Allgemeine News 26.12.2014, 08:51 Uhr

PARITS: "WISSEN, DASS WIR FANS VIEL SCHULDIG GEBLIEBEN SIND"

Thomas Parits, der als Spieler, Trainer und Sportvorstand mit dem FK Austria Wien Meistertitel feierte, zieht nach dem 1:0-Heimsieg über SV Grödig im letzten Pflichtspiel des Jahres 2014 seine Herbstbilanz.

Parits: "Wissen, dass wir Fans viel schuldig geblieben sind"

Der Burgenländer, der seit Juli 2008 als AG-Vorstand Sport tätig ist und von dieser Funktion im kommenden Jahr zurücktritt, analysiert sachlich und gibt unumwunden zu: „Mit der Herbstsaison kann man nicht zufrieden sein.“

Der Ex-Teamstürmer, frühere Deutschland- und Spanien-Legionär spricht die Gründe für den durchwachsenen Herbst klar und deutlich an, sagt im Interview mit fk-austria.at, wo die Hebel anzusetzen sind und formulierte seine Erwartungen für das Frühjahr.

Wie fällt Ihr Resümee nach den 19 Bundesliga-Runden im Herbst aus?

Bilder des 1:0-Siegs gegen Grödig
Parits: „Die Bilanz ist natürlich nicht gut, weil wir zu wenig Punkte haben und auf dem sechsten Tabellenplatz überwintern. Durch den schlechten Start im Sommer mit nur fünf Punkten aus den ersten sechs Spielen kam auch das Selbstvertrauen abhanden. Das war für mich entscheidend in diesem Herbst.“

Was fehlte neben der Konstanz in den Resultaten noch, um weiter vorne zu stehen?

„Viele Spieler haben nicht die Form gehabt wie die Jahre davor. Dazu hat sich wie ein roter Faden gezogen, dass wir in der Abwehr Fehler gemacht haben, im Mittelfeld nicht so kompakt waren und vorne viele Torchancen vergeben haben.“

Lässt man nur die zwei Spiele vor dem Grödig-Match Revue passieren, zeigte sich in Ried (1:1) und beim 2:4 daheim gegen Salzburg auch mangelnde Cleverness und Kaltschnäuzigkeit. Richtig?

„Ja, in Ried war es so, dass wir in der 92. Minute eine riesige Chance zum 2:0 hatten, aber in der 93. den Ausgleich kassiert haben. Und gegen Salzburg haben wir eine klare Möglichkeit zur 3:0-Führung nicht verwertet. Solche Aussetzer müssen wir abstellen.“
Ich hoffe, dass wir uns im neuen Jahr gut auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten, vor allem auch wieder besseren Fußball zeigen und konstantere Ergebnisse erzielen als im Herbst Thomas Parits

Nur sechs Siege, aber nicht weniger als acht Remis und 27:28 Tore. Steckt hinter diesen Zahlen auch etwas Positives?

„Das einzig Positive ist, dass wir jetzt mit nur vier Zählern Rückstand auf den zweitplatzierten WAC in die Winterpause gegangen sind. Das Manko auf den Zweiten betrug zwischendurch schon 15 Punkte. Trotzdem, acht Remis sind einfach zu viel, man kann mit der Herbstsaison nicht zufrieden sein.“

Was erwarten Sie sich nach der Winterpause im Frühjahr von den Veilchen?

„Ich hoffe, dass wir uns im neuen Jahr gut auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten, vor allem auch wieder besseren Fußball zeigen und konstantere Ergebnisse erzielen als im Herbst. Besser muss auch die Ausbeute in der Generali-Arena werden. 15 Zähler in zehn Heimspielen im Herbst waren zu wenig.“

Hinter Spitzenreiter Salzburg sind sieben Vereine nur durch sieben Punkte getrennt. Wo möchten Sie die Austria am Saisonende sehen?

„Das ist eine Saison, wie sie noch nie da war. Alle sechs, sieben Klubs haben die gleichen Chancen, hatten im Herbst Probleme gehabt. Sogar die Salzburger haben viele Niederlagen (Anm.: fünf), es aber ausgenützt, dass die anderen geschwächelt haben.“

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Wird die Austria das Saisonziel, einen Europacup-Startplatz, schaffen?

„Ich bin überzeugt, dass wir uns für Europa qualifizieren werden und ich glaube auch, dass jene Spieler, die im Herbst nicht in Form waren, 2015 besser aus den Startlöchern kommen werden.“

Wie wichtig wird für die Austria gleich das erste Liga-Spiel 2015 am 14./15.2. auswärts gegen den WAC sein?

„Wir müssen besser starten als im Sommer. Wir haben schon einige Spiele gezeigt, dass wir mit dem Druck leben können. Wenn wir gewinnen, sind wir einen Zähler hinter den Kärntnern und voll dabei. Wir wissen, dass wir den Fans sehr viel schuldig geblieben sind. Wichtig wird sein, dass wir von Verletzungen verschont bleiben, denn die Qualität besitzen wir.“

Wie man im Sommer gesehen hat, ist der Beginn wichtig für den weiteren Verlauf der Meisterschaft. Warum sollte der Start 2015 besser sein?

„Weil es damals so war, dass einige neue Spieler länger gebraucht haben, bis sie sich voll integriert hatten. Es ist nicht bei allen so wie bei Damari, er ist gekommen und hat Tore erzielt. Auch hatten wir viele Verletzte, Suttner und Gorgon haben wochenlang und Harrer zuletzt gefehlt. Und auch Damari war in drei wichtigen Spielen nicht dabei. Außerdem waren wir nicht vom Glück begünstigt.“

Im Jänner ist wieder Transferzeit. Sollten Spieler die Austria verlassen, könnten wieder Neue kommen. Wie läuft ein Transfer ab?

„Im Klub ist es immer so, dass man sich über Verpflichtungen und Personalentscheidungen intensiv austauscht und danach eine gemeinsame Entscheidung trifft. Wenn der Trainer nicht das Okay gibt, wird auch keiner geholt. Zuletzt war es so, dass vor dem Engagement von Trainer Gerald Baumgartner nur Meilinger als Neuer schon da war. Alle anderen Zugänge im Sommer von Damari, Leitgeb, Larsen und Shikov hatten wir in Absprache mit dem Trainer geholt. Wir holen nur Spieler, von denen der Trainer und ich überzeugt sind.“

Wird auch in Zukunft der Nachwuchs und das Aufrücken junger Talente zu den Profis beibehalten?

„Ja, der Weg der Austria wird es weiterhin sein, junge Spieler zu forcieren. Zuletzt haben mit Serbest und Kvasina wieder zwei Junge den Sprung in den Profikader geschafft. Und im Winter holen wir die Leihgaben an den SKN St. Pölten, Bernhard Luxbacher zu den Profis und Petar Gluhakovic zu den Amateuren, zurück.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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