverteidiger Lukas Rotpuller.

Kompromisslos wie man ihn kennt: Lukas Rotpuller

Dass die Veilchen gegen die Hütteldorfer im Prater sechsmal (5-1-0 inklusive Cup-Finale 2005 3:1) oder seit 6.5.2001 nicht verloren haben, lässt den Burgenländer eher kalt. „Ich halte nichts von Statistiken. Jedes Match beginnt bei 0:0 und erst nach 90 Minuten wird abgerechnet“, meint Rotpuller.
 
Der 23-Jährige, der 2011/12 leihweise beim SV Ried war, trägt seit Juli 2005 das violette Trikot, hat aber erst ein einziges Wien-Derby als Profi bestritten. „Und das habe ich verloren. Es war ein ziemlich ausgeglichenes Spiel“, erzählte er über das 0:1 in der Generali-Arena, das Sabitzer am 6.4.2014 fixiert hatte.

"Egal, in welchem Stadion"

Im zweiten Versuch soll es für „Luki“ mit dem ersten Derby-Triumph klappen. „Da ist es egal, in welchem Stadion wir spielen, weil jeder Spieler auf seine Leistung und die Aufgabe fokussiert ist“, misst unser Abwehrmann dem Schauplatz keine große Bedeutung bei.
 
Die Enttäuschung über das 0:3 gegen Sturm, mit dem unsere Violetten die Chance vergeben haben, erstmals in dieser Saison auf den vierten Tabellenplatz zu kommen, wurde mit dem Betreuerstab im Training am Sonntag intensiv verarbeitet. Danach hatten die Akteure eineinhalb Tage frei, ehe ab Dienstag der Derby-Countdown begann.
 
Man habe eine riesengroße Chance vergeben, habe sich viel vorgenommen und dann komme das raus. „Das war ein Niederschlag für jeden einzelnen, der auf dem Platz gestanden ist“, erzählte Rotpuller und fügte hinzu, dass es für jeden schwer sei, das zu erklären. Man fange an zu grübeln, wisse aber nicht, was war es wirklich.
 
Er versuchte die Leistung dennoch nochmals Revue passieren zu lassen und sprach von guten ersten zwanzig Minuten, in denen man den Gegner im Griff und Torchancen gehabt habe. „Tore wurden als Geschenke verteilt und dann ist es schwer, zurückzukommen. Dass die Zuschauer danach ein bisschen negativ reagierten, ist verständlich“, sagt Rotpuller.

Ein Jahr mit Option

Der Meister von 2013 ist seit unserem 3:2 in Salzburg zu einem fixen Bestandteil der Viererkette geworden, hat inklusive ÖFB-Cup seitdem in allen acht Pflichtspielen 90 Minuten mitgewirkt.  

Nachdem sein Drei-Jahres-Vertrag im Mai 2014 ausgelaufen war, hat sich der Eisenstädter letztlich doch auf einen neuen Kontrakt für ein Jahr mit Option auf zwei weitere Saisonen geeinigt. Zwischen Abschied und Rückkehr hat der 1,88 m-Mann ein Probetraining beim Felix-Magath-Klub Fulham FC absolviert und eine Anfrage von Nenad Bjelicas Spezia Calcio aus Italien erhalten. Er entschied sich aber dennoch, bei der Austria zu bleiben.

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Freitag, 20. Oktober 2017 11:00 Uhr ics Programm: Training Ort: Steinbrunn
Samstag, 21. Oktober 2017 15:30 Uhr ics Programm: Training (nicht öffentlich) Ort: Steinbrunn
Sonntag, 22. Oktober 2017 16:30 Uhr ics Programm: FK Austria Wien - Rapid Ort: Happel-Stadion

Die Chemie zwischen dem Trainer und ihm stimmt. „Auf jeden Fall, es passt. Wir wollen das Werkl wieder auf Kurs bringen“, ist der U20-WM-Teilnehmer von 2011 in Kolumbien voll Optimismus und Tatendrang. Gerald Baumgartner hat mit ihm einen größeren Konkurrenzkampf im Kader und schätzt an seinem Schützling dessen „große Siegermentalität“.
 
Dass Rotpuller, der am 13.9. beim 3:1 daheim gegen SV Ried ab der 54. Minute (für Christian Ramsebner) zu seinem Comeback gekommen war und danach immer durchspielte, liegt in erster Linie am Spieler selbst. „Das muss man sich erarbeiten und ‚antrainieren‘. Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben“, sagt er.
 
Nach den fünf ausständigen Runden des Jahres 2014 (am 9.11. gegen Rapid/auswärts, 22.11. Admira/a, 29.11. SV Ried/a, 6.12. RB Salzburg/h und 13.12. SV Grödig/h) erhofft sich Rotpuller einen Punktestand von 28. Also müssten nach seiner Rechnung im Finish noch zwölf Zähler her. “Es steht eine wichtige Woche vor uns. Wir müssen alles daran setzen, es gibt keine Ausreden“, fand „Luki“ deutliche Worte.
 
Derzeit ist das Erreichen unseres Saisonziels, nämlich die Teilnahme an der Europacup-Qualifikation nach einjähriger Absenz, sogar noch auf zwei Ebenen (Meisterschaft und Cup) möglich. „Zwei Chancen sind besser als eine. Es muss unser Anspruch und natürlich unsere Aufgabe sein, in beiden Bewerben so weit wie möglich vorne zu liegen“, sagt Rotpuller klipp und klar.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 11 25
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 11 7
10. SKN St. Pölten 11 2
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