Profimannschaft 20.08.2014, 13:25 Uhr

MEILINGER VOR SEINER DERBY-PREMIERE VON FANS BEGEISTERT

Marco Meilinger ist in der noch jungen Saison in allen sechs Pflichtspielen (inklusive ÖFB-Cup) zum Einsatz gekommen und hat zuletzt dreimal in Serie durchgespielt. Die Chancen, dass er am Sonntag (16:30 Uhr) in der Generali-Arena seine Premiere im ewig jungen Duell mit Rapid geben wird, scheinen nicht schlecht zu stehen.

Meilinger vor seiner Derby-Premiere von Fans begeistert

„Ich freue mich schon auf mein erstes Wiener Derby“, sagt der 23-Jährige vor der 310. Auflage des Lokalschlagers, der den Abschluss und zugleich den Höhepunkt der sechsten Runde zur tipico-Bundesliga bildet. Derbys seien immer ganz besondere, eigene Spiele, vor allem jene in der Bundeshauptstadt, erklärt Meilinger.
 
„Als ich noch bei anderen Klubs spielte, habe ich Austria gegen Rapid oder umgekehrt oft im Fernsehen verfolgt, natürlich die tolle Stimmung mitbekommen und gemerkt, um wie viel es da geht – ein Wahnsinn“, erzählt der Flügelflitzer mit der Rückennummer sieben auf seinem Trikot über seine bisher aus der Entfernung gemachten Eindrücke vom Wiener Derby.

Der Sieger ist die Nummer eins von Wien, da haut sich jeder zu 110 Prozent rein. Marco Meilinger

Ein persönlich gutes Derby-Omen aus seiner Salzburger Vergangenheit hat „Meili“ im Sommer ebenfalls nach Wien mitgenommen. Vor einem Jahr, am 10.8.2013, bereitete der Flügelflitzer im ersten von vier Saisonspielen gegen Aufsteiger SV Grödig den vierten Treffer zum Endstand von 4:1 durch RBS-Torjäger Jonatan Soriano vor.
 
Auch wenn die beiden Derby-Protagonisten als Neunter bzw. Siebenter in der Tabelle derzeit nicht so gut dastehen, geht es um enorm viel in dem Prestigekampf. Ein etwaiger Sieger darf sich vorerst einmal „Nummer eins von Wien“ nennen. „Da haut sich jeder Spieler zu 110 Prozent rein“, ist Meilinger überzeugt.

"Tabelle ist ab Rang drei eng beisammen"

Er, und nicht nur er, hofft natürlich, dass unsere Austria am Sonntag als Sieger vom Platz gehen wird. „Die Tabelle ab Rang drei ist so eng beisammen, wenn wir ein Spiel gewinnen, dann fänden wir Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Das ist auch unser erklärtes Ziel“, meint der Blondschopf, der mit der Austria nur einen Zähler Rückstand auf Rapid aufweist.
 
Der erste volle Erfolg in der Liga-Saison würde den violetten Knoten zum Platzen bringen. „Eine Serie fängt immer mit einem Sieg an. Wenn wir einmal einen Dreier holen, kann genauso eine Serie starten. Ich hoffe, dass sie am Sonntag losgeht“, sagt Meilinger, nachdem die Veilchen zuletzt gegen Altach (0:0), SC Wr. Neustadt (2:2) und Sturm (1:1) jeweils knapp dran waren.
 
In Graz trat unser Neuer als Vorbereiter zur frühen 1:0-Frührung durch Daniel Royer auf. „Das gibt mir Selbstvertrauen“, gesteht der Linksfuß, der in der Steiermark einen leichten Aufwärtstrend feststellte: „Ich denke, vom Spielerischen her waren wir schon um einiges besser als die Spiele davor. Man sah, dass das System zum Greifen anfängt.“
 
Phasenweise hat das offensive Pressing funktioniert, doch dann wieder war es wie abgerissen. Dazu Meilinger: „Wir haben probiert, das Pressing durchzuspielen. Wir sind dann aber nicht mehr so wirklich in die Zweikämpfe gekommen. Wenn man in einer Situation ist wie wir jetzt sind, passiert es oft, dass man durch einen abgefälschten Schuss so ein Tor kassiert.“
 
Doch im Fußball könne es ganz schnell in die andere Richtung gehen. „So wie wir nun das Pech haben, wird das Glück wieder zurückkommen. Ich hoffe, es stellt sich bei uns schon am Sonntag ein“, beschwört Meilinger auch ein wenig Göttin Fortuna, die uns 2013/14 in den vier Derbys (0-1-3) nicht hold gewesen war.

Bilder des Spiels gegen Sturm

Meilinger, der auf sein erstes Tor für die Austria noch wartet, weiß, dass er im Derby keinen Anspruch auf einen Fixplatz in der violetten Startelf hat. Jeder muss sich im Training aufs Neue beweisen und durch Leistungen überzeugen. Das sei das Ziel jedes Spielers. „Wir haben ein super Team, jeder gibt im Training 100 Prozent“, erzählt er aus dem Alltag.
 
Jeder sei mit Vollgas bei der Sache, man werde sehen, wer dann letztlich gegen Rapid beginnen wird. „Natürlich würde es mich freuen, wenn ich wieder zum Einsatz käme“, so der U19-EM-Teilnehmer von 2011, der sich mit seinen Kollegen im Gegensatz zu den Rapidlern in aller Ruhe auf das 310. Derby vorbereitet hat.

Noch nie solche Fans erlebt

Die Hütteldorfer, die zuletzt in der Liga daheim Aufsteiger SCR Altach 0:1 unterlagen, waren am Donnerstag noch in der Qualifikation zur Europa League im Einsatz. „Ihr erstes Spiel unter der Woche wird nicht so einen großen Unterschied ausmachen. Sie haben einen Kader, der groß genug ist, um englische Wochen zu bestreiten“, ist Meilinger wie unser AG-Vorstand Sport, Thomas Parits, überzeugt, dass der Europacup-Einsatz kein Vorteil für Violett ist.
 
Tatsache ist, dass unser kommender Gegner in den Hohen Norden nach Finnland zum HJK Helsinki musste und damit Reisestrapazen hatte. Was spricht also dann für die Veilchen im Derby? Nach Meinung von Meilinger „auf jeden Fall die Fans, die uns in Graz unterstützt, 90 Minuten angefeuert haben“. Das habe er, wenn es es nicht optimal laufe, noch nie erlebt.
 
Der Rückhalt der Anhänger im eigenen Stadion, das ausverkauft sein wird, sei ein Pluspunkt für die Violetten. „Außerdem hatten wir eine weitere Woche Zeit unser Spiel zu verbessern, um es vielleicht noch länger durchziehen zu können. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen werden“, blickt „Meili“ seinem ersten Wien-Derby recht zuversichtlich entgegen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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