Allgemeine News 14.08.2014, 09:05 Uhr

ROBERT SARA: "DIE GRÖßTE EHRE, DIE ES GIBT!"

Austrias Legende und Assistenztrainer der Amateure, Robert Sara, spricht über aktuelle und vergangene Tage bei "seinem" Lebensklub.

Robert Sara: "Die größte Ehre, die es gibt!"

Dass die Veilchen keinen guten Liga-Start erwischten, dem 6:0-Kantersieg im ÖFB Samsung Cup drei Zähler aus vier Partien folgen ließen, schmerzte den nunmehrigen Assistenztrainer der Austria Amateure. Nichtsdestotrotz kennt er solche Situationen nur zu gut. Und dies, obwohl er die Austria als Aktiver in der erfolgreichsten Zeit unserer Vereinsgeschichte begleitete.

Als neunfacher (!) österreichischer Meister, sechsfacher Cupsieger und Europacupfinalist 1978 kommt Sara dennoch nicht umher, auch auf schwärzere Tage zurückzublicken. „Schwächere Saisonstarts, wo wir drei, vier Partien nicht überzeugend aufgetreten sind, hatten wir auch damals.“

„Meine schwierigstes Jahr war die Saison 1972/73“, erinnert sich Sara. Die Austria beendete die Nationalliga damals als zehntes von 16 Teams. „Bela Guttmann war unser Trainer – es herrschte Tohuwabohu. Die Spieler waren der Erwartungshaltung nicht gewachsen.“

Konsequenz und Verantwortung sind gefragt

Jeder muss Verantwortung übernehmen, den Kopf heben, den anderen pushen und Meter für ihn machen. Robert Sara

In der aktuellen Spielzeit findet er, erst einmal auf Ursachenforschung gegangen, die Gründe woanders.

"Der Kader ist gut, die Spieler sind gute Jungs. Aber in manchen Szenen fehlte mir noch die letzte Konsequenz. Vielleicht hängt diese mit fehlendem Selbstvertrauen zusammen. Gegen Wiener Neustadt haben wir zwei Fehler gemacht, die kein Trainer der Welt verhindern kann. Das passiert in so einer Phase. Aber es liegt an der Mannschaft, sich da wieder hinauszuziehen.“

Wie das funktioniere? „Indem jeder Verantwortung übernimmt, den Kopf hebt, den anderen pusht und Meter für ihn macht. Wir hatten gegen Wiener Neustadt 70 Prozent Ballbesitz und ‚Hunderter‘ vorgefunden, die du sonst im Schlaf reinmachst. Jetzt musst du weiterarbeiten und ansetzen, dass du noch öfter in diese gefährlichen Zonen vorstößt.“

Über Leader Salzburg will Sara nicht viele Worte verlieren („zurzeit in einer anderen Liga“). Wichtig sei nun, gegen Teams zu punkten, denen man qualitativ überlegen sei. „Ich bin mir sicher, dass die Experimentierphase des Trainers noch nicht abgeschlossen ist. So etwas benötigt Zeit. Fakt ist aber auch, dass wir Wiener Neustadt mit zwei oder drei Toren hätten schlagen können.“

Der Beobachter von außen nehme in solchen Situation vieles überaus kritisch wahr. „Stimmen die Resultate nicht, wird alles hinterfragt – und zwar auf keine zimperliche Art. Die Taktik, die Einstellung, der Zustand der Spieler. Das ist hart, im Fußball aber nicht neu. In solchen Situationen müssen sich die Spieler zusammenraufen, fokussiert bleiben, Gas geben. Dann kommst du da auch wieder hinaus.“

Wichtig sei Sara vor allem, dass jeder intus habe, was es bedeute, für diesen Klub tätig zu sein. „Wenn ich den violetten Dress mit den zwei ‚Sterndln‘ überstreife, muss ich unglaublich großen Stolz in mir tragen. Das ist die größte Ehre, die es gibt. Da gehe ich hundert Mal über den inneren Schweinehund.“