Austria für Österreich 12.11.2014, 15:51 Uhr

LINDNER IST „DANKBAR FÜR JEDE MINUTE IM ÖFB-TEAM“

Während Markus Suttner, sein Zimmerkollege im Nationalteam, noch seine Muskelverletzung ausheilt, ist Heinz Lindner der einzige Vertreter der Austria im ÖFB-Aufgebot für die zwei letzten Länderspiele des Jahres im ausverkauften Happel-Stadion.

Lindner ist „dankbar für jede Minute im ÖFB-Team“

Die Chancen, dass der Linzer zu seinem achten Einsatz in der Auswahl kommt, stehen am Dienstag (19:00 Uhr) im Freundschaftsspiel gegen Rekordweltmeister Brasilien vermutlich besser als am Samstag (18:00 Uhr) davor in der EM-Qualifikation gegen Russland.
 
„Die Tormann-Frage war noch nie schwierig, sie ist für mich grundsätzlich kein Thema“, erklärte ÖFB-Teamchef Marcel Koller, dass er an Ex-Veilchen Robert Almer als Nummer eins festhält. Gegen die Brasilianer ließ sich der Schweizer, der die Russen als Gruppen-Favorit und als schwer zu spielenden Gegner bezeichnet, aber dann doch alle Optionen offen.
 
„Abwarten, was nach Russland ist. Ich würde gerne alle 23 Kaderspieler einsetzen, was aber nicht geht. Jetzt ist der Fokus einmal auf die Russen gelegt und dann freuen wir uns auf Brasilien“, meinte der Schweizer, der als Aktiver sein erstes Länderspiel 1983 in Basel gegen die Ballzauberer aus Südamerika bestritten, 1:2 verloren und seit damals ein Leiberl vom Gegner hat.
 
Heinz Lindner, der die zwei Gegentore beim 3:2-Derby-Sieg auf seine Kappe nahm („beim ersten habe ich unglücklich agiert, beim zweiten hätte ich viel energischer sein müssen“) kann also gegen Brasilien durchaus auf Teamehren hoffen. Der wichtige Erfolg im Wiener Gipfeltreffen, das er selbst spannend gemacht hatte, gab ihm jedenfalls Selbstvertrauen für die kommenden Partien.

Lindner möchte potenzielle Chance nützen

„Ich bin dankbar für jede Minute, die ich im österreichischen Team spielen darf. Ein Freundschaftsspiel ist ein guter Test, in dem man sich beweisen kann, gerade gegen so einen starken Gegner. Falls ich eine Chance bekomme, werde ich alles versuchen, dass ich sie nütze“, sagt Lindner.
 
Österreich ist in Europa als einziges Nationalteam in diesem Jahr noch ungeschlagen (3-3-0/8:5 Tore) und diese Serie wollen die Hausherren auch ohne den verletzten Ex-Austrianer David Alaba über die Distanz bringen. Koller dazu: „Davids Ausfall ist natürlich schade, aber wir haben einen guten Kader, der sein Fehlen kompensieren kann. Denn nur das Team als Einheit ist entscheidend.“

Unser Ziel ist es auf jeden Fall, 2014 ungeschlagen zu beenden. Heinz Lindner

„Unser Ziel“, meint Lindner, „ist es auf jeden Fall, 2014 ungeschlagen zu beenden.“ Dazu müsse man Top-Leistungen abrufen.“ Was jetzt rund ums ÖFB-Team von den Fans her abgehe, sei eine Aufbruchstimmung, es sei eine richtige Euphorie zu spüren. „Das pusht uns Spieler. Das Stadion ist ein Hexenkessel, das ist ein wunderbares Gefühl“, beschreibt Austrias Nummer eins die Stimmung in und um die Koller-Truppe.
 
Der 24-Jährige ist überzeugt, wenn man wieder so spielt wie zuletzt und auf die Gegner optimal vorbereitet ist, dass Österreich gute Spiele abliefern wird. „Wir haben eine tolle Mannschaft und wollen das in den letzten Partien beweisen. Es wird diesmal auch viel davon abhängen, wie die Taktik aussehen wird“, glaubt unser violetter Schlussmann.
 
Alexander Gorgon wünscht seinem Klubkollegen einen Einsatz gegen die Brasilianer, die übrigens von Freitag bis Sonntag (jeweils 15:30 Uhr) auf dem Gelände der Generali-Arena trainieren werden. „Gegen Brasilien zu spielen ist etwas ganz Besonderes, das sind Ausnahmekicker, von denen die ganze Welt schwärmt“, meint „Gogo“.

Gorgon: Stärkste Zeit Russlands ist vorbei

Für den Teamchef sei es schwer, wen er gegen die Südamerikaner aufstellt. „Jeder hätte es sich verdient. Die, die in der EM-Quali für gute Resultate sorgten und die, die weniger zum Zug kommen, aber für die positive Stimmung mitverantwortlich sind“, so unser Mittelfeldspieler.
 
Seiner Meinung nach sollte ein Mittelweg gefunden werden. „In einem Freundschaftsspiel kann man sich ja auf mehrere Auswechslungen einigen“, sagt Gorgon, der seinen Landsleuten gegen die Russen und in der Quali-Gruppe alles zutraut. „Ich denke, die Zeit ist reif, durch eigene Kraft die EM-Teilnahme zu schaffen.“
 
Unser Team sei zwar noch jung, aber in den vergangenen Jahren extrem gereift. „Spiele wie in Moldawien hätten wir vor einiger Zeit vielleicht nicht gewonnen, das zeugt von Reife“, glaubt Gorgon, der der Meinung ist, dass die Russen den richtigen Aufwind schon gehabt hätten.
 
„Natürlich verfügen sie über einen hervorragenden Kader mit sehr guten Einzelspielern. Aber das Gefüge passt nun nicht mehr so wie es bei der EM 2008, ein Jahr davor und vielleicht noch ein Jahr danach war.” Lukas Rotpuller, unser Innenverteidiger, stuft Österreich und Russland „ziemlich auf Augenhöhe“ ein.
 
„Mit der Form und der Performance, die die Österreicher zuletzt gezeigt haben, bin ich sehr optimistisch. Es ist für uns einiges drinnen“, sagte der Burgenländer, der Lindner gegen die Brasilianer im ÖFB-Team Einsatzminuten wünscht, um sich präsentieren zu dürfen und zu können.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 20 44
2. FC Red Bull Salzburg 20 43
3. SK Rapid Wien 20 34
4. FC Flyeralarm Admira 20 31
5. LASK 20 27
6. FK Austria Wien 20 26
7. CASHPOINT SCR Altach 20 25
8. SV Mattersburg 20 21
9. RZ Pellets WAC 20 16
10. SKN St. Pölten 20 7
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