Profimannschaft 23.12.2014, 07:16 Uhr
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RÜCK- UND AUSBLICK VON FINANZVORSTAND KRAETSCHMER

Die stillste Zeit jeden Jahres wird vielerorts genützt, um Bilanz zu ziehen und den Blick in die Zukunft zu richten. Markus Kraetschmer, Finanzvorstand des FK Austria Wien, tat dies dieser Tage ebenfalls.

© Bildagentur Zolles KG Rück- und Ausblick von Finanzvorstand Kraetschmer

Der Magister der Betriebswirtschaft, der von November 1997 bis Juni 2008 Manager war und ab Juli 2008 in seiner jetzigen Funktion für die Violetten tätig ist, gab der Redaktion unserer Homepage www.fk-austria.at über alles Aktuelle Auskunft.

Der Ex-Banker, der am 10. Dezember seinen 43. Geburtstag gefeiert hat, sprach dabei über das durchwachsene 14er-Jahr, den Herbstkehraus gegen SV Grödig, den Frühjahrsstart gegen WAC, die Transferperiode im Jänner ebenso wie über seine Wünsche und Vorsätze für 2015.

AG-Vorstand Kraetschmer im Interview

… über den 1:0-Heimsieg gegen SV Grödig zum violetten Jahresausklang: „Es war ein ganz wichtiger Erfolg, weil wir uns gegen die Salzburger bisher immer sehr schwer getan haben. Mit diesem Sieg haben wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für das Frühjahr geschaffen. Das ist nach diesem recht durchwachsenen Herbst etwas Positives, das wir in die Winterpause mitgenommen haben.“

… über die schwache Herbstsaison 2014: „Wenn man nach 19 Runden auf dem sechsten Tabellenplatz steht, kann man als FK Austria Wien nicht zufrieden sein. Das sind nicht unsere Ansprüche. Positiv ist, dass wir Rang zwei sehr nahe sind und im Frühjahr angreifen können. Überaus zufrieden bin ich mit dem Auftreten im ÖFB-Samsung-Cup, dort hat die Austria ihr wahres Gesicht gezeigt, sehr professionell agiert.“

… über die verpasste Qualifikation für den Europacup im Sommer 2014: „Dass wir das internationale Geschäft von der Ferne beobachten mussten, tut noch immer sehr weh, sportlich und finanziell. Es muss daher die oberste Aufgabe für das Frühjahr 2015 sein, die gesamte Austria-Familie mit einer guten Platzierung in der kommenden Saison wieder mit Reisen durch Europa zu belohnen.“

… über den Frühjahrsstart mit dem Auswärtsspiel am 14.2. gegen den WAC: „Wir sind gleich von Beginn weg gefordert, voll konzentriert, voll da zu sein gegen einen direkten Konkurrenten. Gerade der WAC hat uns zuletzt zwei schmerzliche Niederlagen zugefügt, wir haben gegen die Kärntner in dieser Saison noch kein Tor erzielt. Das müssen wir ändern, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.“

… über im Herbst ersparte Spielerprämien, die nur fällig werden, wenn die Austria nach einer Runde unter den ersten fünf der Tabelle aufscheint (im Herbst viermal): „Das freut uns überhaupt nicht, denn das ist eine unzureichende Milch-Mädchen-Rechnung, eine einseitige Rechnung. Wir sind ein Verein, der Erfolg haben will. Dazu gehören Prämien. Wenn wir keine auszahlen, heißt das im Umkehrschluss, dass man keinen Erfolg hat. Das wollen wir nicht!“

… über den damit verbundenen Zuschauer-Rückgang von 15,6 Prozent im Herbst: „Wir sind bei den Abo- und Tageskarten-Einnahmen weiter hinter Plan. Darunter leidet natürlich auch das Merchandising. Diese Fakten sind vom Trend her absolut unerfreulich, müssen korrigiert werden, daher brauchen wir auch hierfür unbedingt eine erfolgreiche Mannschaft.“

Die U-Bahn-Baustelle am Verteilerkreis geht voran

… über den sogenannten Österreicher-Topf, in dem die Austria im Herbst mit 69 Prozent (Spielminuten Einheimischer) auf Rang sieben aufscheint: „Der Rückgang dieser Quote ist der momentanen Kader-Situation geschuldet. Wir haben alle sechs Nicht-Österreicher-Plätze vergeben und im Prinzip spielt auch der Großteil der Legionäre. Aber wir wollen diesen Wert in Zukunft wieder ausbauen. Dazu braucht es aber auch entsprechende Talente. Mit Serbest und Kvasina haben im Herbst zwei aufgezeigt, die in diese Richtung einen Beitrag leisten können.“

… über das Grundsätzliche des Österreicher-Topfs, der den Vereinen finanzielle Einnahmen bringt: „Er ist eine sehr gute und ebenso wichtige Einrichtung. Wir bekennen uns dazu. Aber es ist auch wichtig für unser Selbstverständnis, dass wir als Austria ebenso Qualität in der Mannschaft haben müssen, um unsere sportlichen Ziele zu erreichen. Dazu bedarf es guter Legionäre.“

… über die Transferperiode im Jänner und etwaige neue Spieler: „Thomas Parits und ich als AG-Vorstände sind mit Gerald Baumgartner stets im Austausch. Der Trainer hat anklingen lassen, auf welchen Positionen er sich Verstärkungen, Veränderungen wünscht. Wir haben aber auch sehr klar gesagt, wir können und wollen den Kader nicht künstlich aufblähen.“

… über mögliche Zu- und Abgänge in der Winter-Transferzeit, die 2015 bis 2. Februar dauert: „Ich glaube, dass es zu Veränderungen kommen wird, denn im Sommer laufen 15 Spielerverträge aus. Da viele durch Optionen abgesichert sind, ist es traditionell so, dass frühzeitig Spieler und deren Manager kommen, wenn es ein Angebot gibt. Wenn jemand den Klub verlässt, dann können wir reagieren. Wir haben schon mit Managern Gespräche geführt, wir beobachten den Markt.“

… über Wünsche, die man klassisch zu den Feiertagen äußert: „Das Allerwichtigste ist Gesundheit für die eigene Familie und auch für die Austria-Gemeinde. Wenn ich durch die violette Brille schaue, dann tun wir alle gut daran, das sportlich enttäuschende Jahr 2014 in Ruhe nochmals Revue passieren zu lassen. Wenn wir unseren Wellenzyklus mit dem überaus erfreulichen Jahr 2013 mit dem Meistertitel und der Premiere in der Champions League sowie dem durchwachsenen Jahr 2014 beibehalten, dann sollte 2015 wieder ein Jahr sein, in dem wir die Austria wieder in die Erfolgsspur zurückbringen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 36 81
2. FK Austria Wien 36 63
3. SK Puntigamer Sturm Graz 36 60
4. CASHPOINT SCR Altach 36 53
5. SK Rapid Wien 36 46
6. FC Flyeralarm Admira 36 46
7. SV Mattersburg 36 43
8. RZ Pellets WAC 36 42
9. SKN St. Pölten 36 37
10. SV Guntamatic Ried 36 35
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