Profimannschaft 07.11.2014, 15:57 Uhr

GORGON: "VIEL LEIDENSCHAFT GEFORDERT!"

Für Alex Gorgon kommt das Wiener Derby genau zum richtigen Zeitpunkt. Leidenschaft sei am Sonntag eine Grundtugend, die entscheidend zum Erfolg verhelfen könne.

Gorgon: "Viel Leidenschaft gefordert!"

Alexander Gorgon, der vor einer Woche bei der Niederlage gegen Sturm Graz nach längerer Verletzungspause sein Comeback in der tipico Bundesliga gegeben hat, betrachtet das 311. Wiener Derby Rapid - Austria in der 15. Runde am Sonntag im Happel-Stadion (14:30 Uhr/live ORF eins und Sky Sport Austria) als willkommene Aufgabe für die Veilchen.

„Solche Spiele hat man in einer Krise am liebsten. Das Spiel ist für uns eine Riesenchance, mit der wir uns etwas Luft verschaffen können“, sagt unser Offensivmann, der im jüngsten Lokalschlager am 24.8.2014 in der Generali-Arena beim 2:2 nach nur 17 Sekunden für die Blitzführung der Hausherren sorgte.

Wir müssen uns dieser Tage klar werden, dass unheimlich viel Leidenschaft gefordert sein wird. Alex Gorgon

Das 0:3 gegen die Steirer und „auch andere Sachen, warum es nicht so läuft wie wir uns das vorstellen“ habe man zu Beginn der Woche intern eingehend behandelt. „Damit muss das abgehakt sein, weil jetzt steht das große Derby in unserem Fokus“, berichtete der Wiener über den Countdown bis zum Gipfeltreffen.

Gorgon weist gegen die Hütteldorfer vor seinem elften Derby eine ausgeglichene Bilanz (2-6-2) auf und erzielte gegen den Stadtrivalen insgesamt drei Tore. „Mit dieser Statistik kann ich leben, obwohl es ein paar Siege mehr sein könnten“, kommentierte er seine persönliche Ausbeute.

Aber nicht die einzelne Person, sondern besonders die Mannschaft steht für den 26-Jährigen im Mittelpunkt. In „Gogos“ Worten gefasst, hört sich das dann so an: „Wir müssen uns dieser Tage klar werden, dass unheimlich viel Leidenschaft gefordert sein wird!“

Traf beim letzten Derby zur Führung: Alexander Gorgon

Mit dem Austria-Stil allein, der auf das Spielerische ausgelegt ist, wird es nicht reichen. „Man geht davon aus, dass jedes Team das Kämpferische, das Herzblut sowieso von Haus aus mit hat. Das hat aber uns in den vergangenen Spielen doch etwas gefehlt“, meint Grogon kritisch.

Er glaubt, wenn die Veilchen wieder die Kombination aus Kampf, Leidenschaft und Technik vereinen können, dann wird man auch wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. In dieser befinden wir uns im Happel-Stadion gegen Rapid seit sechs Partien. Da stehen fünf Siege (inklusive 3:1 im Cup-Finale 2005) und ein Remis zu Buche!

Nicht so sehr das Prater-Oval, vielmehr dessen Umgebung verbindet Gorgon mit sich. Als Kind hat er auf den Nebenplätzen dort rund acht Jahre mit dem Austria-Nachwuchs trainiert. „Daher ist der Prater für mich ein angenehmes Pflaster, da kommen bei mir immer wieder schöne Erinnerungen an meine Anfangszeit beim Klub hoch.“

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Wie schon im ÖFB-Cup Achtelfinale in Hartberg (6:0), wo er in der 58. Minute eingewechselt wurde, und zuletzt daheim gegen Sturm, als er ab der 46. Minute spielte, wird „Gogo“ auch im Derby wohl wieder auf der Ersatzbank beginnen. „Ich freue mich über jede einzelne Einsatzminute, wo ich versuchen kann, frischen Wind hineinzubringen und die Mannschaft mitzureißen.“

Baumgartner lobt Gorgons Ehrgeiz

Trainer Gerald Baumgartner sagte nach dem Sturm-Spiel über Gorgon: „Er ist ein wichtiger Spieler für uns, ist ehrgeizig, hat sich gut eingefügt. Für 90 Minuten fehlt ihm aber noch etwas.“ Der Mittelfeldspieler, der mit dem Chef viel über seine Situation redet, sieht das ganz genauso. 

"Ich habe auf alle Fälle noch Aufholbedarf“, berichtet der Rechtsfuß. Nach einer Verletzungspause von rund acht Wochen kann es gar nicht sein, dass ein Spieler den gleichen körperlichen Leistungsstand aufweist wie seine Kollegen. Seine Rückkehr in die Bundesliga hat sich Gorgon trotzdem etwas anders vorstellt.

Dass er nach so langer Zeit wieder im Oberhaus zum Einsatz gekommen ist, hat ihn aber schon sehr gefreut. Und er dachte dabei, dass nach der Halbzeit noch etwas drinnen gewesen wäre, hätte die Austria nicht so schnell das dritte Tor kassiert. „Doch im Fußball ist es generell so, dass alle Mannschaften von Fehlern des Gegners profitieren.“

Austrias Problem sei es, dass solche Fehler eben sofort zu Verlusttreffern führen und sich die Mannschaft damit selbst bestraft. „Und dann haben wir derzeit nicht die Mittel, um uns in diesen Spielen aus dem Schlamassel zu ziehen“, bemerkte Gorgon. Die Moral von der Geschichte: „Individuelle Fehler vermeiden!“

Ein Mittel zur Besserung könnte auch ein Alex Gorgon beisteuern, wenn dieser wieder Kraft und Fitness für 90 Minuten hat. Nach dem ersten Derby der Saison am 24.8. (2:2) hat unser Meisterkicker von 2013 gemerkt, dass die Prellung im linken Knie wieder gewisse Behandlungen erforderte. „Ich brauchte wieder Zauberhände“, erzählte er.

Diese fand unser Mann mit der Rückennummer 20 auf dem Trikot nach Absprache und Erlaubnis durch den Verein wieder in Deutschland bei Mike Steverding. „Er hat mich hervorragend hergerichtet“, so Gorgon über jenen Physiotherapeuten, der dem Wiener auch schon vor einem Jahr die Verrenkung des Schien- und Wadenbeins behandelt hat.

Neues Feeling 

Während seiner jüngsten Verletzungspause hat sich bei Gorgon übrigens neben dem Knie noch einiges getan. Alex ist seit nunmehr rund sechs Wochen stolzer Vater einer Tochter namens Mila Angelina. „Dieses neue Feeling ist sehr beflügelnd. Zuhause ist sehr viel los“, erzählt der stolze Papa.

Das Positive dabei sei, dass man da gut abschalten könne, wenn es im Verein nicht so rund laufe. „Und man kann dadurch immer mit frischem Elan ins Training starten.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 11 25
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 11 7
10. SKN St. Pölten 11 2
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