Profimannschaft 15.10.2014, 12:00 Uhr

GRUBER: "ALS MANNSCHAFT LEISTUNG BRINGEN"

Er ist einer der am längsten dienenden Mitarbeiter des FK Austria Wien. Franz Gruber hat schon viele Höhen und Tiefen durchgemacht, seit 1999 zahlreiche Torhüter unter seinen Fittichen gehabt und er besitzt eine Menge Erfahrung.

Gruber: "Als Mannschaft Leistung bringen"

Vor der weitesten Reise der Bundesliga-Saison, die die Veilchen am Samstag (18:30 Uhr) zum SCR Altach führt, weiß der 47-Jährige, worauf es im „Ländle“ ankommt.

In der dritten Runde reichte es gegen den Aufsteiger am 2. August daheim bekanntlich nur zu einem 0:0. Auch im zweiten Saisonduell soll zumindest die Null stehen. Das hängt aber nicht nur von Keeper Heinz Lindner, sondern von vielen Faktoren ab, meinte Franz Gruber und fügte an: „Die Abwehr ist wichtig, genauso das Mittelfeld und der Sturm. Die gesamte Mannschaft muss Leistung bringen, damit wir zu Null spielen und vorne müssen wir ein Tor erzielen.“

"Austria wird wieder ins Lot kommen"

Franz Gruber mit den Trainer-Kollegen Gerald Baumgartner und Renato Gligoroski.

Er sei jedenfalls zuversichtlich, dass sich die Elf auf einem guten Weg befinde, der irgendwann seine Früchte abwerfen werde. „Die Austria wird wieder ins Lot kommen!“ Gruber, geboren in Gmunden und beheimatet südlich von Wien, sieht den Klub im übrigen auf der Tormann-Position in naher Zukunft gut aufgestellt. Hinter Lindner lauern mit Osman Hadzikic, Tino Casali sowie Matijas Schreiber und Patrick Pentz (beide Amateure) hungrige, talentierte Junge.

„Es macht riesigen Spaß mit so ambitionierten Torhütern zu arbeiten. Man sieht, es geht immer etwas weiter“, lobt Gruber seine Schützlinge. Dass man hie und da gewisse Phasen durchmache, wo es nicht so laufe, sei nichts Ungewöhnliches. „Eine solche Zeit hat Heinz vielleicht am Anfang der Saison durchlebt. Der Bursche hat jetzt über 100 Liga-Spiele in Serie bestritten, spielt relativ konstant, man kann ihm nicht böse sein“, merkte der Tormann-Trainer an.

Lindner, wie Gruber Oberösterreicher, gebe 365 Tage im Jahr Vollgas. Das motiviere die Jungen, die bissig und willig seien. „Ob Ossi, Tino oder die von den Amateuren Kommenden, sie schenken einander im Training nichts und lernen viel dazu“, erzählt der Ex-Keeper vom Profi-Alltag, dessen Anforderungen noch um einiges höher sind als jene im Nachwuchsbereich. Gruber setzt vollstes Vertrauen in Hadzikic und Casali, sollte Lindner wirklich früher oder später Favoriten verlassen.

Ossi oder Tino würden dann ins kalte Wasser springen müssen, wie es Lindner auch getan hat. „Auch Heinz musste damals im Heimspiel gegen den KSV wegen einer schweren Schulterverletzung von Szabolcs Safar reinspringen und ist dann geschwommen und ist durch einige Wellen nicht untergegangen“, erinnert er sich an die erfolgreiche Wachablöse im Austria-Gehäuse.

Ein Knall beendete die Karriere: "Das Schicksal wollte es so"

Rückblick: Franz Gruber in der Frühjahrssaison 2004.

Dass Lindner zuletzt im ÖFB-Team hinter Robert Almer, der in Hannover die Bank drückt, Ersatz war, ist für Gruber „Sache des Teamchefs bzw. dessen Trainerteams“. Unser Tormann-Trainer schätzt Almer als exzellenten Schlussmann ein, der im Finish gegen Montenegro einen ganz wichtigen Ball abgewehrt hat. Obwohl der Ex-Austrianer in Hannover hohe Anforderungen im Training hat, ist es für Gruber aber schon wichtig, dass ein Torhüter Spielpraxis hat.

Andererseits bringe Almer, so Gruber, zu den Länderspielen die Frische und keine Wehwehchen mit. „Und er hat dazu den Motivationsschub den Leuten zu beweisen, dass er ein guter Tormann ist“, meint der 47-Jährige und beruhigt gleichzeitig Lindner. Heinz sei in einem Alter (Anm.: 24), in dem man sich noch keine Sorgen machen müsse. Auch wenn der Fußball immer schnelllebiger werde und immer jüngere Torhüter ins erste Glied drängen.

„Wenn der Heinz so weiter macht, dann glaube ich, ist er ohnehin nicht aufzuhalten“, so Gruber, dessen aktive Karriere einst jäh beendet wurde. Nachdem er von Austria zur Admira zurückgekehrt war, kam im Frühjahr 1997 in der Südstadt gegen den FC Linz das Aus. „Es hat einen dumpfen Knall gegeben und vorbei war die Profilaufbahn nach einem Zusammenstoß mit einem FC-Linz-Spieler.”

Gruber hatte einen Freistoß sicher pariert und war auf dem Boden gelegen. Der nächste Augenblick veränderte sein Leben, ein offener Schädelbruch und mehrere weitere Frakturen erforderten über 18 Monate Rehabilitation mit Logopädie usw. „Wahrscheinlich wollte es das Schicksal so, dass ich mit dem Fußballspielen aufhöre und ich mich auf andere Dinge konzentrieren soll“, so Gruber.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
» zur Gesamttabelle