Allgemeine News 18.11.2014, 08:44 Uhr
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"DAS FREUT MICH BESONDERS FÜR DEN TRAINER"

AG-Vorstand Markus Kraetschmer spricht im Interview über den 3:2-Sieg im Derby sowie über die bevorstehenden Aufgaben bis zur Winterpause.

© Bildagentur Zolles KG "Das freut mich besonders für den Trainer"

Wie allen Fans des FK Austria Wien ist auch unserem Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer am Sonntag nach dem Erfolg im Derby gegen Rapid ein großer Stein vom violetten Herzen gefallen. Das 3:2 tue der ganzen Austria-Familie gut, meinte der Magister der Betriebswirtschaft.

Er warnte jedoch davor, jetzt nach einem Spiel gleich in Euphorie zu verfallen. „Dafür gab es auch nur drei Punkte, wir befinden uns aber weiter deutlich hinter unseren Zielen“, sagt der 42-Jährige im Interview mit fk-austria.at. Wenn man den Ansprüchen gerecht werden wolle, dann müsse man am im kommenden Spiel am 22.11. (18:30 Uhr) in der Generali-Arena gegen Admira die nächsten drei Zähler folgen lassen.

Bilder des Derbysiegs

Kraetschmer spricht in dem Interview auch über seine Erwartungen vor den letzten vier Pflichtspielen des Jahres, wovon drei vor eigenem Publikum stattfinden, wagt einen Ausblick auf das Frühjahr mit dem Kampf um die Europacup-Startplätze. Dabei gibt er die Chancen auf den zweiten Rang, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, noch nicht ganz auf.

Alle Austria-Fans waren nach dem Derby-Sieg richtig erleichtert. Ist Ihnen auch ein Stein vom Herzen gefallen?

Kraetschmer: „Natürlich, auch wenn es dafür in der Tabelle nur drei Punkte gab. Aber ein solcher Erfolg bedeutet mehr. Er tut der ganzen Austria-Familie gut, er ist aber gleichzeitig auch Verpflichtung für uns alle hart weiterzuarbeiten, denn wir befinden uns weiterhin hinter unseren Zielen. Der Sieg freut mich auch ganz besonders für unseren Trainer, der sich damit in die Reihe der siegreichen Derby-Feldherrn eingetragen hat.“

Wir haben nach drei bzw. zwei Siegen schon zweimal in dieser Saison geglaubt, dass es aufwärts gehen würde und sind dann stets wieder zurückgefallen. Wird das Hoch diesmal länger anhalten?

„Genau das ist die schwierige, aber wohl auch entscheidende Frage. Die nächste Prüfung mit dem wichtigen Heimspiel gegen Admira wird es zeigen. Gegen die Admira waren es zuletzt immer sehr knappe, stets herausfordernde Spiele. Wenn wir aber unseren Ansprüchen, eine Spitzenmannschaft zu sein, gerecht werden wollen, müssen wir bei allem Respekt vor dem Gegner die nächsten drei Punkte machen. Nur dann zählt der Derby-Sieg wirklich das, was er im Moment bedeutet“.

Glauben Sie, dass unsere Mannschaft durch die Niederlagen gegen WAC und Sturm Graz gelernt hat?

„Wir müssen auf jeden Fall gewarnt sein, weil wir in dieser Herbstsaison schon zweimal eine solche Prüfung nicht bestanden haben. Ich hoffe und bin guter Dinge, dass gut und zielgerichtet in der zweiwöchigen Länderspiel-Pause gearbeitet wurde und dass es diesmal klappen wird“.

Haben Sie das 1:2 aus dem ersten Durchgang in der Südstadt noch in Erinnerung? Damals sind wir als Tabellenletzter in eine Länderspiel-Pause gegangen.

„Wir haben damals einfach schlecht gespielt, lagen zur Pause 0:2 zurück, haben uns nach dem Wechsel mit dem Anschlusstor relativ schnell ins Spiel zurückgebracht und dann jedoch wieder aufgehört zu spielen. Es war eine der unerklärlichen Leistungsschwankungen, die wir immer wieder in dieser Saison hatten“.

Wir müssen einfach alles dafür unternehmen, dass wir die letzten vier Pflichtspiele, wovon drei in der Generali-Arena stattfinden, positiv gestalten. Markus Kraetschmer

Wir haben derzeit 19 Punkte und sind Tabellensechster. Mit wie vielen Zählern und auf dem welchem Rang werden wir in die Winterpause gehen?

„Wenn wir wüssten, wären wir Wahrsager. Ich glaube, wir müssen einfach alles dafür unternehmen, dass wir die letzten vier Pflichtspiele, wovon drei in der Generali-Arena stattfinden, positiv gestalten. Dann sind wir in jedem Fall in der Tabellenregion, in der wir im Frühjahr 2015 um einen Startplatz in der Europacup-Qualifikation kämpfen. Das war immer unser erklärtes Ziel“.

Im Gegensatz zur vorigen Saison haben wir im Kampf um das internationale Geschäft ja noch eine zweite Chance. Was sagen Sie zum nächsten Gegner Kapfenberger SV?

„Mit dem Sky-Go-Erste-Liga-Vertreter haben wir im April 2015 auswärts im Viertelfinale eine durchaus lösbare Aufgabe erhalten, aber auch im Franz-Fekete-Stadion waren es zuletzt immer enge Spiele, wir müssen dann gewarnt sein! Jetzt ist aber viel wichtiger, dass wir unsere Leistungen in den restlichen Spielen 2014 einmal stabilisieren. Wenn wir diese vier Partien vor dem Winter positiv gestalten, dann können wir sicher einen gewissen Schwung ins Frühjahr mitnehmen“.
 
Die ersten zwei Tabellenplätze, die zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation 2015/16 berechtigen, scheinen aufgrund des großen Rückstands schon weit weg zu sein für die Austria. Wie sehen Sie die Lage?
 
„Der Rückstand war schon deutlich größer, die Chance sollte man noch nicht aufgeben. Zuletzt hat insbesondere der WAC nicht die Resultate gebracht, die er sich erwartet hatte. Ich glaube, da ist noch viel möglich. Dazu wird es einerseits eines positiven Laufes unseres Teams und andererseits sicher auch der einen oder andere Schwäche der Gegner bedürfen. Es wird noch ein sehr spannender Kampf im Frühjahr, zumindest um Rang zwei, da mischen einige mit, wir wollen dabei sein.“
 
Sie feiern am 10. Dezember Ihren 43. Geburtstag. Welchen Wunsch haben sie zu diesem Anlass als Wirtschaftsvorstand des Klubs?
 
„Natürlich Heimsiege gegen Salzburg und Grödig vier Tage vor bzw. drei Tage nach meinem Geburtstag. Ich wünsche mir einfach, dass wir uns stabilisieren, die Austria in die Regionen zurückkehrt, die wir uns als Violette alle erwarten und dazu noch einen attraktiven Fußball für unser Publikum spielen. Was wir uns grundsätzlich aber alle erhoffen ist, dass wir solche Leistungen wie in Salzburg und zuletzt im Derby einfach viel öfters erleben können. Da sah man, welches Potenzial in unserer Truppe steckt und dass die Idee, die wir in unserem Spielsystem haben, durchaus umsetzbar ist“.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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