Profimannschaft 10.09.2014, 13:23 Uhr

ROYER GLAUBT AN DIE TRENDWENDE

In der zweiwöchigen Liga-Pause wird im Lager des FK Austria Wien viel gearbeitet, geredet und nach Ursachen geforscht, warum es bisher nicht so gelaufen ist wie man sich das vorgestellt hat.

Royer glaubt an die Trendwende

Die Spieler waren nach dem 1:2 in der Südstadt vorerst einmal damit beschäftigt, ihre Wunden zu heilen und ihre Köpfe freizubekommen. „Da hat jeder Spieler so seine eigene Vorgangsweise“, vermutet Daniel Royer.
 
Vielleicht ein bisschen wegkommen, vielleicht nicht so viel an Fußball denken, Power zum Beispiel im Kreis der Familie tanken, lautet das persönliche Rezept des Flügelflitzers, der zuletzt in der Südstadt beim Stande von 0:1 mit einem Stangenschuss Pech hatte.

Wenn man dann zurückkomme, sollte man wieder zu 100 Prozent auf den Fußball fokussiert, hoffentlich frei im Kopf, voll Energie sein und positive Dinge in Erinnerung rufen. „Dann alles versuchen, das Ruder herumzureißen und das nächste Spiel erfolgreich zu gestalten, zu gewinnen“, glaubt Royer an den Re-Start.

Es ist nicht so, dass erst sieben Runden gespielt sind, sondern ich würde sagen, es sind schon sieben Runden gespielt. Daniel Royer

Trainiert wurde in der Zwischenzeit natürlich auch, und das sehr intensiv. Konditionsarbeit standen während der vergangenen zehn Tage ebenso auf dem Programm wie Taktik und Torabschlüsse.
 
Die nächste Partie ist für den 24-Jährigen, der am 1. Juli 2013 zu den Veilchen gekommen ist, eine ganz besondere. Am 13. September (18:30 Uhr) kommt Royers früherer Verein SV Ried, mit der er 2011 den ÖFB-Cup holte, in die Generali-Arena. Das ist eine schwere Aufgabe, haben die Innviertler uns doch vorige Saison in vier Treffen vier Remis abgetrotzt.

Situation ernst nehmen

In den unmittelbaren Tagen nach der Admira-Niederlage sollte und musste das Negative samt dem zehnten Platz aufgearbeitet worden sein. „Der Situation müssen wir uns schon bewusst sein. Es ist nicht so, dass erst sieben Runden gespielt sind, sondern ich würde sagen, es sind schon sieben Runden gespielt."

Training vom Mittwoch, den 10. September

Es ist also höchste Zeit, dass wir zu Siegen beginnen. Gegen Rapid (2:2) hat die Baumgartner-Truppe zweimal (1:0 und 2:1) geführt und auch gegen Sturm Graz (1:1) und in Wr. Neustadt (1:1) lagen Royer und Co ebenfalls (jeweils 1:0) voran. Gegen Admira schien nach der Pause mit dem schnellen Anschlusstor durch Alex Grünwald zum 1:2 ebenfalls noch ein Happy End möglich.
 
Der Treffer entpuppte sich letztlich leider nur als Strohfeuer. „Es mag noch so blöd klingen, aber man hat gemerkt und gesehen, dass die Mannschaft lebt, dass Feuer drinnen war und dass wir alles versucht haben“, meinte Royer und betonte, dass beim offensiven Pressing jeder einzelne Spieler mitmachen müsse.
 
„Wenn jemand auslässt, dann wird es für den Rest der Mannschaft schwierig“, erklärte der frühere Deutschland-Legionär. „Man muss sich blind verlassen können. Weil wenn ich drauf presse, sehe ich oft nicht genau, was dann hinter mir passiert.“
 
Was sich nach dem Schlusspfiff vor dem Südstädter Kabinen-Komplex getan hat, bekamen dann alle Austria-Spieler mit. Austria-Fans, manche mit Tränen in den Augen, hatten Ortlechner und Co. zu einer Aussprache aufgefordert. Royer war gleich nach Spielende in die Fankurve gegangen.

Geht nicht so weiter wie 2013/14

„Ich hatte dafür Verständnis, aber ich habe den Leuten nicht mehr sagen können, als dass es uns leidtut, dass wir uns mehr vorgenommen und uns ins Zeug gelegt haben. Und wenn wir alle die Gründe wüssten, dann hätten wir es ja längst anders gemacht“, berichtete der Blondschopf vom Austausch mit den Anhängern.
 
Royer glaubt, dass der Stachel vom Ende der vorigen Saison noch sitze. Damals hat die Austria in den letzten zwei Spielen in Grödig (1:2) und daheim gegen Sturm (ebenfalls 1:2 mit vergebenem Elfmeter) den zum Greifen nahen dritten Tabellenplatz und damit die Europacup-Teilnahme um einen Punkt verpasst.
 
Die Fans, die den Veilchen vor einem Jahr noch zugejubelt hatten und dies nach wie vor tun, hätten in der jungen Spielzeit ein anderes Gesicht und eine bessere Punkte-Ausbeute erwartet. „Da uns das nicht gelungen ist, meinen die Leute, dass es jetzt genauso weitergehe wie Ende 2013/14. Ihnen klarzumachen, dass es nicht so sein wird, ist natürlich schwierig“, sagte Royer.
 
Am 13. September gegen die SV Ried bietet sich unserer Mannschaft die nächste Chance, im achten Liga-Anlauf den ersten Saisonsieg zu landen. Der Fußball ist schnelllebig. Es könne sehr rasch bergauf, weiß Royer aus eigener Erfahrung und hofft wie alle auf die Trendwende.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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