Akademie 27.11.2014, 10:36 Uhr

PEISCHL: "TROTZ VERJÜNGUNG GUT PRÄSENTIERT"

Der sportliche Leiter der Austria Amateure, Christian Peischl, resümiert zum Ende der Herbstsaison über ein Jahr mit vielen positiven Entwicklungen und verrät, wo der Hebel im Frühjahr anzusetzen ist.

Peischl: "Trotz Verjüngung gut präsentiert"

Seit acht Jahren leitet Christian Peischl in der Funktion als sportlicher Leiter die Geschickte der Amateure und fungiert zudem als Assistent des Sport-Vorstandes.

Auf fk-austria.at zieht der 43-Jährige, der übrigens als junger Spieler selbst im Nachwuchs der Austria kickte, Bilanz über Herbst-Saison der Amateure, verrät, wie verliehene Talente beobachtet werden und blickt auf die bevorstehenden Aufgaben im Frühjahr voraus.

Die Austria Amateure gingen als Vierter in die Winterpause, als Erster im Vergleich mit den weiteren Amateurteams der Ostliga. Wie lautet Ihr Resümee?

Peischl: „Die Performance war absolut erfreulich. Das Trainerteam rund um Andy Ogris hat mit einem komplett verjüngten Team, dem jüngsten in der Regionalliga Ost, das im Sommer einige Abgänge zu verkraften hatte, gearbeitet und dieses hat sich letztlich gut präsentiert.“

Mit welchen Zielen gingen die Austria Amateure in die Saison?

„Wir haben drei Anforderungen an uns selbst gestellt. Das Wichtigste ist die Weiterentwicklung der Spieler mit der Perspektive Kampfmannschaft. Mit einem Ausrufezeichen dahinter hat Tarkan Serbest diesen Weg gemacht, auch Marko Kvasina debütierte kürzlich in der Bundesliga. Tormann Osman Hadzikic ist zur Nummer zwei aufgerückt und nimmt eine tolle Entwicklung, Tino Casali ist in den Kampfmannschafts-Kader aufgerückt.“

Welche noch?

„Die zweite Anforderung an uns selbst lautete, trotz der jungen Mannschaft auch sportlich so zu reüssieren, wie es einer Austria würdig ist. Das heißt in diesem Fall, in der Regionalliga Ost zumindest unter den Top-5 zu stehen und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Als Vierter ist uns das gelungen und keineswegs selbstverständlich, wie man heuer sieht. Vier der letzten fünf Teams in der Liga sind Amateurteams (St. Pölten, Rapid, Admira, Mattersburg). Dies wohlgemerkt, obwohl im Worst-Case-Szenario heuer fünf Teams aus der Ostliga absteigen können.“

Wir wollen die beste Amateurmannschaft der Liga sein – das ist ebenso gelungen. Christian Peischl

Und drittens?

„Wir wollen die beste Amateurmannschaft der Liga sein – das ist ebenso gelungen. Und was erfreulich ist: Wir haben in den ersten 15 Runden der Meisterschaft gegen jeden Amateur-Gegner gewonnen, in der vorgezogenen 16. Runde gegen die Mattersburg Amateure remisiert.“

Dabei begann der Herbst mit einer unschönen Nachricht.

„Richtig, der Kreuzbandriss von Marko Zlatkovic zu Saisonbeginn musste personell erst einmal verkraftet werden, er fiel den ganzen Herbst aus. Philipp Koblischek, der zwar mit den Profis trainiert aber laufend über die Amateure Spielpraxis sammelte, zog sich im Herbst zudem einen Muskelriss zu. Zum Überdruss brach sich Boris Vukovic vor einigen Wochen noch den Mittelfußknochen. Insofern war man in der Defensive schon sehr eingeengt, was die Kaderzusammenstellung betrifft.“

Der eine oder andere Fehler wurde im Herbst ob des Altersschnitts „verziehen“, Andreas Ogris betonte in seinem Jahresrückblick im Austria-Live-Magazin jedoch, in diesen Belangen im Frühjahr eine Weiterentwicklung sehen zu wollen. Wie sehen Sie das?

„Dem ist natürlich auch so, wenngleich es in diesem Zusammenhang auch viele positive Beispiele gab. Emre Kilka und Vukovic, die von der U18 hochgezogen wurden und sich rasch an das OStliga-Niveau angepasst  haben. Nichtsdestotrotz gab es bei einigen Spielen Situationen, etwa bei Führungen, in denen wir dann noch nicht abgebrüht genug reagiert haben. Darauf wird im Frühjahr das Hauptaugenmerk gelegt, um auch hier Fortschritte zu erzielen. Ich bin aber guter Hoffnung, dass die Spieler unter der Führung des Trainerteams diese Weiterentwicklung vollziehen werden.“

Wo liegen die größten Unterschiede im Übergang von Akademie- in den Amateurbereich?

„Die Drucksituation ändert sich natürlich, wenn du nicht mehr in der Akademie vor 80, sondern in der Ostliga gegen Sportklub oder die Vienna vor 1.500 Zusehern spielst. Im Laufe einer Saison sehe ich aber vor allem unsere Führungsspieler, die schon länger im Amateur-Kader sind, gefordert, die Jungen zu führen, zu coachen. An das Tempo konnten sich die Spieler rasch gewöhnen. Nun geht es vor allem darum, in gewissen Situation auch die nötige Ruhe hineinzubekommen.“

Es war schön zu sehen, dass wir 13 Teamspieler für Auswahlen des ÖFB stellten und dennoch nach 2013 auch 2014 den Vizemeistertitel holen konnten. Christian Peischl

Wie wird die Entwicklung der verliehenen Spieler (Michorl, Grubeck, Gluhakovic, Wimmer, Luxbacher, Tajouri) verfolgt?

„Wir beobachten die Spieler, sind bei vielen ihrer Partien vor Ort und sehen sie natürlich auch via TV. Natürlich gibt es auch laufend Kontakt zu ihren jeweiligen Trainern beziehungsweise Sportdirektoren. Die Spieler besuchen uns aber auch regelmäßig, wenn es die Zeit zulässt, auch da holt man immer wieder Feedback der Spieler selbst ein.“

Nicht nur die Herbstsaison ging zu Ende, auch das Jahr 2014 befindet sich auf der Zielgeraden. Was bleibt unter dem Strich noch stehen?

„Was natürlich gleich zu Beginn des Jahres besonders war, war das Achtelfinale der UEFA Youth League, wo wir uns leider gegen Benfica Lissabon aus diesem tollen Bewerb verabschieden mussten. Mit der Bestellung von Andy Ogris zum Cheftrainer der Amateure spielte sich das Team dann auf Regionalliga-Ost-Ebene 2014 noch zur besten Mannschaft des Frühjahrs. Es war schön zu sehen, dass wir 13 Teamspieler für Nachwuchsauswahlen des ÖFB (U18, U19, U20; Anm.) stellten, die auch noch zahlreiche Länderspieleinsätze zu verbuchen und damit hohe Belastungen hatten, und dennoch nach 2013 auch 2014 den Vizemeistertitel holen konnten.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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