Profimannschaft 20.11.2014, 17:07 Uhr

LARSEN: BLUTEGELTHERAPIE GEGEN DERBY-„ANDENKEN“

Die zweiwöchige Länderspielpause in der tipico-Bundesliga, die der FK Austria Wien am Samstag (18:30 Uhr) in der Generali-Arena gegen Admira Wacker beendet, diente den nicht in Auswahlen einberufenen Spielern dazu, ihre Akkus aufzuladen und etwaige Blessuren auszuheilen.

Larsen: Blutegeltherapie gegen Derby-„Andenken“

Jens Stryger Larsen zum Beispiel nutzt die Zeit etwa, um sein schmerzhaftes Andenken aus dem mit 3:2 gewonnenen Derby am 9. November im Prater loszuwerden. Unser rechter Verteidiger hatte in der ersten Hälfte einen Schlag auf sein linkes Schienbein abbekommen. „Es sah aus, als hätte ich einen zweiten Knöchel.“

Das linke Bein war und ist stark geschwollen und mit einem Bluterguss „verziert“. Zu Beginn dieser Woche sah die Verletzung noch gar nicht gut aus. Zurzeit wird der 23-Jährige mittels Blutegeltherapie behandelt, ein Einsatz am Samstag ist jedoch mehr als fraglich. 

Larsen, der auf seinem Trikot mit der Nummer acht nur seinen zweiten Vornamen Stryger trägt, kam seit seiner Verpflichtung am 1. Juli 2014 bisher in allen 15 Liga-Partien (1 Tor und 2 Assists) zum Einsatz. Er stand 14 Mal in der Startelf und wurde einmal (beim 0:3 gegen Sturm Graz für Koch) eingewechselt.

Der Legionär, der im Derby das wichtige 2:0 durch Doppelpack Omer Damari vorbereitet hat, hofft neben seiner Einsatzfähigkeit darauf, dass die Veilchen an das Erfolgserlebnis und die Art und Weise, wie man gegen Rapid aufgetreten ist, ins Admira-Spiel mitnehmen können.

Bilder des Derbys

„Das war ein ganz wichtiger Sieg für die Fans, den Klub, für uns Spieler und natürlich für die Tabelle“, erklärt der ehemalige Mittelfeldspieler mit einem Blick auf die Reihung. Da sei alles sehr eng beisammen, jeder Zähler immens wertvoll. SCR Altach als Dritter hat 24 Punkte, wir sind Sechster und haben 19 Zähler.

Admira, unser kommender Gegner, liegt als Vorletzter neun Punkte hinter den Vorarlbergern. „Durch den Derby-Sieg haben wir viel Selbstvertrauen getankt. Aber ein Garant, dass wir jetzt auch die Admira schlagen, ist das nicht. Wir müssen wieder hart arbeiten, eine Leistung wie damals bringen und dann haben wir eine gute Chance, wieder drei Punkte zu holen“, appelliert Larsen auch an seine Mitspieler, neuerlich voll konzentriert zu sein.

Der Däne erinnert sich an das erste Saison-Duell, das wir am 30.8. in der Südstadt 1:2 verloren haben. Nach dem Schlusspfiff gingen die Veilchen mit der Roten Laterne in eine Länderspielpause und die Fans auf die Barrikaden. „Das war ein schmerzvoller Tag, ein Schlag ins Gesicht. Die Fans waren zu Recht zornig, wie wir selbst auf uns auch.“

Revanche an der Admira

Daher kündigt der Offensiv-Verteidiger, zu dessen Vorzügen Schnelligkeit, Technik und Ausdauer zählen, für Samstag auch unmissverständlich an: „Wir wollen Revanche nehmen!“ Er meint, dass man daheim der Favorit sei und man auch unbedingt gewinnen wolle, um in der Tabelle weiter nach vorne zu kommen.

Der Abstand zum Spitzenduo Salzburg (31) und WAC (28) ist groß, aber für Larsen nicht zu groß. „Ja, es ist schwierig, aber im Fußball kann so viel passieren, das erlebt man weltweit immer wieder. Warum nicht auch hier.” Man müsse dafür wirklich ganz hart kämpfen und arbeiten. „Wenn wir an uns glauben, dann hoffen wir, näher kommen zu können.“
 
Larsen, der zweimal pro Woche einen Deutsch-Kurs besucht und „schon alles versteht“, wenn man mit ihm langsam deutsch spricht, ist jedenfalls überzeugt, dass sich die Austria am Saisonende nach einem Jahr ohne Europacup-Start wieder für das internationale Geschäft qualifiziert. „Wir werden alles dazu unternehmen, um unser Ziel zu erreichen“, verspricht er. Der Europacup-Teilnahme sei für den Verein, die Fans und uns Spieler von großer Bedeutung.“

Einen Schritt in die diese Richtung könnten die Violetten in den vier Liga-Spielen bis zur Winterpause, Admira (heim), Ried (auswärts), Salzburg (h) und Grödig (h) setzen. „Am liebsten würden wir alle vier gewinnen, das sind lauter starke Gegner, gegen die wir möglichste viele Punkte holen wollen“, gibt Larsen die Marschroute vor.

Daumen drücken für Dänemark und Österreich

Im Plan liegen seine Landsleute in der EM-Qualifikation. Wie Österreich (Gruppe 6 mit 10 Punkten aus 4 Spielen) überwintert Dänemark (I/7 aus 4) nach dem 3:1 in Serbien als Tabellenführer. „Nach schlechtem Beginn und 0:1-Rückstand nach vier Minuten hat das Team nach der Pause einen guten Job gemacht“, lobte unser Abwehrmann, der die Partie via TV in Wien miterlebt hatte. „Ich drücke Österreich und Dänemark die Daumen, dass sie trotz schwerer Gruppen-Gegner 2016 in Frankreich dabei sein werden“, meint Larsen.

Im Nachwuchs absolvierte er viele Länderspiele (45/7 Tore), auf sein Debüt im A-Team wartet er hingegen noch. „Ich muss zuerst bei der Austria gute Leistungen über einen längeren Zeitraum bringen, dann werde ich meine Chance bekommen. Ich werde alles dafür tun, denn es war schon als Bub ein Traum, einmal für mein Heimatland spielen zu dürfen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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