Allgemeine News 21.08.2014, 08:33 Uhr

OGRIS: "BEIM DERBY IST ALLES EXTREMER"

Die Bundesliga weist Andi Ogris als besten Torschützen des Wiener Derbys aus. Der 49-Jährige gewährt vor dem 310. Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen Einblick in seine Gedankenwelt.

Ogris: "Beim Derby ist alles extremer"

Andi Ogris überlegt. Nicht lange. Vermutlich nicht einmal eine ganze Sekunde lang. Dann folgt es wie aus der Pistole geschossen und dennoch in gewohnt trockener Manier: „Meine schönste Derby-Erinnerung? Die schönsten Erinnerungen habe ich an jene Derbys, die wir gewonnen haben und in denen ich auch noch genetzt habe.“ Lächelnder Nachsatz: „Und das kam sehr oft vor…“

Die Euphorie, die Anspannung, die Energie. Blickt man in die Augen des nunmehr 49-Jährigen, scheint er von seiner Einstellung, was Wiener Derbys betrifft, seit seiner Zeit als Aktiver keinen Millimeter eingebüßt zu haben.

Ogris vor Krankl

Da geht’s um die Vorherrschaft in der Stadt. Man ist noch fokussierter. Man trägt noch mehr Feuer in sich. Andreas Ogris

„Man sollte das nicht sagen, aber es ist so. Vor Derbys ging es mir ein wenig anders wie vor anderen Spielen und ich denke, dass es einigen Spielern so geht. Es ist immer das Spiel der Spiele. Da geht’s um die Vorherrschaft in der Stadt. Man ist noch fokussierter. Man trägt noch mehr Feuer in sich.“

15 Mal traf er auf Bundesliga-Ebene im großen Wiener Derby – so oft wie kein anderer Akteur. Weder auf violetter, noch auf grün-weißer Seite. Ogris folgt Rapids Stürmer-Legende, Hans Krankl, der 14 Liga-Treffer im Derby verbucht.

Andreas Ogris in seiner Funktion als Trainer der Austria Amateure.

Am Sonntag um 16:30 Uhr wird Ogris das Spiel von der Tribüne aus verfolgen. Als Mitglied des Legenden-Klubs, als Trainer der Austria Amateure und natürlich als Austrianer. „Eigentlich sollte ich jetzt sagen, ein bisschen Abstand zu alldem gewonnen zu haben, aber das wäre nicht ehrlich. Ich zucke auf der Tribüne immer noch mit dem Fuß, wenn ich das Gefühl habe, wir sollten jetzt schießen. Als Fan und als Austrianer ist man vor und während so einer Partie angespannt, man wünscht sich nichts mehr als einen Sieg.“

Wunsch nach fairem Derby mit offenen Visieren

Die Vorfreude auf Sonntag sei groß. „Gleichzeitig“, hält der 64-fache Teamspieler aber mit ruhiger Miene fest, „ist uns allen bewusst, dass der Saisonstart nicht so verlaufen ist, wie wir uns das erhofft hätten. Alleine deshalb ist es schon eine sehr wichtige Partie.“ Verkrampfung oder Verunsicherung  - „das hoffe ich von keiner der Mannschaften zu sehen. Ich wünsche mir ein faires Derby mit offenen Visieren – und der Austria als Sieger."

Dem Bild zum Artikel, das Ogris und Rapids Spielmacher Dietmar Kühbauer bei einer Meinungsverschiedenheit im dem Jahr 1996 zeigt, entstand übrigens nach einem Foul Kühbauers, zu dem Ogris eine klare Meinung hatte - und diese Kühbauer auch wissen ließ. "Er stieg mir dabei auf den Oberschenkel. Nach dem Spiel war die Sache wieder erledigt, haben wir uns die Hände gegeben." Das Spiel endete 1:1.

Unsere Heim-Historie liest sich vielversprechend: In 34 Aufeinandertreffen in der Generali-Arena ging die Austria 13 Mal als Sieger vom Platz. 15 Mal endeten die Begegnungen remis, nur sechsmal gewann das Auswärtsteam.

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